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Paper, Spigot, Purpur oder Vanilla: welche Serversoftware?

Paper, Spigot, Purpur oder Vanilla: welche Serversoftware?

Paper ist für die meisten Minecraft-Server die Standardwahl. Es bringt hunderte Leistungs-Patches oberhalb von Spigot mit, hält die TPS und das Laden von Chunks spürbar stabiler und ist vollständig kompatibel mit bestehenden Bukkit- und Spigot-Plugins. Vanilla fährst du nur, wenn du genau das Verhalten willst, das Mojang baut, und keine Plugins brauchst; Purpur ist ein Fork von Paper mit zusätzlichen Konfigurationsoptionen, auf dem sämtliche Paper-Plugins einfach weiterlaufen.

Was macht die Serversoftware eigentlich?

Die Serversoftware ist die JAR-Datei, die deinen Server betreibt. Dieses Programm berechnet die Welt, verwaltet Entities (alle beweglichen Objekte wie Mobs, Items und Loren), lädt Chunks – die Weltabschnitte rund um deine Spieler – und wickelt alles ab, was deine Spieler tun. Mojang liefert dafür eine eigene Vanilla-Server-JAR. Daneben gibt es eine ganze Familie von Forks, also Abspaltungen, die dieselbe Welt berechnen, aber eine Plugin-Schnittstelle darumlegen und die schwersten Codestellen neu schreiben.

Diese Familie beginnt bei Bukkit und führt über Spigot zu Paper, von Paper aus weiter zu Purpur, Pufferfish und Folia. Jeder Schritt ist ein Fork des vorherigen – was du installierst, entscheidet also darüber, welche Plugins laufen und wie sich der Server verhält. Plugins arbeiten ausschließlich auf der Serverseite und bauen auf ansonsten unveränderten Vanilla-Mechaniken auf: Deine Spieler müssen nichts installieren und verbinden sich mit einem ganz normalen Client.

Genau das ist der Unterschied zu Mods. Forge, NeoForge, Fabric und Quilt laden Mods, die tatsächlich neue Blöcke, Items, Mobs und Dimensionen hinzufügen – und die müssen in derselben Version auf dem Server und auf jedem Client liegen. Willst du Create, Cobblemon oder All the Mods fahren, wählst du kein Paper, sondern einen Modloader, und folgst der Erklärung dazu, was ein Modpack ist und wie du es installierst.

Welche Optionen gibt es und worin unterscheiden sie sich?

SoftwareLeistungPlugin-UnterstützungVanilla-TreueUpdate-Tempo
VanillaGrundlage, keine OptimierungenKeine PluginsDer MaßstabSofort am Erscheinungstag, inklusive Snapshots
SpigotBesser als Vanilla, einfache OptimierungenBukkit- und Spigot-PluginsHoch, mit einzelnen AbweichungenFolgt Mojang, aber langsamer als Paper
PaperHunderte Leistungs-Patches oberhalb von Spigot, stabilere TPS und schnelleres Laden von ChunksBukkit, Spigot und PaperWeicht bewusst ab, wo das Leistung bringtSchnell nach einer neuen Minecraft-Version
PurpurWie Paper, plus alles, was du selbst abschaltestAlles, was auf Paper läuftWie Paper, solange du keine Zusatzoptionen einschaltestFolgt Paper, kommt also etwas später
PufferfishWie Paper, abgestimmt auf stark ausgelastete ServerAlles, was auf Paper läuftWie PaperFolgt Paper

Wichtig zu verstehen: Ab Bukkit ist alles nach oben hin kompatibel. Ein Plugin, das für Bukkit geschrieben wurde, läuft auf Spigot, Paper, Purpur und Pufferfish.

Warum ist Paper für die meisten Server die Standardwahl?

Paper macht drei Dinge gleichzeitig gut. Erstens die Leistung: Hunderte Patches oberhalb von Spigot setzen genau dort an, wo ein Server die meiste Zeit verliert, etwa bei der Verarbeitung von Entities und beim Laden von Chunks. Auf derselben Hardware hält Paper die TPS – die Ticks pro Sekunde, also die Rechenschritte des Servers – spürbar stabiler, vor allem bei Lastspitzen: eine Gruppe, die durch unbekanntes Gelände reitet, oder eine Farm, die voll läuft.

Zweitens die Kompatibilität. Paper ist vollständig kompatibel mit Bukkit- und Spigot-Plugins, deine komplette Plugin-Sammlung läuft also einfach weiter. EssentialsX für /home, /tpa und /warp, LuckPerms für Rechte und Ränge, CoreProtect für Protokollierung und das Zurücksetzen von Griefing, also mutwilliger Zerstörung, WorldGuard oder GriefPrevention für den Gebietsschutz: Das läuft alles darauf. Einen Überblick darüber, was du wirklich brauchst, findest du in unserem Artikel über die besten Minecraft-Plugins.

Drittens die Einstellbarkeit. Neben server.properties, der zentralen Einstellungsdatei deines Servers, bekommst du Konfigurationsdateien, in denen du je Welt Dinge wie die View-Distance (die Sichtweite in Chunks), Entity-Grenzen und Spawn-Regeln feinjustierst. Daran drehst du, wenn du einen vollen Server ruhig halten willst; das ist die Grundlage für fast alles in unserer Anleitung zum Optimieren deines Minecraft-Servers. Miss aber erst mit dem Plugin spark, was wirklich Rechenzeit kostet, bevor du anfängst zu schrauben.

Wann wählst du Purpur oder Pufferfish?

Purpur ist ein Fork von Paper, der vor allem zusätzliche Konfigurationsoptionen mitbringt, dazu eine Reihe optionaler Funktionen, die von Haus aus ausgeschaltet sind. Denk an reitbare Mobs und einstellbare Mob-KI. Alles, was auf Paper läuft, läuft auch auf Purpur: Du musst kein einziges Plugin austauschen. Purpur ist also spannend, wenn du das Spielgefühl anpassen willst, ohne dass deine Spieler etwas installieren müssen, oder wenn du Verhalten abschalten willst, für das Paper keinen Schalter hat.

Die Nachteile sind klein, aber echt. Purpur ist ein Fork eines Forks, Aktualisierungen kommen also nach denen von Paper. Du hast außerdem mehr Schalter, die du falsch stellen kannst, und bei einem Fehler fragt dich jeder Plugin-Entwickler zuerst, ob du das Problem auch auf Paper nachstellen kannst. Fährst du Purpur, ohne auch nur eine der Zusatzoptionen zu nutzen, hast du dir Komplexität eingehandelt, ohne etwas dafür zu bekommen.

Pufferfish liegt vom Ziel her zwischen Paper und Purpur: Es richtet sich an Server, die an ihre Grenzen stoßen, lässt die Spielmechanik-Optionen von Purpur aber weg. Eine gute Wahl, wenn du genau weißt, warum du es nimmst – aber keine Standardempfehlung für einen neuen Server.

Wann ist Vanilla die bessere Wahl?

Dazu gehört eine ehrliche Einordnung. Paper holt seine Geschwindigkeit zum Teil daraus, dass es das Vanilla-Verhalten verändert. Manche Mechaniken werden vereinfacht, abgekürzt oder anders getaktet, weil die exakte Vanilla-Umsetzung teuer ist. Den allermeisten Servern fällt davon nichts auf. Baust du aber technische Redstone-Konstruktionen, die auf millisekundengenauem Verhalten beruhen, kann eine Farm, die im Einzelspieler funktioniert, auf Paper anders oder gar nicht laufen. Deshalb fahren Puristen, Redstone-Spieler und technische Gemeinschaften Vanilla.

Vanilla ist außerdem die einzige Option, wenn du sofort auf der allerneuesten Version sitzen willst. Minecraft Java nutzt seit 2026 jahresbasierte Versionsnummern: Nach der 1.21.x-Reihe kam im März 2026 die 26.1 „Tiny Takeover“ und im Juni 2026 die 26.2 „Chaos Cubed“, während 26.3 mit unter anderem dem Dappled-Forest-Biom im dritten Quartal 2026 noch in den Snapshots steckt. Snapshots, also Testversionen vor der Veröffentlichung, fährst du ausschließlich auf Vanilla; die Forks ziehen erst später nach.

Was du mit Vanilla aufgibst, ist alles, was Plugins leisten. Kein /home, keine Ränge, keine Claims, kein Zurücksetzen nach Griefing und keine Live-Karte im Browser. Für eine geschlossene Welt mit Freunden, die einander vertrauen, ist das kein Problem. Für einen öffentlichen Server schon.

Was ist Folia und brauchst du es?

Folia ist ein experimentelles Paper, das die Berechnung auf mehrere Prozessorkerne verteilt und für sehr hohe Spielerzahlen gebaut wurde. Es teilt die Welt in Regionen auf, die parallel berechnet werden. Zwei Dinge musst du wissen, bevor du darüber nachdenkst: Es macht die meisten vorhandenen Plugins unbrauchbar, und es hilft nur, wenn die Aktivität wirklich über die Karte verteilt ist. Hängen alle am Spawn oder in derselben Dimension aufeinander, bringt es dir nichts.

Wie wechselst du von Vanilla oder Spigot zu Paper?

Der Umstieg kostet ein paar Minuten und ist umkehrbar, solange du eine Sicherung hast: Paper liest dieselben Weltdateien und denselben Plugin-Ordner, du fängst also nicht von vorn an.

  1. Lege eine vollständige Sicherung der Welt, des Plugin-Ordners und deiner Konfigurationsdateien an.
  2. Stoppe den Server sauber mit stop in der Konsole, nicht mit einem harten Abschießen des Prozesses.
  3. Lade die Paper-Fassung, die zu deiner exakten Minecraft-Version gehört. Fährst du 1.21, nimm keine JAR für eine andere Version.
  4. Tausche die Serverdatei aus und richte den Startbefehl auf die neue JAR. Bei uns erledigst du diesen Schritt im Pterodactyl-Panel, das zu jedem Minecraft-Hosting bei MC-Node gehört.
  5. Starte einmal hoch und lass den Server die neuen Konfigurationsdateien anlegen. Lies die Konsole von oben nach unten und achte auf Plugins, die nicht laden.
  6. Teste mit einer Handvoll Spielern und miss danach ein paar Tage lang mit spark, bevor du an Einstellungen drehst.

Willst du später doch zurück, nimm diese Sicherung, statt Dateien von Hand zu löschen.

Welche Software passt zu welchem Servertyp?

  • Survival mit Freunden, mit Plugins: Paper. Einfach, schnell, und alles funktioniert.
  • Öffentlicher Server mit Rängen, Claims und Wirtschaft: Paper, mit LuckPerms, EssentialsX, CoreProtect und GriefPrevention obendrauf.
  • Minispiele oder ein Netzwerk hinter einem Proxy: Paper auf den Spielservern.
  • Bedrock-Spieler mit dabei: Paper mit Geyser und Floodgate, damit ein Server beide Editionen bedient.
  • Angepasstes Spielgefühl, ohne dass Spieler etwas installieren: Purpur, um die Zusatzoptionen und Funktionen einzuschalten.
  • Server, der nachweislich an seine Grenze stößt: Pufferfish, nach einer Messung mit spark.
  • Technische Gemeinschaft, Redstone-Community oder Snapshots: Vanilla – und nimm in Kauf, dass Plugins wegfallen.
  • Modpacks wie All the Mods 10 oder Cobblemon: nichts davon. Dann fährst du NeoForge, Forge oder Fabric.

Häufig gestellte Fragen

Laufen meine Spigot-Plugins auf Paper? Ja. Paper ist vollständig kompatibel mit Bukkit- und Spigot-Plugins, deshalb funktionieren EssentialsX, LuckPerms, WorldEdit, WorldGuard und CoreProtect ohne Anpassung. Umgekehrt klappt es nicht: Ein Plugin, das gezielt die Paper-Schnittstelle nutzt, startet auf Spigot nicht.

Ist Purpur schneller als Paper? Nicht automatisch. Purpur ist ein Fork von Paper und erbt damit dieselbe Leistungsgrundlage; der Gewinn kommt aus den zusätzlichen Konfigurationsoptionen, mit denen du selbst Dinge abschalten kannst. Nutzt du diese Optionen nicht, hast du in der Praxis Paper mit einer zusätzlichen Schicht darüber.

Kann ich Mods und Plugins auf demselben Server kombinieren? Paper, Purpur und Spigot laden keine Mods für Forge, NeoForge oder Fabric, und Modloader führen keine Bukkit-Plugins aus. Du entscheidest dich je Server für eine Seite. Willst du neue Blöcke, Items und Mobs, ist das ein Modloader – und dann brauchen alle Spieler dieselben Mods in derselben Version.

Mein Server laggt, muss ich zu Folia wechseln? So gut wie sicher nicht. Folia ist experimentell, macht die meisten vorhandenen Plugins unbrauchbar und hilft nur, wenn deine Spieler wirklich über die Karte verteilt sind. Miss zuerst mit spark, wohin die Zeit geht, und räume Entities und Chunk-Einstellungen auf; das löst die allermeisten Fälle.

Welche Minecraft-Version wähle ich 2026? 1.21 „Tricky Trials“ mit den Trial Chambers, den Vaults und der Mace ist auf deutschen Servern nach wie vor die meistgespielte Version, und dort ist das Plugin-Angebot am ausgereiftesten. Willst du 26.1 oder 26.2 fahren, prüfe zuerst, ob deine wichtigsten Plugins diese Version unterstützen; mit ViaVersion und ViaBackwards lassen sich ohnehin mehrere Client-Versionen gleichzeitig verbinden.

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