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Was ist ein vCore? So vergleichst du VPS-CPUs fair

Was ist ein vCore? So vergleichst du VPS-CPUs fair

Was ist ein vCore? Bei den meisten Anbietern ist ein vCore, auch vCPU genannt, ein Thread eines physischen Prozessorkerns, den der Hypervisor für dich einplant, kein ganzer Kern. Wie viel Arbeit so ein vCore schafft, hängt vom Prozessor dahinter ab: Zwei vCores auf einem Xeon aus 2014 sind etwas anderes als zwei vCores auf einem aktuellen Ryzen 9.

Was ist ein vCore? Kern, Thread und vCPU im Überblick

In VPS-Angeboten gehen vier Begriffe durcheinander. So hängen sie zusammen:

  • Kern: eine physische Recheneinheit auf dem Prozessor. Ein Serverprozessor hat heute oft 16 oder mehr davon.
  • Thread: Mit SMT (Simultaneous Multithreading, bei Intel Hyper-Threading) führt ein Kern zwei Threads gleichzeitig aus. Ein Prozessor mit 16 Kernen hat dann 32 Threads. Die beiden Threads eines Kerns teilen sich allerdings die Recheneinheiten und den Cache dieses Kerns.
  • vCPU oder vCore: ein virtueller Prozessor, den der Hypervisor deinem VPS gibt. Es sind zwei Namen für dasselbe. Bei den meisten Anbietern steht ein vCore für einen Thread.
  • Logischer Prozessor: So nennt Windows jeden Thread oder vCore, den es sieht; Linux spricht von CPUs. Ein VPS mit 4 vCores sieht 4 Prozessoren.

Bei vCore vs Kern ist der vCore also meist die kleinere Einheit. Zwei Threads auf einem Kern leisten zusammen mehr als ein Thread, aber nicht das Doppelte, denn sie teilen sich denselben Kern. „2 vCores“ heißt deshalb nicht „2 vollständige Kerne“.

Schema was ist ein vCore: Ein physischer Kern führt mit SMT zwei Threads aus, die der Hypervisor als vCores an deinen VPS gibt
Ein vCore ist meist ein Thread eines physischen Kerns, eingeplant vom Hypervisor.

Warum „2 vCores“ nicht überall dasselbe sind

Zwei Angebote mit „2 vCores“ können weit auseinanderliegen. Was ein vCore pro Sekunde leistet, hängt vom Prozessor ab: wie hoch er taktet und wie viel Arbeit die Architektur pro Taktzyklus erledigt. Bei unseren eigenen Einstiegspaketen sieht man das gut:

LinieProzessorMaximaler TaktArbeitsspeicher2 vCores ab
Günstiger VPSIntel Xeon E5-2699 v3bis 3,6 GHzDDR42,00 € im Monat (1 GB)
KVM-VPSAMD EPYC 7443Pbis 4,0 GHzDDR43,40 € im Monat (2 GB)
Premium-VPSAMD Ryzen 9 9950X*bis 5,7 GHzDDR55,00 € im Monat (2 GB)

Alle drei haben 2 vCores, aber zwischen dem Xeon aus 2014 und dem Ryzen 9 liegen fast zehn Jahre Prozessorentwicklung. Der maximale Takt ist allerdings ein Spitzenwert: laut AMD die Frequenz, die ein Kern bei kurzer Last auf einem Thread erreicht. Unter Volllast liegt er niedriger, bei jedem Prozessor.

Vergleichst du VPS-Angebote, achte auf vier Dinge:

  1. Das Prozessormodell. Steht es nicht dabei, weißt du eigentlich nicht, was du kaufst.
  2. Die Generation. Eine neuere Architektur schafft in der Regel mehr pro Taktzyklus.
  3. Geteilt oder fest. Geteilte vCores sind günstiger, feste Kerne sind immer für dich frei.
  4. Der Arbeitsspeicher dazu. Oft geht der RAM eher aus als die Rechenleistung.

* oder AMD Ryzen 9 7950X3D, je nach Node.

Geteilt oder fest: was geteilte vCores bedeuten

Bei einem VPS teilst du die physischen Kerne mit anderen VPS auf demselben Node. Der Hypervisor plant die vCores aller VPS auf den verfügbaren Threads ein. Solange Platz ist, merkst du davon nichts. Wollen viele VPS gleichzeitig volle Rechenleistung, muss dein vCore manchmal kurz warten.

Diese Wartezeit heißt Steal Time. Du siehst sie in top als Wert st in der Zeile %Cpu(s); die Anleitung von top beschreibt sie als „time stolen from this vm by the hypervisor“. Ab und zu ein paar Prozent sind auf geteilter Hardware normal. Bleibt sie hoch, während deine eigene Last gleich bleibt, konkurrierst du spürbar um Rechenzeit.

Bei einem VDS ist das anders: Dort sind die Kerne fest dir zugewiesen. Das kostet mehr, der VDS mit festen Kernen beginnt bei 28,00 € im Monat für 2 feste Kerne und 8 GB, aber deine Rechenleistung hängt dann nicht von anderen ab. Den Unterschied liest du in VDS gegen VPS: Was bedeutet „dediziert“ wirklich?, und wann sich der Wechsel lohnt, in Von VPS zu VDS: wann ist es Zeit für den Wechsel?

Wie viele vCores brauchst du?

Mehr vCores helfen nur, wenn deine Software sie nutzen kann. Unser Rat, mit den Arbeitsspeicher-Empfehlungen unserer Shopseiten dazu:

  • Website, Discord-Bot, VPN oder Monitoring: 2 vCores sind reichlich, denn solche Software wartet vor allem. Das kleinste Paket jeder Linie hat 2, und der günstige VPS ab 2,00 € reicht hier oft aus.
  • Ein Minecraft-Server: Der Welt-Tick läuft auf einem Hauptthread, also geht Tempo pro Kern vor Anzahl. 2 vCores funktionieren für einen kleinen Server, 4 vCores geben Luft für das Laden von Chunks, die Garbage Collection und Plugins. Arbeitsspeicher: ab 4 GB, mit Mods ab 8 GB.
  • FiveM: bis 64 Slots 8 bis 16 GB. Nimm 4 vCores, wenn auch eine Datenbank auf demselben VPS läuft.
  • Mehrere Server auf einem VPS: Rechne pro schwerem Server etwa einen schnellen vCore für die Hauptschleife, plus etwas für das System, und zähl den Arbeitsspeicher zusammen. 6 vCores mit 16 GB auf dem Premium-VPS (28,00 € im Monat) sind dann ein logischer Startpunkt.
  • Windows Server: Windows selbst braucht mehr als ein schlankes Linux. Rechne mit mindestens 4 GB und lieber 4 vCores. Windows geht auf dem KVM-VPS, dem Premium-VPS und dem VDS, nicht auf dem günstigen VPS; eine Lizenz ist nicht enthalten.

Für alles, bei dem das Tempo eines Kerns die Grenze ist, wählst du den Premium-VPS mit Ryzen 9. Bist du unsicher, welche Linie zu deinem Projekt passt, lies Welchen VPS wählen?

So prüfst du, was du bekommst

Nach der Bestellung prüfst du in einer Minute, was dein VPS sieht. Melde dich per SSH an (siehe Wie verbinde ich mich per SSH mit meinem VPS?) und führe aus:

nproc
lscpu | grep -E "^CPU\(s\)|Thread\(s\) per core|Model name"
top
  • nproc gibt die Zahl der Prozessoren aus, die dein VPS nutzen kann. Sie sollte deiner Zahl an vCores entsprechen.
  • lscpu zeigt die Zahl der CPUs und oft das Modell. Laut der Anleitung von lscpu können die Kerne pro Sockel auf virtueller Hardware abweichen; zähl also nach CPU(s), nicht nach der Topologie.
  • In top drückst du 1, um jeden vCore einzeln zu sehen, mit der Steal Time pro Zeile unter st.

Unter Windows Server öffnest du den Task-Manager, Registerkarte Leistung, Bereich CPU. Dort steht, wie viele (virtuelle) Prozessoren Windows sieht.

Wann mehr vCores nicht helfen

Das klassische Missverständnis: Der Server laggt, also müssen mehr vCores her. Schau zuerst in htop. Steht ein vCore auf 100 %, während die anderen wenig tun, wartet dein Server auf das Tempo eines Kerns. Mehr vCores ändern daran nichts, ein schnellerer Kern schon. Warum das so ist, liest du in Ryzen oder EPYC für deinen Gameserver?

Sind dagegen alle vCores voll ausgelastet, brauchst du mehr davon. Innerhalb einer Linie wechselst du im Kundenbereich auf ein größeres Paket und zahlst die Differenz für den Rest deines Zeitraums. Willst du in eine andere Linie, etwa vom KVM-VPS zum Premium-VPS, melde dich vorher bei uns und rechne damit, dass du deinen Server umziehst.

Ist der Arbeitsspeicher voll oder die Steal Time hoch, liegt die Ursache woanders und zusätzliche vCores helfen ebenso wenig. Wie du das herausfindest, steht in vServer langsam oder Lags? So findest du in 10 Minuten die Ursache.

Häufige Fragen

Was ist ein vCore, und was ist der Unterschied zu einem Kern?

Ein vCore (oder vCPU) ist ein virtueller Prozessor, den der Hypervisor deinem VPS gibt. Bei den meisten Anbietern steht ein vCore für einen Thread eines physischen Kerns, und mit SMT führt ein Kern zwei Threads aus. Ein vCore ist also meist weniger als ein ganzer Kern.

Ist eine vCPU dasselbe wie ein vCore?

Ja. vCPU und vCore sind zwei Namen für denselben virtuellen Prozessor; welchen Namen ein Anbieter verwendet, ist Gewohnheitssache. Wichtiger als der Name ist, welcher Prozessor dahintersteckt und ob die vCores geteilt oder fest sind.

Wie viele vCores brauche ich für einen Minecraft-Server?

Für einen Server reichen 2 vCores für den Anfang, 4 vCores sind komfortabel. Der Welt-Tick läuft auf einem Hauptthread, deshalb zählt das Tempo pro Kern mehr als die Anzahl. Rechne beim Arbeitsspeicher mit mindestens 4 GB, mit Mods 8 GB und für große Modpacks 12 GB.

Was bedeutet Steal Time?

Steal Time ist die Zeit, in der deine vCPU bereit zum Rechnen war, aber warten musste, weil der Hypervisor den physischen Prozessor für etwas anderes nutzte. Du siehst sie in top als Wert st. Bleibt sie dauerhaft hoch, konkurrierst du um Rechenzeit, und ein VDS mit festen Kernen kann die Lösung sein.

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