Rust-Wipes: den richtigen Zeitplan wählen und automatisieren
Wipes sind vielleicht das meistdiskutierte Thema unter Rust-Serveradmins, und das nicht ohne Grund: Dein Wipe-Zeitplan bestimmt zu einem großen Teil, wer auf deinem Server spielt und wie lange die Leute bleiben. Wählst du falsch, leert sich dein Server. Wählst du richtig und kommunizierst klar, wird jeder Wipe-Tag zum vollsten Tag der Woche oder des Monats.
Hier liest du, warum Wipes zu Rust gehören, was der Unterschied zwischen einem Map-Wipe und einem Blueprint-Wipe ist, wie du einen Zeitplan wählst, der zu deinen Spielern passt, und wie du den ganzen Prozess automatisierst, damit du nicht an jedem Wipe-Tag selbst am Rechner sitzen musst.
Warum Wipes zu Rust gehören
Wer gerade erst mit Serveradministration anfängt, findet es seltsam: die ganze Arbeit der Spieler wegwerfen? Trotzdem sind Wipes essenziell, aus drei Gründen.
- Die Map verstopft. Nach ein paar Wochen ist die Karte voller Basen, verlassener 2x1-Steinbuden und Mauern von Clans, die längst weg sind. All diese Objekte muss der Server verwalten, und das merkst du: Je voller die Map, desto schwerer hat es der Server.
- Neue Spieler haben keine Chance. Wer mitten im Zyklus einsteigt, startet mit einem Speer gegen Clans in Voll-Metall-Gear hinter drei Mauern. Ohne Wipes kommt schlicht niemand Neues mehr dazu.
- Das Spiel ist darauf ausgelegt. Die Spannung von Rust liegt in der Progression: nackt am Strand starten, am Ende eine raidbare Endbase besitzen. Dieser Bogen funktioniert nur, wenn er ab und zu neu beginnt.
Die Kehrseite gibt es auch: Bei jedem Wipe verlierst du Spieler, die gerade eine schöne Base stehen hatten und keine Lust auf einen Neuanfang haben. Deshalb ist der Kern guter Wipe-Politik nicht "so selten wie möglich wipen", sondern vorhersehbar wipen, damit Spieler wissen, woran sie sind.
Map-Wipe oder Blueprint-Wipe: zwei Arten von reinem Tisch
Es gibt zwei Arten von Wipes, und der Unterschied ist wichtig dafür, wie hart sich der Reset anfühlt.
Bei einem Map-Wipe wird die Karte neu generiert. Alle Basen, gelagerten Items und platzierten Objekte verschwinden; oft wählst du gleich einen neuen Seed, sodass auch Terrain und Monumente anders liegen. Was Spieler gelernt haben, bleibt jedoch erhalten.
Bei einem Blueprint-Wipe (BP-Wipe) werden genau diese gelernten Blueprints gelöscht. Spieler müssen alle Gegenstände neu freischalten, über den Tech Tree oder gefundene Blueprints. Das ist ein viel tieferer Reset: Nicht nur deine Sachen sind weg, sondern auch dein Fortschritt.
In der Praxis kombinieren die meisten Server das so: Die Map wird bei jedem Wipe zurückgesetzt, Blueprints deutlich seltener, zum Beispiel einmal im Monat. So bleibt jeder Wipe frisch, ohne dass Spieler jedes Mal ihre komplette Progression verlieren. Server, die bei jedem Wipe auch die BPs löschen, gibt es ebenfalls, aber die ziehen vor allem hartgesottene Spieler mit viel Zeit an.
Weekly, Biweekly oder Monthly: so entscheidest du
Es gibt keinen "besten" Zeitplan, nur einen, der zu deiner Zielgruppe passt oder nicht. Das sind die gängigen Varianten:
| Zeitplan | Für wen | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Weekly | Hardcore-PvP-Spieler, Clans | Jede Woche ein Frischstart und ein volles Wipe-Wochenende | Casuals springen ab; Basen fühlen sich wie Wegwerfware an |
| Biweekly | Der goldene Mittelweg | Genug Zeit für eine richtige Base, trotzdem regelmäßig frisches Blut | Woche zwei ist oft spürbar ruhiger |
| Monthly | Bauer, Casuals, entspannte Communities | Passt nahtlos zum Force Wipe; Projekte bekommen Zeit | In den letzten anderthalb Wochen kann sich der Server leeren |
Zwei ehrliche Anmerkungen. Erstens: Das Ende eines Zyklus ist auf praktisch jedem Server ruhiger, egal welchen Zeitplan du wählst; das gehört dazu. Zweitens: Wechsle nicht ständig den Zeitplan. Spieler planen ihre Spielzeit rund um deine Wipes, und nichts vertreibt sie schneller als ein unangekündigter oder verschobener Wipe.
Force Wipe: der erste Donnerstag im Monat
Einen Wipe wählst du nicht selbst. Am ersten Donnerstag des Monats veröffentlicht Facepunch das monatliche Update, und das erzwingt auf jedem Server einen Map-Wipe, auch auf deinem. Das nennt sich Force Wipe. Das Update rollt meist am frühen Abend mitteleuropäischer Zeit aus, wobei sich der genaue Zeitpunkt von Monat zu Monat etwas verschieben kann. Blueprints werden beim Force Wipe standardmäßig nicht gelöscht; ganz selten erzwingt Facepunch auch einen BP-Wipe, und das wird dann vorab angekündigt.
Für deinen Zeitplan heißt das: Der Force Wipe ist dein Anker.
- Monthly-Server wipen schlicht am ersten Donnerstag und sonst nie. Schön übersichtlich.
- Biweekly-Server wipen beim Force Wipe und noch einmal zur Halbzeit, meist zwei Wochen später am selben Tag zur selben Uhrzeit.
- Weekly-Server wipen jede Woche zu einem festen Zeitpunkt, wobei der Force Wipe einen dieser wöchentlichen Wipes ersetzt.
Plane deine eigenen Wipes also nie direkt vor einen Force Wipe: Zwei Resets in drei Tagen sind der schnellste Weg, Spieler zu frustrieren.
Wipes automatisieren statt deswegen wachzuliegen
Manuell wipen bedeutet: am Wipe-Tag bereitsitzen, Server stoppen, Dateien löschen, Seed anpassen, updaten, starten und hoffen, dass alles läuft, während deine Community in Discord "WANN WIPE" spammt. Das geht schlauer. Über dein Server-Panel richtest du es größtenteils automatisch ein:
- Mach zuerst ein Backup. Geht während des Wipes etwas schief, kannst du jederzeit zurück. Ein Backup von kurz vor dem Wipe ist auch praktisch, wenn du später etwas nachschlagen willst.
- Plane den Wipe zu einer festen Uhrzeit. Mit geplanten Aufgaben im Panel stoppst du den Server, löschst die Map- und Save-Dateien und startest ihn wieder, jeden Zyklus zum exakt gleichen Zeitpunkt.
- Wechsle den Seed. Ein neuer Seed pro Wipe hält die Map spannend. Manche Admins wählen den Seed lieber von Hand, um eine schöne Karte auszusuchen; auch gut, solange es vor der Wipe-Zeit bereitsteht.
- Vergiss das Update nicht. Gerade beim Force Wipe muss das Server-Update installiert sein, bevor du wieder hochfährst, sonst können Spieler nicht verbinden. Nutzt du Plugins oder ein Framework wie Oxide, rechne damit, dass die nach einem großen Update manchmal einen Tag brauchen, bis sie aktualisiert sind.
Teste deine Wipe-Routine einmal in Ruhe außerhalb der Stoßzeiten, dann weißt du sicher, dass am echten Wipe-Tag alles von allein läuft.
Kommuniziere deinen Zeitplan und wähle einen Server, der es packt
Der beste Wipe ist ein angekündigter Wipe. Platziere deinen Zeitplan an drei Stellen: im Servernamen oder in der Beschreibung (danach filtern Spieler wirklich), in deinem Discord mit einer festen Ankündigung einen Tag vorher, und als Nachricht im Spiel selbst kurz vor dem Wipe. Erwähne immer, ob auch Blueprints gelöscht werden; das entscheidet für viele Spieler darüber, ob sie wiederkommen oder nicht.
Zum Schluss die Hardware-Seite: Ein Rust-Server ist deutlich anspruchsvoller als der durchschnittliche Gameserver, und gerade der Wipe-Moment ist der stressigste, weil alle gleichzeitig auf eine frische Map einloggen. Bei MC-Node laufen Rust-Server deshalb auf eigener Hardware mit NVMe-Speicher und DDoS-Schutz im Previder-PDC2-Rechenzentrum in Hengelo. Die Pakete reichen von Explorer (€12 pro Monat) über Researcher (€15), Maintainer (€18) und Veteran (€21) bis Chief (€24 pro Monat). Für eine kleine Map mit einer Handvoll Freunde kommst du mit den Einstiegspaketen aus; willst du eine größere Map mit ordentlich Pop betreiben, wähle großzügiger, denn zu wenig Arbeitsspeicher merkst du bei Rust sofort. Alles ist monatlich kündbar, du kannst also klein anfangen und mit deiner Community mitwachsen. Schau dir die Pakete auf mc-node.net/store/rust an und richte deinen Wipe-Zeitplan noch heute Abend ein.