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Paper oder Purpur für deinen Minecraft-Server?

Paper oder Purpur für deinen Minecraft-Server?

Betreibst du einen Minecraft-Server mit Plugins, landest du früher oder später bei derselben Frage: Paper oder Purpur? Beide sind kostenlos, beide laufen mit deinen gewohnten Plugins und beide sind schneller als die Standard-Serversoftware von Mojang. Trotzdem sind sie nicht dasselbe — und die Wahl entscheidet vor allem darüber, an wie vielen Schrauben du später drehen kannst.

Die gute Nachricht vorweg: Das ist keine Entscheidung, an die du monatelang gebunden bist. Da die beiden untereinander austauschbar sind, kannst du heute wählen und nächsten Monat problemlos wechseln. Wer aber gleich richtig greift, spart sich einen Migrationsabend.

Wie die beiden zusammenhängen

Ein kurzer Blick auf den Stammbaum. Die offizielle Serversoftware (Vanilla) unterstützt keine Plugins. Deshalb entstand einst Bukkit, später als Spigot weitergeführt, das eine Plugin-API hinzufügte. Paper ist wiederum eine Weiterentwicklung davon, mit vielen zusätzlichen Optimierungen und Bugfixes, und ist inzwischen die Standardwahl für Server mit Plugins. Purpur baut seinerseits auf Paper auf: Alles, was Paper kann, kann Purpur auch, plus ein ordentlicher Stapel zusätzlicher Einstellungen obendrauf.

Wichtig zu wissen: Purpur ist ein Drop-in-Ersatz. Du kannst deine Welt und Plugins ohne Konvertierung von Paper zu Purpur mitnehmen — und auch wieder zurück. Mach aber vorher immer ein vollständiges Backup, das gilt übrigens bei jedem Serverwechsel.

Es gibt in diesem Stammbaum noch mehr Verwandtschaft, etwa Forks, die sich rein auf Performance oder auf Multithreading konzentrieren, aber Paper und Purpur sind die beiden Varianten, denen du in der Praxis mit Abstand am häufigsten begegnest. Deshalb bleiben wir hier bei diesen beiden.

Womit Paper sich seinen Namen gemacht hat

Paper ist nicht ohne Grund so populär geworden. Die wichtigsten Gründe im Überblick:

  • Performance: Paper optimiert unter anderem Chunk-Verarbeitung, Mob-Verhalten und Redstone-Abläufe gegenüber Spigot. Auf einem gut besuchten Server merkst du das sofort an einer stabileren Tickrate.
  • Exploit-Fixes: Viele bekannte Wege, Server zu crashen oder zu missbrauchen, sind in Paper geschlossen — auf einem öffentlichen Server ein riesiger Unterschied.
  • Konfiguration: Paper bringt eigene Config-Dateien mit Dutzenden Zusatzoptionen über die von Spigot hinaus, etwa um Spawn-Verhalten und Welteinstellungen pro Welt anzupassen.
  • Ökosystem: Praktisch alle Plugin-Entwickler testen gegen Paper, und Dokumentation oder Hilfe findest du überall. Kommst du nicht weiter, hatte fast immer schon jemand dasselbe Problem.
  • Update-Tempo: Nach einer neuen Minecraft-Version liefert Paper meist schnell brauchbare Builds, sodass deine Community nicht wochenlang warten muss.

Ein Nachteil gehört dazu: Paper schließt auch Exploits, die technische Spieler gezielt nutzen, etwa bestimmte Duplikations-Tricks. Für einen normalen Survival-Server ist das reiner Gewinn; für eine technische Community, die auf Vanilla-Verhalten baut, kann es ein Dealbreaker sein — wobei sich ein Teil davon über die Konfiguration wieder aktivieren lässt.

Was Purpur zusätzlich mitbringt

Bei Purpur dreht sich alles um eines: Konfigurierbarkeit. Zusätzlich zu allen Paper-Optionen bekommst du eine eigene Config-Datei (purpur.yml) mit Hunderten weiteren Schaltern. Ein paar Beispiele, was damit möglich ist:

  • Mobs reitbar machen, die es normalerweise nicht sind;
  • das Verhalten von Tieren und Monstern pro Typ anpassen, vom Spawn-Verhalten bis zu kleinen Eigenheiten;
  • Villager „lobotomieren“, damit zugebaute Handelshallen weniger Rechenleistung fressen;
  • allerlei kleine Gameplay-Tweaks, die Vanilla und Paper schlicht nicht anbieten, plus etwas zusätzliches Werkzeug für Admins.

Dem steht etwas gegenüber, das du ruhig mit abwägen darfst. Mehr Optionen bedeuten mehr Wege, deinen Server unbemerkt „un-vanilla“ zu machen; wer ohne nachzudenken Schalter umlegt, bekommt Spieler, die sich fragen, warum ihre Farm plötzlich kaputt ist. Das Team hinter Purpur ist außerdem kleiner als das von Paper, und nach einem neuen Minecraft-Release hinkt Purpur logischerweise etwas hinterher, weil es auf das Paper-Update warten muss. Für die meisten Server ist das gut verkraftbar, aber wer immer als Erster auf der neuesten Version sein will, sollte es einkalkulieren.

Performance und Plugin-Kompatibilität

Die ehrliche Antwort auf die Performance-Frage: Der Unterschied ist klein. Purpur erbt die Optimierungen von Paper, und die Zusatzfeatures sind größtenteils standardmäßig deaktiviert. Wechselst du rein wegen der Geschwindigkeit, wirst du wenig merken. Was wirklich den Unterschied macht, sind deine Einstellungen (etwa View-Distance und Mob-Limits), deine Pluginliste und die Hardware, auf der dein Server läuft.

Läuft dein Server jetzt schon nicht rund, erwarte keine Wunder von einem Fork-Wechsel. Finde erst heraus, was deine Tickrate nach unten zieht, zum Beispiel mit einem Profiling-Plugin, und geh die eigentliche Ursache an: Oft ist das ein schweres Plugin, eine ausgeuferte Farm oder schlicht zu wenig Arbeitsspeicher für die Spielerzahl.

Bei der Kompatibilität musst du dir kaum Sorgen machen: Purpur stellt die komplette Paper-API bereit, also läuft praktisch jedes Bukkit-, Spigot- und Paper-Plugin unverändert darauf. Umgekehrt sind Plugins, die speziell Purpur voraussetzen, selten. In der Praxis wechselst du also ohne Plugin-Ärger hin und her.

Von Paper zu Purpur in fünf Schritten

  1. Erstelle ein vollständiges Backup deines Servers, inklusive Welten und Plugin-Ordnern.
  2. Lade den Purpur-Build herunter, der zu deiner Minecraft-Version passt.
  3. Ersetze deine aktuelle Server-Jar durch die Purpur-Jar (oder wechsle den Servertyp in deinem Hosting-Panel).
  4. Starte den Server und prüfe die Logs auf Fehler oder meckernde Plugins.
  5. Geh danach in Ruhe durch die purpur.yml und aktiviere nur bewusst einzelne Dinge.

Dieselben Schritte funktionieren auch in umgekehrter Richtung. Das Einzige, was du bei einer Rückkehr zu Paper verlierst, sind die Purpur-spezifischen Einstellungen; deine Welt, Spielerdaten und Plugins bleiben intakt.

Welcher passt zu deinem Servertyp?

  • Survival mit einer Gruppe Freunde: Paper. Die Zusatzoptionen brauchst du wahrscheinlich nicht, und die Verwaltung bleibt schön einfach.
  • Öffentlicher Community-Server: Paper als solider Standard; Purpur, sobald du merkst, dass du Gameplay anpassen willst, das Paper nicht anbietet.
  • Kreativ-Server und Fun-Konzepte: Purpur. Reitbare Mobs und die vielen Gameplay-Schalter geben deinem Konzept das gewisse Extra.
  • Technische Community mit großen Farmen: Sei kritisch. Beide Forks weichen an Punkten vom Vanilla-Verhalten ab; vertief dich in die Einstellungen, bevor du wählst, und teste deine wichtigsten Farmen auf einer Kopie der Welt.
  • Minigames und Netzwerke: Paper ist die sichere Wahl, von der die meisten Tools und Dokumentationen ausgehen.

Bist du unsicher? Dann fang mit Paper an. Stößt du später auf etwas, bei dem du denkst „könnte ich das doch nur anpassen“, prüfe, ob Purpur dafür eine Option hat — die Chance ist groß, und der Wechsel ist wie gesagt schnell erledigt.

Hosten bei MC-Node

Paper und Purpur laufen beide bestens auf den Minecraft-Servern von MC-Node: eigene Hardware im Previder-Rechenzentrum in Hengelo, NVMe-Speicher und DDoS-Schutz inklusive. Wie viel du brauchst, hängt vor allem von deiner Spielerzahl und deiner Pluginliste ab; mehr Spieler und schwerere Plugins verlangen schlicht nach einem größeren Paket. Ein Auszug aus dem Angebot:

PaketPreis pro Monat
Cobblestone€ 0,50
Stone€ 1,10
Coal€ 2,20
Iron€ 3,30
Redstone€ 5,50
Diamond€ 7,70
Iron - Premium€ 7,50
Diamond - Premium€ 17,50

Alle Pakete sind monatlich kündbar, klein anfangen und später hochskalieren kostet dich also nichts extra. Das komplette Angebot, inklusive der Premium-Linie, findest du im Minecraft-Shop von MC-Node. Den Servertyp zwischen Paper und Purpur wechselst du danach einfach selbst — mit dem Backup vorher, versteht sich.

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