Java und Bedrock auf einem Server: Crossplay mit Geyser
Minecraft gibt es seit Jahren in zwei Geschmacksrichtungen: Java Edition auf dem PC und Bedrock Edition auf Handys, Tablets, Konsolen und Windows. Zwei Editionen, zwei Protokolle — und normalerweise damit auch zwei getrennte Welten. Ärgerlich, wenn du auf Java spielst, während dein kleiner Bruder nur eine Switch hat oder ein Freund nur am Handy spielt.
Zum Glück gibt es dafür eine saubere Lösung: Geyser. Damit lässt du Bedrock-Spieler einfach auf deinem Java-Server mitspielen, ohne dass du an deiner Welt oder deinen Plugins etwas umbauen musst. So funktioniert es, inklusive der Stolperfallen, in die fast jeder einmal tappt.
Was machen Geyser und Floodgate genau?
Geyser ist im Kern ein Übersetzer. Es sitzt zwischen dem Bedrock-Client und deinem Java-Server und übersetzt den gesamten Netzwerkverkehr live von einem Protokoll ins andere. Der Bedrock-Spieler glaubt, mit einem Bedrock-Server zu sprechen; dein Java-Server glaubt, dass einfach ein Java-Spieler beitritt. Niemand muss auf Spielerseite etwas installieren — die Übersetzung passiert komplett auf dem Server.
Floodgate löst das Account-Problem. Ohne Floodgate müsste ein Bedrock-Spieler neben seiner Bedrock-Version auch einen kostenpflichtigen Java-Account haben, um sich einloggen zu können, und das macht Crossplay ziemlich sinnlos. Mit Floodgate loggen sich Bedrock-Spieler einfach mit ihrem eigenen Microsoft/Xbox-Account ein und niemand braucht einen zweiten Account.
In der Praxis willst du also beides: Geyser für die Übersetzung, Floodgate fürs Einloggen. Beide kommen vom selben Team (dem GeyserMC-Projekt) und sind aufeinander abgestimmt. Beide sind außerdem kostenlos und Open Source und werden aktiv gepflegt — wichtig, denn jedes Bedrock-Update verlangt eine aktualisierte Übersetzung.
Ehrlich gesagt: das sind die Grenzen
Geyser ist beeindruckend gut geworden, aber eine Übersetzung bleibt eine Übersetzung. Ein paar Dinge, die du wissen solltest, bevor du bei deinen Spielern Erwartungen weckst:
- Bedrock und Java unterscheiden sich im Detail: leicht andere Mechaniken, Hitboxen und Menüs. Die meisten Spieler merken im Survival wenig davon, aber auf einem kompetitiven PvP-Server kann der Unterschied spürbar sein.
- Manche Java-Features lassen sich nicht perfekt übersetzen. Komplexe Custom-Menüs und Resourcepacks deines Java-Servers sehen auf Bedrock manchmal anders aus oder funktionieren nur eingeschränkt.
- Auf modded Servern (Forge, NeoForge oder Fabric mit Content-Mods) ist Geyser keine gute Wahl: Der Bedrock-Client kennt diese neuen Blöcke und Items schlicht nicht. Für Plugin-Server wie Paper ist es dagegen bestens geeignet.
- Kurz nach einem großen Minecraft-Update kann es etwas dauern, bis alles wieder rund läuft, auch wenn das Team meist schnell nachzieht.
Für einen Survival-Server mit Freunden oder Familie sind das selten Dealbreaker. Wisse einfach, dass die Bedrock-Erfahrung sehr nah an der Java-Erfahrung liegt, aber nicht hundertprozentig identisch ist.
Installation: Geyser als Plugin auf deinem Server
Der einfachste Weg ist ein Plugin-Server wie Paper. Geyser und Floodgate installierst du dann als ganz normale Plugins:
- Lade Geyser (die Spigot/Paper-Version) und Floodgate über die offizielle GeyserMC-Seite herunter.
- Leg beide Dateien in den Ordner
pluginsdeines Servers. - Starte den Server neu. Beide Plugins erstellen beim ersten Start ihre eigenen Config-Dateien.
- Öffne die Geyser-Config und prüfe zwei Dinge: die Portnummer für Bedrock (dazu unten mehr) und ob Floodgate als Login-Methode eingestellt ist.
Betreibst du ein Netzwerk mit einem Proxy wie Velocity oder BungeeCord, installierst du Geyser meist dórt statt auf jedem einzelnen Server. Und für die Puristen: Es gibt auch eine Standalone-Version von Geyser, die du getrennt vom Server betreibst. Für einen einzelnen Server ist der Plugin-Weg mit Abstand der einfachste, also würde ich dort anfangen.
Halte Geyser danach aktuell. Bedrock bekommt auffallend oft kleine Updates, und eine ältere Geyser-Version kann neue Bedrock-Clients manchmal nicht mehr hereinlassen. Den neuesten Build in den Ordner plugins legen und kurz neu starten reicht meist — eine Sache von ein paar Minuten, die dir viele „Ich komme nicht mehr rein"-Nachrichten erspart.
Den Bedrock-Port richtig einstellen
Hier geht es in der Praxis am häufigsten schief. Java-Spieler verbinden sich über den normalen Serverport (standardmäßig 25565, über TCP). Bedrock nutzt einen eigenen Port únd ein anderes Protokoll: standardmäßig Port 19132, über UDP. Beides ist komplett unabhängig voneinander — eine funktionierende Java-Verbindung sagt also nichts über die Bedrock-Seite aus.
Auf einem gemieteten Server kannst du nicht immer jeden Port einfach beanspruchen. Schau im Control Panel nach, welche Ports für deinen Server verfügbar sind, und trag diese Portnummer in der Geyser-Config als Bedrock-Port ein. Gib deinen Bedrock-Spielern anschließend die Serveradresse plus genáu diese Portnummer weiter; beides tragen sie beim Hinzufügen eines Servers in der Serverübersicht ihres Spiels ein.
Kommen Bedrock-Spieler nicht rein, während Java-Spieler problemlos verbinden, liegt das Problem fast immer hier: ein falscher Port in der Config, ein Port, der nicht offen ist, oder ein Spieler, der den Standardport 19132 probiert, während dein Server einen anderen nutzt.
Testen geht am schnellsten mit einem Handy in der Nähe. Füg den Server in Bedrock mit Adresse und Portnummer hinzu und schau, ob er in deiner Liste als online erscheint. Klappt es bei dir zu Hause, aber bei einem Freund nicht, lass diesen Freund kurz über mobile Daten verbinden; so schließt du sein Heimnetzwerk oder Schul-WLAN als Ursache aus.
Account-Kopplung: Prefix, Whitelist und Linking
Bedrock-Spieler erscheinen auf deinem Server mit einem Prefix vor ihrem Namen — standardmäßig ein Punkt, also .Steve statt Steve. So können ein Java- und ein Bedrock-Spieler mit demselben Namen nie kollidieren. Praktisch zu wissen für deine Verwaltung:
- Auf einem Whitelist-Server fügst du Bedrock-Spieler mít diesem Prefix hinzu.
- Auch für Permissions und andere Plugins gilt: Der Name mít Prefix ist der echte Spielername.
- Der Prefix lässt sich in der Floodgate-Config anpassen, falls der Punkt mit einem anderen Plugin auf deinem Server kollidiert.
Spielst du selbst auf beiden Editionen? Dann kannst du deinen Bedrock- und deinen Java-Account miteinander verknüpfen, auch Account Linking genannt. Nach der Verknüpfung sieht der Server dich als ein und denselben Spieler — mit demselben Inventar, denselben Permissions und Statistiken — egal ob du dich über PC oder Handy einloggst. Die Verknüpfung regelst du über Floodgate mit einem Link-Befehl im Spiel oder über den globalen Linking-Dienst des GeyserMC-Projekts, der auf mehreren Servern gleichzeitig funktioniert.
Welchen Server brauchst du dafür?
Gute Nachricht: Geyser verlangt keine exotische Hardware. Du betreibst einfach einen Java-Server (zum Beispiel Paper) mit zwei zusätzlichen Plugins. Rechne höchstens mit etwas mehr Speicher- und Prozessorverbrauch, weil Geyser den gesamten Bedrock-Verkehr live übersetzt — bei einer Handvoll Spielern merkst du davon kaum etwas. Bei MC-Node läuft dein Server auf eigener Hardware mit NVMe-Speicher im Previder-Rechenzentrum in Hengelo, DDoS-Schutz inklusive.
Für eine kleine Freundesgruppe reicht schon das Cobblestone-Paket für €0,50 pro Monat; willst du etwas mehr Luft für Plugins und Spieler, ist Iron (€3,30 pro Monat) der logische Schritt. Alle Pakete sind monatlich kündbar, Ausprobieren kostet dich also wenig. Schau dir die Optionen im MC-Node Store an und bring deinen Crossplay-Server noch heute Abend live.