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Geyser und Floodgate: Bedrock-Spieler auf deinem Java-Server

Geyser und Floodgate: Bedrock-Spieler auf deinem Java-Server

Geyser übersetzt das Bedrock-Protokoll in das Java-Protokoll, damit Spieler auf Handy, Tablet, Konsole und Windows auf einem ganz normalen Java-Server mitspielen können. Floodgate ist das passende Plugin, das genau diese Spieler ohne Java-Account einloggen lässt, wodurch dein Server im Online-Mode stehen bleiben kann. Bedrock verbindet sich über den UDP-Port 19132, dieser Port muss also zusätzlich zu deinem normalen Java-Port offen sein. Beide sind kostenlos und quelloffen.

Was machen Geyser und Floodgate genau?

Java Edition und Bedrock Edition sind zwei getrennte Programme mit zwei getrennten Netzwerkprotokollen. Ein Bedrock-Client schickt Datenpakete, die ein Java-Server nicht versteht, und umgekehrt. Genau dazwischen setzt sich Geyser: Zum Spieler hin verhält es sich wie ein Bedrock-Server, zu deinem Server hin wie ein Java-Client. Alles wird in beide Richtungen übersetzt: Bewegung, Blöcke setzen, Inventar, Chat, Geräusche, Anzeigetafeln.

Das löst das Netzwerkproblem, aber nicht das Kontoproblem. Ein Java-Server im Online-Mode prüft bei jedem Login, ob das Konto existiert und ob der Spieler wirklich der ist, für den er sich ausgibt. Ein Bedrock-Spieler hat ein Xbox-Konto und keinen Java-Account, diese Prüfung schlägt also fehl. Floodgate authentifiziert ihn auf der Xbox-Seite und lässt ihn danach als verifizierten Spieler herein. Du schaltest online-mode also nicht ab: Java-Spieler werden weiterhin ganz normal geprüft.

Ohne Floodgate müsste jeder Bedrock-Spieler erst einen Java-Account verknüpfen, oder dein Server müsste im Offline-Mode laufen. Das Erste schließt genau die Gruppe aus, die du erreichen wolltest, das Zweite stellt jedem die Tür offen, der einen Namen tippen kann.

Geyser als Plugin oder als eigenständiger Proxy?

Geyser gibt es in zwei Geschmacksrichtungen. Als Plugin legst du die JAR-Datei in den Ordner plugins deines Paper-, Purpur- oder Spigot-Servers oder deines BungeeCord- beziehungsweise Velocity-Proxys. Als eigenständiges Programm läuft Geyser mit einem eigenen Port und verbindet sich wie ein ganz gewöhnlicher Java-Client mit deinem Server.

Für einen einzelnen Server ist das Plugin fast immer die richtige Wahl: weniger Einzelteile, weniger Konfiguration. Die eigenständige Variante wird dann interessant, wenn du auf dem Zielserver keine Plugins installieren kannst. Hast du ein Netzwerk hinter einem Proxy, dann gehört Geyser auf den Proxy und Floodgate sowohl auf den Proxy als auch auf jeden dahinterliegenden Server; sonst landet ein Bedrock-Spieler zwar in der Lobby, wird aber beim Weiterschalten abgewiesen. Ein separater BungeeCord-Proxy mit 512 MB kostet bei MC-Node 0,50 Euro pro Monat.

Welchen Port nutzt Bedrock?

Bedrock nutzt standardmäßig den UDP-Port 19132. Das ist ein anderes Protokoll als der TCP-Port, auf dem dein Java-Server lauscht, und das hat zwei Folgen. Beide dürfen dieselbe Portnummer verwenden, und dein Hoster muss diesen UDP-Port auch wirklich durchlassen. Eine Firewall, die nur TCP öffnet, lässt Bedrock-Spieler endlos im Verbindungsbildschirm hängen, während in deiner Konsole nichts davon zu sehen ist.

In einem Pterodactyl-Panel legst du dafür eine zusätzliche Port-Zuweisung an und trägst diese Portnummer in der Geyser-Konfiguration unter bedrock ein. Bleib nach Möglichkeit bei 19132: Diesen Wert füllt der Bedrock-Client von sich aus schon aus, deine Spieler müssen also nur noch die Adresse eintippen. Weicht dein Port davon ab, müssen sie die Nummer von Hand ergänzen.

Wie installierst du Geyser und Floodgate?

  1. Lade bei GeyserMC die JAR-Datei von Geyser und die von Floodgate in der Variante herunter, die zu deiner Plattform passt: Spigot/Paper, BungeeCord, Velocity oder die eigenständige Fassung.
  2. Leg beide Dateien in den Ordner plugins und starte den Server einmal, damit sie ihre Konfigurationsordner anlegen. Stoppe den Server danach wieder.
  3. Öffne die Geyser-Konfiguration und setze unter bedrock die Adresse auf 0.0.0.0 und den Port auf den UDP-Port, den du freigegeben hast.
  4. Setze auth-type auf floodgate. Bleibt der Wert auf online, müssen die Spieler doch wieder selbst einen Java-Account verknüpfen.
  5. Prüfe, ob key.pem im Floodgate-Ordner liegt. Läuft Geyser eigenständig oder auf einer anderen Maschine, kopiere diese Datei in den Geyser-Ordner; ohne diesen Schlüssel scheitert die Kopplung.
  6. Lass online-mode in server.properties auf true stehen.
  7. Starte den Server und teste vom Handy aus mit deiner Adresse und dem UDP-Port. In der Liste sichtbar, aber keine Verbindung? Dann ist es so gut wie immer die Firewall.

Wie funktionieren Benutzernamen und Rechte?

Java-Namen bestehen nur aus Buchstaben, Ziffern und Unterstrichen. Bedrock-Gamertags dürfen Leerzeichen und andere Zeichen enthalten. Floodgate löst das, indem es Leerzeichen ersetzt und ein Präfix davorsetzt. Standard ist ein Punkt, ein Gamertag wie Max der Schmied erscheint also als .Max_der_Schmied.

Dieses Präfix ist keine Kosmetik. Ein Punkt kann in einem Java-Namen nicht vorkommen, ein Bedrock-Spieler kann also weder aus Versehen noch mit Absicht den Namen eines bestehenden Java-Accounts übernehmen. Du kannst es in der Floodgate-Konfiguration ändern oder leeren, aber mit leerem Präfix reißt du genau dieses Risiko auf. Wählst du etwas anderes, nimm ein Zeichen, das Java ohnehin nicht erlaubt.

Bei den Rechten ändert sich wenig. Floodgate vergibt an jeden Bedrock-Spieler eine feste UUID auf Basis seines Xbox-Kontos, und LuckPerms und die übrigen Standard-Plugins arbeiten damit ganz normal weiter. Ränge vergibst du auf den Namen samt Präfix, also mit dem Punkt davor. Achte auf zwei Dinge: Die gewöhnliche Whitelist funktioniert nicht, weil dein Server diesen Namen bei Mojang nachschlägt und dort nichts findet, und Floodgate liefert dafür eigene Befehle mit. Außerdem stolpern manche älteren Plugins über einen Punkt im Spielernamen, meistens in Befehlen oder in der Anbindung an einen Webshop.

Was lässt sich nicht eins zu eins übersetzen?

Für ganz normales Survival ist Geyser überraschend vollständig, aber die beiden Editionen sind nicht identisch, und das merkst du ausgerechnet an den Stellen, an denen Serverbetreiber am meisten bauen.

BereichWas Bedrock-Spieler merken
Bauen, Redstone, Mobs, DimensionenFunktioniert; kleine Unterschiede in Mechanik und Zeitverhalten bleiben bestehen
Plugin-Menüs in einer Kisten-OberflächeGehen zwar auf, aber Java-Schriftarten und negative Leerzeichen fallen weg, das Layout kann also verrutschen
Eigene Gegenstandsmodelle und ResourcepacksEin Java-Resourcepack wird nicht geladen; du musst ein eigenes Bedrock-Pack anbieten
PvPBedrock kennt keine Angriffsabklingzeit; Reichweite und Rückstoß fühlen sich anders an, was kompetitives PvP verzerrt
AnticheatÜbersetzte Bewegung kann Fehlalarme auslösen; leg Ausnahmen für Floodgate-Spieler an
ModsFunktioniert nicht: Ein Bedrock-Client kann keine Java-Mods laden

Je näher dein Server an Vanilla-Survival bleibt, desto weniger merkst du von Geyser. Je stärker du dich auf eigene Modelle, Texturtricks in Menüs und fein austariertes PvP stützt, desto häufiger sieht ein Bedrock-Spieler etwas anderes als der Java-Spieler neben ihm.

Funktioniert Geyser auf einem Server mit Mods?

Nein, für die Mods selbst nicht. All the Mods 10 läuft auf NeoForge und Minecraft 1.21.1 mit 400 bis 500 Mods darin; ein Bedrock-Client kennt diese Blöcke und Gegenstände nicht und kann sie auch nicht nachinstallieren. Es gibt Geyser-Fassungen für Fabric und NeoForge, aber die übersetzen die Vanilla-Inhalte, nicht die Mods, die du darüber laufen lässt.

Plattformübergreifendes Spielen, also Crossplay, ist damit eine Entscheidung für Plugins und gegen Mods. Plugins laufen ausschließlich auf der Serverseite und auf ansonsten unveränderten Vanilla-Mechaniken, alles was du damit baust, kommt also auch bei Bedrock-Spielern an. Entscheidest du dich für ein Modpack mit Hunderten Mods, nimmst du in Kauf, dass dein Server nur für Java offen ist. Datapacks liegen dazwischen: Sie laufen auf der Serverseite und funktionieren meistens, die Resourcepack-Seite bekommen Bedrock-Spieler aber nicht zu sehen.

Wann ist ein echter Bedrock-Server die bessere Wahl?

Geyser ist eine Übersetzungsschicht, keine Gleichmacherei. Besteht deine Gruppe so gut wie vollständig aus Spielern auf Handy und Konsole und brauchst du keine Java-Plugins, dann beschert dir ein echter Bedrock-Server weniger Überraschungen: keine Übersetzungsfehler, keine Präfixe, keine Menüs, die leicht anders aussehen. Steckt dagegen ein ernstzunehmender Java-Kern in deiner Community, ist Geyser zusammen mit Floodgate genau der Weg, diese Gruppe nicht auf zwei Welten aufteilen zu müssen.

Denk auch an die Konsolen. Unter Windows und auf dem Handy trägt ein Spieler den Server mit Adresse und Port einfach selbst ein. Auf Xbox, PlayStation und Switch geht das nicht ohne Umweg über die DNS-Einstellungen, und das ist eine ordentliche Hürde für jüngere Spieler. Diese Einschränkung kommt von der Konsole selbst und gilt genauso für einen echten Bedrock-Server.

Rechne zum Schluss mit etwas Mehrarbeit für deinen Server: Jedes Datenpaket muss übersetzt werden, jeder Bedrock-Spieler kostet also etwas zusätzliche Rechenleistung und Arbeitsspeicher. Minecraft-Hosting bei MC-Node berechnet in der Budget-Reihe glatte 1,10 Euro pro GB RAM pro Monat, ein Gigabyte zusätzliche Reserve ist also selten der Grund, Crossplay dann doch bleiben zu lassen.

Häufig gestellte Fragen

Können Bedrock-Spieler wirklich ohne Java-Account mitspielen? Ja, genau dafür gibt es Floodgate. Du setzt in der Geyser-Konfiguration auth-type auf floodgate, danach wird der Spieler über sein Xbox-Konto verifiziert und kommt ohne Java-Kauf herein. Dein Server bleibt dabei ganz normal im Online-Mode, du schwächst die Absicherung für Java-Spieler also nicht ab.

Welchen Port muss ich für Geyser öffnen? Der UDP-Port 19132 ist der Standard für Bedrock. Weil Java über TCP verbindet und Bedrock über UDP, darf dieselbe Portnummer für beides genutzt werden. Sorge dafür, dass deine Firewall oder dein Panel den UDP-Port wirklich durchlässt, sonst hängt die Verbindung ohne klare Fehlermeldung fest.

Warum steht ein Punkt vor dem Namen eines Bedrock-Spielers? Das ist das Präfix von Floodgate, standardmäßig ein Punkt. Ein Punkt kann in einem Java-Namen nicht vorkommen, so kollidiert ein Bedrock-Gamertag nie mit einem bestehenden Java-Account. Rechte und Ränge vergibst du auf den Namen inklusive diesem Punkt; das Zeichen lässt sich ändern, aber es zu leeren bringt die Gefahr von Namensverwechslungen mit sich.

Funktioniert Geyser mit einem Modpack wie All the Mods 10? Nein. ATM10 läuft auf NeoForge mit Minecraft 1.21.1 und 400 bis 500 Mods, und ein Bedrock-Client kann diese Mods nicht laden. Willst du Crossplay mit zusätzlichen Funktionen, bau deinen Server lieber auf Plugins statt auf Mods auf, denn die laufen vollständig auf der Serverseite.

Wie viel zusätzlichen RAM kostet Geyser? Eine feste Zahl gibt es nicht: Es hängt davon ab, wie viele Bedrock-Spieler gleichzeitig online sind und wie viel auf deinem Server los ist. Rechne mit etwas zusätzlicher Rechenleistung und Arbeitsspeicher für die Übersetzung und halte über deinem normalen Tarif Reserve bereit. Merkst du erst dann Lag, wenn die Bedrock-Spieler dazukommen, ist das das Signal, eine Stufe höher zu gehen.

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