Geld verdienen mit dem Minecraft-Server: was die EULA erlaubt
Ein Server für zwanzig Spieler mit ein paar Plugins kostet schnell zehn Euro im Monat, ein Netzwerk mit Minigames ein Vielfaches davon. Es ist also nur logisch, dass Serverbetreiber ihre Spieler bitten, diese Kosten zu decken. Mojang, der Hersteller von Minecraft, erlaubt das — doch die EULA und die Commercial Usage Guidelines ziehen eine klare Grenze: Du darfst Geld verlangen, solange zahlende Spieler im Spiel keinen Vorteil gegenüber Spielern bekommen, die nicht zahlen. Wer diese Grenze überschreitet, riskiert, dass sein Server aus den Serverlisten fliegt oder eine Aufforderung bekommt, den Shop zu schließen. Dieser Artikel erklärt die Regeln in der Sprache eines Serverbetreibers und zeigt, wie ein Shop aussieht, der innerhalb der Grenzen bleibt.
Der Grundsatz: dasselbe Gameplay für alle
Der Kern der Richtlinien lässt sich einfach zusammenfassen: Jeder, der auf deinem Server spielt, muss Zugang zum selben Gameplay haben. Du darfst also keine Gegenstände, Fähigkeiten oder Vorteile verkaufen, die einen zahlenden Spieler stärker machen als einen nicht zahlenden. Das gilt für Items (ein Diamantschwert im Shop), für Fähigkeiten (Fliegen im Survival, schneller laufen, Extraleben) und für Zugang zu Spielinhalten, die andere nicht erreichen können (eine exklusive Welt mit besserem Loot). Die Richtlinie nennt das "gameplay advantage", und der ist verboten — egal ob du es Spende, Rang oder Paket nennst.
Was erlaubt ist
- Cosmetics. Alles, was rein visuell oder sozial ist: Partikeleffekte, Chatfarben, Präfixe und Suffixe, Namensfarben, Join- und Leave-Nachrichten, Haustiere, die nur mitlaufen, Trails, Hüte und kosmetische Rüstung ohne Werte. Eine Ausnahme: Capes oder alles, was wie ein Minecraft-Cape aussieht, darfst du nicht verkaufen.
- Ränge mit sozialen oder kosmetischen Vorteilen. Ein VIP-Rang darf einen farbigen Namen, ein eigenes Chatpräfix, Zugang zu einem Cosmetics-Menü und ein Dankeschön in der MOTD geben. Sobald ein Rang auch Keep-Inventory, zusätzliche Homes oder ein größeres Claim-Gebiet gibt, ist es ein Gameplay-Vorteil.
- Zugang zum Server als Ganzes. Du darfst einen festen Betrag verlangen, um überhaupt spielen zu dürfen, solange er für alle gleich ist. Eine kostenpflichtige Whitelist für ein kleines SMP fällt darunter.
- Spenden ohne Gegenleistung im Spiel. Ein Dankeschön in Discord oder ein kosmetisches Abzeichen ist in Ordnung.
- Werbung auf deiner Website oder in der Lobby sowie Sponsoring, solange du keine Mojang- oder Minecraft-Marken so verwendest, als wärst du von ihnen freigegeben.
Was nicht erlaubt ist
- Items, Blöcke, Werkzeuge, Waffen oder Rüstung mit besseren Eigenschaften verkaufen.
- Fähigkeiten verkaufen, die im Survival einen Vorteil geben: Fliegen, mehr Gesundheit, schnelleres Abbauen, mehr Homes oder Claims als Gratis-Spieler, kürzere Cooldowns.
- Zugang zu Welten, Dungeons oder Events verkaufen, die bessere Belohnungen bieten, als Gratis-Spieler bekommen können.
- Lootboxen oder Kisten, deren Inhalt Gameplay-Vorteile enthält.
- Ingame-Währung verkaufen, die in der Serverwirtschaft für Items ausgegeben werden kann — das ist über Umwege dasselbe wie Items verkaufen.
- Capes sowie den Namen Minecraft oder Mojang im Servernamen oder Shop so verwenden, dass es aussieht, als stünden sie dahinter.
Die Grauzonen, in denen die meisten Server danebengreifen
Drei Situationen tauchen immer wieder auf. Erstens: "kürzere Wartezeit". Einen zahlenden Spieler in der Warteschlange vorzuziehen ist erlaubt; ein kürzerer Cooldown auf einen Teleport im Survival ist ein Gameplay-Vorteil. Zweitens: "mehr vom Gleichen". Mehr Homes, mehr Claim-Blöcke oder mehr Grundstücke wirken harmlos, sind aber konkrete Vorteile im Spiel. Drittens: Minigames. Auf einem Minigame-Server darfst du Cosmetics und Zugang zu zusätzlichen Spielmodi verkaufen, solange der Modus selbst für zahlende und nicht zahlende Spieler gleich ist. Ein Kit mit besseren Waffen in einem PvP-Modus ist verboten.
Im Zweifel hilft dieser Test: Hätte ein Spieler, der nie zahlt, in einem Kampf oder im Wettlauf um Rohstoffe einen Nachteil durch das, was du verkaufst? Wenn ja, ist es nicht erlaubt.
Einen Shop aufbauen, der funktioniert
Der praktische Aufbau ist inzwischen Standard: ein Webshop-Plugin (Tebex ist das bekannteste), das Käufe über eine Website abwickelt und einen Befehl auf dem Server ausführt, verbunden mit einem Rechte-Plugin wie LuckPerms, das den kosmetischen Rang vergibt. Leg den Shop auf eine Subdomain deiner eigenen Domain, schreib deutlich dazu, dass es sich um kosmetische Artikel handelt, und halte die Preise fair: Ein kosmetischer Rang für fünf Euro verkauft sich öfter als einer für dreißig. Denk auch an das Verbraucherrecht: Ein Kauf durch einen Minderjährigen kann rückgängig gemacht werden, und eine klare Beschreibung dessen, was jemand kauft, verhindert Rückbuchungen.
Ein Rechenbeispiel: Ein Server mit 40 aktiven Spielern, von denen 10 % einen kosmetischen Rang für 5 € kaufen und 3 Spieler monatlich 3 € spenden, bringt 35 € ein. Das deckt einen Server mit 8 bis 12 GB und Plugins locker ab — ohne dass jemand einen Vorteil gekauft hat.
Was du im Shop und auf der Website angibst
Ein paar Sätze verhindern die meisten Probleme. Schreib bei jedem Produkt dazu, dass es ein kosmetischer Artikel oder ein Rang ohne Spielvorteil ist und dass Käufe auf deinem Server gelten und nicht im Spiel selbst. Weise darauf hin, dass dein Server nicht von Mojang oder Microsoft betrieben oder freigegeben ist; die Richtlinien verlangen das ausdrücklich. Nenne eine Kontaktadresse für Rückerstattungen und halte dich an das Fernabsatzrecht, einschließlich des Widerrufsrechts von vierzehn Tagen bei noch nicht gelieferten Käufen. Und trenne den Shop vom Spendenknopf: Eine Spende ist ein Geschenk, ein Kauf ein Kaufvertrag — beides zu vermischen macht bei Rückbuchungen Ärger.
Was passiert, wenn du die Regeln brichst
Mojang setzt die Regeln nicht mit einem Heer von Anwälten durch, sondern über die Community: Serverlisten schließen Pay-to-win-Server aus, Spieler melden sie, und in ernsten Fällen bekommt der Betreiber eine Aufforderung, damit aufzuhören. Für einen wachsenden Server ist es deshalb auch geschäftlich klüger, von Tag eins an innerhalb der Linien zu bleiben; einen Shop später umzubauen bedeutet fast immer verärgerte zahlende Spieler.
Zusammengefasst
- Verkaufe nur, was das Spiel nicht verändert: Aussehen, Chat, sozialer Status.
- Ränge sind in Ordnung, solange sie keine Homes, Claims, Items oder Fähigkeiten geben.
- Keine Capes, keine Ingame-Währung, mit der man Items kaufen kann, keine Lootboxen mit Vorteil.
- Ein fester Eintrittspreis für alle ist erlaubt; Spenden ohne Gegenleistung ebenfalls.
- Nutze einen Webshop mit klaren Beschreibungen und verweise auf die Richtlinien von Mojang.
- Günstiges Minecraft Hosting: worauf es beim Vergleich wirklich ankommt
- Serverregeln und Moderation: die Plugins, die deine Community schützen
Wer seinen Spielern einen guten Server bietet, verdient damit meist genug, um das Hosting zu decken — ohne dass je jemand einen Vorteil kaufen muss. Mehr zum Aufbau einer Community, die bleibt, liest du in unserem Artikel zum Bewerben deines Servers.