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Ping, Tickrate und Serverstandort: warum Millisekunden zählen

Ping, Tickrate und Serverstandort: warum Millisekunden zählen

Zwanzig Millisekunden oder achtzig: Auf dem Papier ist der Unterschied nichts, im Feuergefecht ist er alles. Ping gehört zu den meistgenannten und am wenigsten verstandenen Begriffen der Gaming-Welt — und Serveradmins treffen deswegen manchmal seltsame Entscheidungen, etwa einen weit entfernten Server zu mieten, weil er ein bisschen günstiger ist. Zeit, die Fakten zu sortieren: was Ping wirklich ist, was die Tickrate damit zu tun hat, wann Millisekunden spürbar werden und warum der Standort deines Servers der größte Hebel ist, an dem du drehen kannst.

Was Ping wirklich ist

Ping ist Rundreisezeit: die Anzahl Millisekunden, die ein Datenpaket braucht, um von deinem PC zum Server zu reisen und wieder zurück. Drückst du eine Taste, muss diese Aktion erst zum Server, und das Ergebnis wieder zu dir — erst dann siehst du den Effekt. Bei 20 ms Ping liegt also mindestens eine Fünfzigstelsekunde zwischen deiner Aktion und der Bestätigung; bei 150 ms schon deutlich über ein Zehntel.

Ein wichtiges Missverständnis: Ping hat nichts mit der Geschwindigkeit deines Internetanschlusses zu tun. Eine Gigabit-Glasfaserleitung ändert nichts an der Reisezeit zu einem weit entfernten Server. Bandbreite ist, wie breit die Straße ist; Ping ist, wie lange die Fahrt dauert.

Warum der Standort der größte Faktor ist

Daten reisen durch Glasfaser mit etwa zwei Dritteln der Lichtgeschwindigkeit — absurd schnell, aber nicht unendlich schnell. Jede tausend Kilometer Entfernung kosten schlicht Reisezeit, und obendrauf kommt die Praxis: Deine Pakete fliegen nicht in gerader Linie, sondern über eine Reihe von Routern und Knotenpunkten (Hops), die jeweils ein wenig Verzögerung hinzufügen. Gegen Physik lässt sich nicht optimieren: Ein Server auf einem anderen Kontinent liefert dir nie den Ping eines Servers um die Ecke, egal welche Einstellung du anpasst.

Deshalb ist der Serverstandort die erste Frage bei der Hosting-Wahl, noch vor Spezifikationen und Preis. Praktisch alle anderen Faktoren kannst du verbessern; Entfernung nicht.

Tickrate: der Herzschlag deines Servers

Während es beim Ping ums Netzwerk geht, geht es bei der Tickrate um den Server selbst. Ein Gameserver berechnet die Welt nicht kontinuierlich, sondern in festen Schritten: Ticks. Minecraft läuft mit 20 Ticks pro Sekunde — alle 50 ms aktualisiert der Server die komplette Welt. Andere Games wählen andere Werte; schnelle Shooter liegen üblicherweise deutlich höher, weil dort jeder Zwischenstand zählt.

Für dich als Spieler oder Admin ist das die wichtigste Erkenntnis: Ping und Tickrate addieren sich. Ein niedriger Ping hilft wenig, wenn der Server seine Ticks nicht schafft — dann fühlt sich trotzdem alles zäh an, so gut deine Verbindung auch ist. Umgekehrt macht ein flott tickender Server einen hohen Ping nicht wett. Trägheit durch einen überlasteten Server löst du mit Optimierung oder einem stärkeren Paket; Trägheit durch Entfernung nur mit einem anderen Standort. Wer Lag-Beschwerden untersucht, muss also zuerst herausfinden, mit welchem von beiden er es zu tun hat.

Wann merkst du Ping? Das unterscheidet sich je Genre

GenrePing-EmpfindlichkeitWarum
Shooter und RennspieleHochTreffen oder verfehlt werden hängt an Sekundenbruchteilen; jede Millisekunde zählt.
Survival und Roleplay (DayZ, FiveM)MittelFeuergefechte sind empfindlich, aber die meiste Zeit läufst, baust und redest du.
Bau- und Sandbox-Games (Minecraft, Terraria)Niedrig bis mittelBlöcke setzen verzeiht viel; nur PvP macht Ping plötzlich wichtig.
Rundenbasiert und AufbauNiedrigDas Spiel wartet sowieso; hoher Ping ist höchstens kosmetisch.

Die Faustregel: Je direkter die Konfrontation zwischen Spielern, desto schwerer wiegt Ping. Ein Bauserver mit gelegentlichem PvP überlebt ein paar Extra-Millisekunden problemlos; ein kompetitiver Shooter nicht.

So misst du deinen Ping

Die meisten Games zeigen deinen Ping einfach an: im Serverbrowser, in der Spielerliste (in Minecraft siehst du mit Tab die Verbindungsbalken) oder über ein Netzwerk-Overlay. Außerdem kannst du von der Kommandozeile aus messen mit ping gefolgt von der Adresse deines Servers. Zwei Anmerkungen: Manche Server beantworten solche Anfragen nicht oder mit niedrigerer Priorität, und Game-Traffic nimmt manchmal eine andere Route — sieh es als Anhaltspunkt, nicht als absolute Wahrheit.

Miss außerdem clever: Teste zu verschiedenen Tageszeiten und teste einmal mit Netzwerkkabel statt WLAN. Überraschend oft entpuppt sich Lag auf dem Server als hakelige WLAN-Verbindung unterm Dach.

Warum ein Server in den Niederlanden ideal für Benelux und DACH ist

Die Niederlande gehören zu den am besten vernetzten Ländern der Welt, mit Amsterdam als einem der größten Internetknoten Europas. Die Server von MC-Node laufen auf eigener Hardware mit NVMe-Speicher im Previder-Rechenzentrum in Hengelo — einen Steinwurf von der deutschen Grenze entfernt. Für Spieler aus den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeutet das kurze Routen und damit niedrigen Ping, egal ob du einen Minecraft-Server (ab € 0,50 pro Monat) oder einen FiveM-Server betreibst. Eine deutsche oder niederländische Community hat mit einem Server in der eigenen Region schlicht die besten Karten.

Die versteckten Faktoren: Routing und DDoS

Entfernung ist der größte Faktor, aber nicht der einzige. Routing bestimmt, welchen Weg deine Pakete tatsächlich nehmen, und das ist nicht immer der kürzeste; ein Provider mit mäßigen Verbindungen kann einen geografisch nahen Server trotzdem langsam machen. Und dann ist da DDoS: Ein Angriff muss deinen Server nicht lahmlegen, um deine Spieler zu treffen — schon bei einem bescheidenen Angriff schießen die Pings in die Höhe und Spieler fangen an zu rubberbanden. Deshalb ist ernsthafter, permanent aktiver DDoS-Schutz kein Luxus, sondern Grundausstattung; bei MC-Node ist er standardmäßig dabei (so funktioniert unser DDoS-Schutz).

Wann lohnt sich ein zweiter Standort?

Wächst deine Community international, kommt die Frage von selbst: Muss ein zweiter Server her, näher an den anderen Spielern? Bleib da nüchtern. Innerhalb Europas sind die Unterschiede meist klein genug, um bei einem zentralen Standort zu bleiben; der große Unterschied entsteht erst bei Spielern auf anderen Kontinenten. Und ein zweiter Server bedeutet auch eine geteilte Community, doppelte Verwaltung und doppelte Kosten. Die Reihenfolge lautet also: erst messen, woher deine Spieler wirklich kommen und welchen Ping sie haben, dann investieren. Oft erweist sich ein gut gelegener Server mit ordentlichem Routing und DDoS-Schutz als die bessere Wahl — und für Spieler in Benelux und DACH ist das ein Server in den Niederlanden.

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