CoreProtect: Griefing rückgängig machen und Täter finden
CoreProtect protokolliert jede Blockänderung, jede Container-Bewegung und jede Interaktion samt Spieler, Zeitpunkt und Koordinaten. So siehst du im Nachhinein, wer was gemacht hat, und drehst es mit einem einzigen Befehl zurück. Mit /co i schaltest du den Inspect-Modus ein und klickst einen Block an, um seine Geschichte zu lesen; mit /co rollback u:Spieler t:2d r:20 machst du rückgängig, was dieser Spieler in den letzten zwei Tagen im Umkreis von zwanzig Blöcken angerichtet hat. Ein Backup ersetzt es nicht: CoreProtect dreht die Aktionen eines Spielers zurück, ein Backup setzt deine Welt auf einen Zeitpunkt zurück. Du willst beides haben.
Was protokolliert CoreProtect eigentlich?
CoreProtect ist ein serverseitiges Plugin für Paper, Purpur oder Spigot. Spieler müssen dafür nichts installieren. Es gehört zu den Kern-Plugins, die dir auf praktisch jedem ernsthaft betriebenen Server begegnen, neben EssentialsX, LuckPerms und WorldGuard.
Was im Protokoll landet, geht deutlich über Blöcke hinaus:
- Blöcke setzen und abbauen, inklusive dem, was eine Explosion, Feuer oder ein Kolben verschoben hat
- Container: wer welche Gegenstände aus einer Truhe, einem Ofen oder einem Trichter genommen oder hineingelegt hat
- Interaktionen: Türen, Falltüren, Knöpfe, Druckplatten und das Öffnen von Containern
- Chat, ausgeführte Befehle und Sitzungen: wer sich wann ein- und ausgeloggt hat
- Getötete Kreaturen und Objekte wie Rüstungsständer, Rahmen und Haustiere
Was es nicht protokolliert, ist mindestens genauso wichtig: das Inventar, das ein Spieler am Körper trägt, Erfahrungspunkte, Fortschritte und Daten, die andere Plugins selbst verwalten, etwa ein Wirtschaftsguthaben oder einen Claim. Und es verhindert nichts: Es ist eine Kamera, kein Schloss. Willst du Griefing von vornherein unterbinden, brauchst du WorldGuard oder GriefPrevention.
Wie funktioniert der Inspect-Modus?
Der Inspect-Modus ist dein Werkzeug, um eine Meldung zu untersuchen, ohne etwas zu verändern: einschalten, an der beschädigten Stelle herumklicken und im Chat nachlesen, wer dort war.
- Tippe
/co i(oder ausgeschrieben/co inspect). Du bekommst eine Bestätigung im Chat. - Linksklick auf einen Block, der noch steht: Du siehst, wer ihn gesetzt hat oder wer den vorherigen Block entfernt hat, und wie lange das her ist.
- Linksklick auf die Stelle, an der etwas verschwunden ist: Du liest die Geschichte genau dieser Position.
- Rechtsklick auf einen Block: Du bekommst die Geschichte des Feldes daneben.
- Rechtsklick auf eine Truhe, einen Ofen oder einen Trichter: Du bekommst das Container-Protokoll, Zeile für Zeile, mit einem Plus oder Minus pro Gegenstand.
- Tippe
/co ierneut, um den Modus wieder auszuschalten. Solange er aktiv ist, baust und setzt du nichts.
Neben dem Anklicken gibt es zwei Suchbefehle. /co near zeigt, was vor Kurzem in einem kleinen Umkreis um dich herum passiert ist – ideal, wenn jemand ruft, dass etwas fehlt. /co lookup u:Name t:1d r:10 durchsucht das Protokoll nach Spieler, Zeitraum und Radius; mit /co l 2 springst du auf die nächste Seite. Mach das immer vor einem Rollback, denn die Suchanfrage, die du hier zusammenbaust, ist exakt der Rollback, den du gleich ausführst.
Wie machst du Griefing mit /co rollback rückgängig?
Ein Rollback nutzt dieselben Parameter wie ein Lookup: Was die Suche anzeigen würde, wird zurückgedreht. Deshalb suchst du zuerst – dann siehst du, wie viele Zeilen du überhaupt anfasst.
| Parameter | Was er bewirkt |
|---|---|
u:Name | Beschränkt auf einen Spieler. Mehrere gehen mit Komma: u:Steve,Alex |
t:2d | Wie weit zurück in der Zeit. Kombinieren ist erlaubt: t:1d6h |
r:20 | Radius in Blöcken um dich herum. Ohne r: gilt der Standardradius aus der Konfiguration |
a:block | Nur Blockänderungen. Ebenfalls gebräuchlich: a:container, a:click, a:kill, a:chat, a:command, a:session |
b: und e: | Gezielt auf Blöcke filtern oder sie ausschließen: b:diamond_ore, e:stone |
#preview | Zeigt das Ergebnis nur dir selbst, ohne die Welt zu verändern |
Die Reihenfolge ist immer dieselbe. Suche zuerst mit /co l u:Griefer t:6h r:50, sieh es dir notfalls mit angehängtem #preview an und führe danach dieselbe Zeile als Rollback aus. Geh zum Schluss durch das Gebiet und prüfe, ob nichts stehen geblieben ist.
Dreh niemals nur nach Radius zurück, wenn du den Täter kennst:/co rollback t:6h r:50ohneu:entfernt auch das, was andere Spieler dort in denselben sechs Stunden völlig legal gebaut haben – und das merkst du erst, wenn sich jemand beschwert.
Rollback oder Restore: Wo liegt der Unterschied?
Ein Rollback macht protokollierte Aktionen rückgängig. Ein Restore führt genau dieselben Aktionen noch einmal aus. Restore ist also kein Knopf, um deine Welt wiederherzustellen, sondern die Rückgängig-Taste für deinen eigenen Rollback.
Konkret: Hat ein Spieler drei Stunden lang ein Wohnviertel abgerissen, dann räumt /co rollback u:Spieler t:3h r:40 diesen Abriss weg und die Häuser stehen wieder. Stellt sich hinterher heraus, dass du zu großzügig gefiltert hast und die Hälfte davon legitimer Rückbau war, dann setzt /co restore u:Spieler t:3h r:40 die Lage wieder so, wie sie vor deinem Eingriff war. Voraussetzung ist, dass du dieselben Filter verwendest: Drehst du mit t:3h zurück und stellst mit t:6h wieder her, erwischst du mehr, als du wolltest.
Wie viel Protokollierung brauchst du wirklich?
Genau hier laufen CoreProtect-Server aus dem Ruder. Standardmäßig protokolliert das Plugin sehr viel: Jeder Wasserfluss, jedes verrottende Blatt und jeder wachsende Baum ist eine eigene Zeile, und auf einem gut besuchten Survival-Server wächst die Datenbank dadurch rasant. Nützlich ist das selten, denn bei Griefing schaust du darauf, wer etwas gesetzt oder abgebaut hat.
Geh deshalb einmal plugins/CoreProtect/config.yml durch und schalte alles ab, was du ohnehin nie nachschlägst. leaf-decay, tree-growth und liquid-tracking sind sichere Kandidaten, auf manchen Servern zusätzlich hopper-transactions, denn das schlägt richtig zu Buche, sobald Spieler große Sortieranlagen bauen. Anlassen solltest du das Setzen und Abbauen von Blöcken, Container-Transaktionen, Explosionen und Sitzungen. Damit deckst du praktisch jeden Griefing-Fall ab.
Purge: Wie hältst du die Datenbank klein?
Die zweite Hälfte ist das Aufräumen. Mit /co purge t:30d wirfst du alles weg, was älter als dreißig Tage ist. Für die meisten Server ist das eine gute Grenze: Griefing wird fast immer innerhalb weniger Tage gemeldet, und was nach einem Monat niemandem aufgefallen ist, drehst du sowieso nicht mehr zurück. Auf einem kleinen Whitelist-Projekt darfst du großzügiger sein.
Plane einen Purge außerhalb der Stoßzeiten: Er arbeitet die komplette Tabelle durch, dauert seine Zeit und braucht kurzfristig zusätzlichen Speicherplatz. Neuere Versionen erledigen das auf Wunsch regelmäßig von selbst, prüf also zuerst deine config.yml. CoreProtect läuft standardmäßig auf SQLite, was für einen einzelnen Server völlig reicht; MySQL wird vor allem dann interessant, wenn mehrere Server in einem Netzwerk hängen. Am meisten bringt schneller Speicher, denn auf NVMe merkst du vom Protokollieren selbst so gut wie nichts. Mehr dazu in unserem Artikel über das Optimieren deines Minecraft-Servers.
Warum ist CoreProtect kein Backup?
Dieses Missverständnis kostet regelmäßig ganze Welten. CoreProtect kennt nur das, was es selbst gesehen hat: Aktionen von Spielern, mit Zeitstempel. Ein Backup kennt den kompletten Weltordner so, wie er zu einem bestimmten Zeitpunkt auf der Platte lag. Zwei Werkzeuge für zwei Arten von Ärger.
| Frage | CoreProtect-Rollback | Backup einspielen |
|---|---|---|
| Was wird wiederhergestellt | Die Aktionen eines oder mehrerer Spieler, filterbar nach Zeit und Gebiet | Die komplette Welt zu einem einzigen Zeitpunkt |
| Trifft es auch andere | Nein, wenn du auf u: filterst | Ja, alles nach diesem Zeitpunkt ist weg |
| Gut geeignet für | Griefing, Diebstahl aus Truhen, ein Fehlgriff eines Admins | Kaputte Chunks, misslungenes Update, gelöschte Dateien |
| Server-Stopp nötig | Nein | Meistens kurz ja |
| Hilft nicht bei | Kaputten Weltdateien oder beschädigten Plugin-Daten | Einen einzelnen Spieler zurückdrehen, ohne die anderen zu treffen |
Nimmt eine Welt nach einem Versionswechsel Schaden, hat CoreProtect nichts, was es zurückdrehen könnte. Umgekehrt gilt: Spielst du ein Backup von gestern Abend ein, weil ein einziger Spieler einen Turm abgerissen hat, verlieren alle anderen ebenfalls einen Abend Arbeit. Deshalb solltest du beides haben. Automatische Backups sind beim Minecraft-Hosting von MC-Node standardmäßig dabei, zusammen mit NVMe-Speicher und dem Pterodactyl-Panel.
Wann brauchst du CoreProtect nicht?
Auf einem reinen NeoForge-, Forge- oder Fabric-Server läuft es schlicht nicht. Plugins bauen auf Bukkit auf und funktionieren nur unter Paper, Purpur oder Spigot; ein Modpack wie All the Mods 10 läuft auf NeoForge mit Minecraft 1.21.1 und lädt kein einziges Plugin. Spielst du so ein Pack, verlässt du dich auf deine Backups und auf den Schutz, den das Pack selbst mitbringt. Wie diese Welten aufgebaut sind, liest du in unserer Erklärung zu Modpacks und ihrer Installation.
Auf einem geschlossenen Server mit fünf Freunden, die sich gegenseitig vertrauen, ist der Gewinn klein; das Plugin kostet dich dann vor allem Speicherplatz. Trotzdem installieren die meisten Betreiber es dennoch: Läuft es nicht genau in dem Moment, in dem du es brauchst, gibt es hinterher nichts zu untersuchen. Nachträglich einschalten hilft nicht.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich einen Rollback rückgängig machen? Ja. Führe /co restore mit exakt denselben Parametern aus wie den Rollback, also mit demselben u:, t: und r:. Weichst du bei Zeitraum oder Radius ab, stellst du mehr oder weniger wieder her, als du zurückgedreht hast. Teste große Aktionen zuerst mit #preview.
Wie weit zurück kann CoreProtect drehen? Genau so weit, wie deine Datenbank reicht. Purgest du monatlich mit /co purge t:30d, kommst du höchstens dreißig Tage zurück. Wer weiter zurückblicken will, purgt großzügiger und nimmt mehr Speicherplatz in Kauf, denn die Datenbank wächst mit der Aktivität auf deinem Server mit.
Bremst CoreProtect meinen Server aus? Im normalen Betrieb kaum: Das Protokollieren läuft im Hintergrund und die Last landet vor allem auf dem Speicher, wo NVMe den Unterschied macht. Spürbar sind dagegen große Rollbacks und Purges – die fährst du also außerhalb der Stoßzeiten.
Funktioniert CoreProtect auf einem Modpack-Server? Nicht auf einem reinen Modloader. All the Mods 10 läuft auf NeoForge mit Minecraft 1.21.1 und Java 21, und ein NeoForge-Server lädt keine Bukkit-Plugins. Willst du CoreProtect, brauchst du Paper oder Purpur – und das heißt, dass du auf Mods mit neuen Inhalten verzichtest.
Holt ein Rollback auch gestohlene Gegenstände zurück? Ja, Containerinhalte werden wiederhergestellt, solange das Protokollieren von Container-Transaktionen aktiv ist. Mit /co rollback u:Dieb t:12h r:10 a:container fasst du ausschließlich Truhen und Öfen an. Was der Dieb in diesem Moment im eigenen Inventar hat, bleibt außen vor: Spielerinventare protokolliert CoreProtect nicht.