Mehrere Gameserver auf einem vServer: RAM, Kerne, Ports
Ja, du kannst mehrere Gameserver auf einem VPS betreiben, solange du drei Dinge regelst: genug Arbeitsspeicher (zähl pro Server die Untergrenze zusammen, plus etwa 1 GB für das Betriebssystem), genug schnelle Kerne für die schweren Hauptthreads und pro Server einen eigenen Port. Minecraft, Valheim und ein Discord-Bot passen zusammen auf einen Premium-VPS mit 4 vCores und 12 GB.
Mehrere Gameserver auf einem vServer? Ja, wenn du den RAM zusammenzählst
Auf einem VPS teilen sich deine Gameserver die Hardware, die du mietest. Jeder Server nimmt sich sein eigenes Stück Arbeitsspeicher, und das gibt er nicht von selbst an die Nachbarn zurück. Deshalb beginnt jede Planung mit Zusammenzählen, nicht mit Schätzen. Das sind die Untergrenzen, die wir auch im Shop und in unserem Berater verwenden:
- Minecraft (Vanilla, Paper oder Spigot): ab 4 GB; mit Mods ab 8 GB; große Modpacks wie All the Mods, RLCraft oder Pixelmon ab 12 GB.
- Valheim: ab 4 GB, ab 5 Spielern 1 bis 2 GB extra.
- FiveM bis 64 Slots: 8 bis 16 GB.
- Rust und ARK: ab 12 GB. Palworld: 12 bis 16 GB.
Dazu kommt das Betriebssystem. Ein schlanker Ubuntu-Server braucht selbst wenig, aber mit SSH, Logs, einer Firewall und eventuell Docker oder einer Datenbank dazu ist etwa 1 GB ein sicherer Posten. Hältst du diesen Platz nicht frei, greift Linux bei Speichermangel zum OOM-Killer. Der beendet meist den Prozess, der den meisten Speicher belegt, und das ist fast immer einer deiner Gameserver.
Rechenbeispiel: Minecraft, Valheim und ein Discord-Bot
Angenommen: ein Paper-Server für deinen Freundeskreis, eine Valheim-Welt für vier Spieler und ein kleiner Discord-Bot, der meldet, wer online ist.

| Bestandteil | Arbeitsspeicher |
|---|---|
| Minecraft (Paper) | 4 GB |
| Valheim (bis 4 Spieler) | 4 GB |
| Discord-Bot | ± 0,5 GB |
| Betriebssystem | ± 1 GB |
| Zusammen | 9,5 GB |
Mit 9,5 GB landest du beim Premium-VPS mit 4 vCores und 12 GB für 21,75 € im Monat. Die 2,5 GB Reserve fangen Spitzen ab und lassen Platz für einen fünften und sechsten Valheim-Spieler. Willst du später einen zweiten Minecraft-Server oder ein Modpack dazunehmen, wähl gleich 6 vCores und 16 GB für 28,00 €. Innerhalb derselben Linie kannst du auch später im Kundenbereich upgraden; du zahlst dann die Differenz für den Rest deines Zeitraums.
Warum der Premium-VPS mit Ryzen 9 und nicht der günstigere KVM-VPS? Arbeitsspeicher gibt es bei beiden genug, aber Minecraft und Valheim erledigen ihre schwerste Arbeit auf einem Hauptthread. Der läuft auf dem AMD Ryzen 9 9950X* (bis 5,7 GHz Boost auf einem Kern, mit DDR5) schneller als auf dem EPYC 7443P des KVM-VPS (bis 4,0 GHz). Den Unterschied liest du in Ryzen oder EPYC für deinen Gameserver?
* oder AMD Ryzen 9 7950X3D, je nach Node.
Kerne verteilen: Zwei schwere Hauptthreads spüren einander
Arbeitsspeicher kannst du zusammenzählen, Rechenzeit teilen sich deine Server. Ein vCore ist meist ein Thread eines physischen Kerns, kein ganzer Kern. Mit 4 vCores können Minecraft und Valheim jeweils einen eigenen Thread voll nutzen, und es bleibt Platz für den Bot, das System und den Garbage Collector von Java. Packst du drei oder vier volle Server auf 4 vCores, kämpfen sie um dieselben Threads und bekommen im stärksten Moment alle gleichzeitig Lag.
Verhindere, dass ein Server den Rest auffrisst, indem du pro Server eine Obergrenze setzt:
- In Pterodactyl gibst du jedem Server ein CPU-Limit in Prozent: 100 ist ein Thread, 200 sind zwei. Ein Discord-Bot auf 50 kann nie mehr als einen halben Thread nehmen.
- Mit systemd macht
CPUQuota=dasselbe:CPUQuota=200%bedeutet höchstens zwei Threads. MitMemoryMax=setzt du eine harte Speichergrenze daneben, damit ein Speicherleck im Bot nicht deinen Minecraft-Server mitreißt.
Stehen alle vCores zusammen auf 100 %, hilft ein Paket mit mehr vCores. Steht ein Thread auf 100 %, während der Rest wenig tut, hilft nur ein schnellerer Kern oder weniger Arbeit pro Tick; darum geht es in TPS, MSPT und Lag.
Ports und Firewall: jeder Server bekommt einen eigenen Port
Zwei Server können nicht auf demselben Port lauschen. Betreibst du verschiedene Spiele, ist das meist kein Problem, denn jedes Spiel hat einen eigenen Standardport:
| Spiel | Standardport |
|---|---|
| Minecraft Java | 25565 TCP |
| Valheim | 2456–2457 UDP (Port und Port+1) |
| FiveM | 30120 TCP und UDP |
| Palworld | 8211 UDP |
| Satisfactory | 7777 TCP und UDP, plus 8888 TCP |
| Discord-Bot | keiner: Der Bot baut selbst eine ausgehende Verbindung auf |
Zwei Server desselben Spiels? Gib dem zweiten einen anderen Port, etwa server-port=25566 in server.properties für einen zweiten Minecraft-Server. Bei Valheim verschiebst du um zwei Ports, weil der Server auch Port+1 nutzt. Öffne danach nur, was Spieler wirklich brauchen:
sudo ufw allow OpenSSH
sudo ufw allow 25565/tcp
sudo ufw allow 2456:2457/udp
sudo ufw enableErlaube OpenSSH immer zuerst, sonst sperrst du dich selbst aus. Eine Falle mit Pterodactyl: Wings betreibt jeden Server in einem Docker-Container, und Docker öffnet die Ports von Containern an ufw vorbei. Docker schreibt selbst, dass es sich nicht mit ufw verträgt. Ein Port, der in Pterodactyl als Allocation an einem Server hängt, ist also erreichbar, auch ohne ufw-Regel. Gib Servern deshalb nur die Ports, die sie brauchen. Die restliche Grundabsicherung steht in vServer absichern: die ersten 30 Minuten.
Verwaltung: Pterodactyl oder einzelne systemd-Services
Pterodactyl ist ein kostenloses Gamepanel: Jeder Server bekommt im Browser eine Konsole, eine Dateiverwaltung, eigene Limits und eventuell Mitverwalter. Beim KVM-VPS und beim VDS kannst du bei der Bestellung „Ubuntu 22.04 mit Pterodactyl“ wählen; auf dem Premium-VPS installierst du es selbst auf Ubuntu, mit der manuellen Installation aus der Wissensdatenbank. Praktisch, wenn du oft das Spiel wechselst oder andere mitverwalten lässt, aber das Panel und Docker kosten selbst auch Speicher und Pflege. Mehr dazu in Pterodactyl auf deinem eigenen VPS.
systemd ist leichter: Jeder Server bekommt einen eigenen Benutzer, einen eigenen Ordner und eine eigene Service-Datei, etwa /etc/systemd/system/mc.service. Wie so ein Service aussieht, liest du in Minecraft-Server auf VPS installieren, und für Steam-Spiele wie Valheim in Gameserver auf dem vServer mit SteamCMD. Danach siehst du mit einem Befehl, ob alles läuft:
systemctl is-active mc valheim bot
active
active
activeGib Minecraft im Service etwas weniger als die 4 GB, die du reservierst, zum Beispiel -Xmx3G: Java braucht neben dem Heap auch eigenen Speicher. Java selbst installierst du mit dieser Anleitung. Kommt später ein FiveM-Server dazu, lies zuerst FiveM-Server auf dem eigenen vServer.
Backups: jede Welt einzeln und außerhalb des VPS
Mit mehreren Servern auf einer Maschine wird ein gutes Backup wichtiger: Ein falscher rm-Befehl oder eine volle Festplatte trifft alles gleichzeitig. Regle es selbst, pro Server:
- Pack jeden Weltordner einzeln ein, mit einem Cronjob, der pro Server zu einer eigenen Uhrzeit läuft, damit sie die Festplatte nicht gleichzeitig belasten.
- Kopiere erst, wenn die Welt gespeichert ist. Bei Minecraft hältst du mit
save-offdas automatische Speichern kurz an und schreibst mitsave-allalles weg; nach dem Kopieren wiedersave-on. - Leg die Archive regelmäßig auf einer anderen Maschine ab. Ein Backup auf demselben VPS ist kein Backup.
Einen ausgearbeiteten Plan findest du in Eine Backup-Strategie für deinen Minecraft-Server.
Wann Aufteilen besser ist
Ein VPS für alles ist günstiger und übersichtlicher, aber nicht immer klüger:
- Eine IP-Adresse für alles. Der DDoS-Schutz ist auf jedem VPS immer aktiv, aber wird ein Server angegriffen, kommt dieser Traffic auf der Adresse all deiner Server an.
- Wartung trifft alle. Ein Kernel-Update mit Neustart nimmt alle Server gleichzeitig offline.
- Schwere Nachbarn. Ein großes Modpack neben einem Rust-Server braucht zusammen schon 24 GB plus das System, und zwei volle Hauptthreads. Dann sind zwei getrennte VPS oder ein VDS mit festen Kernen entspannter.
- Du willst vor allem spielen. Dann machen fertige Gameserver mit Panel weniger Arbeit; siehe VPS oder Gameserver: Was brauchst du wirklich?
Häufige Fragen
Wie viele Gameserver kann ich auf einem VPS betreiben?
So viele, wie Arbeitsspeicher und Kerne zulassen. Zähl pro Server die Untergrenze zusammen (zum Beispiel 4 GB für Minecraft und 4 GB für Valheim), rechne etwa 1 GB für das Betriebssystem und lass etwas Reserve. Für zwei mittelgroße Server und einen Discord-Bot ist ein Premium-VPS mit 4 vCores und 12 GB (21,75 € im Monat) ein guter Anfang.
Wie viel Arbeitsspeicher braucht das Betriebssystem selbst?
Ein schlanker Linux-Server wie Ubuntu braucht wenig, aber mit SSH, Logs, einer Firewall und eventuell Docker oder einer Datenbank dazu ist etwa 1 GB ein sicherer Posten. Windows Server braucht selbst mehr: Für einen Windows-VPS empfehlen wir mindestens 4 GB, und dein Gameserver kommt noch dazu. Diesen Speicher zählst du zu dem dazu, was deine Server brauchen.
Kann ich Minecraft und FiveM auf demselben VPS betreiben?
Ja. Sie nutzen verschiedene Ports (25565 TCP sowie 30120 TCP und UDP), da kommen sie sich also nicht in die Quere. Rechne mit 4 GB für Minecraft, 8 bis 16 GB für FiveM und etwa 1 GB für das System; ein Premium-VPS mit 6 vCores und 16 GB (28,00 €) ist dann die kleinste Größe. Beide setzen auf einen schnellen Kern, gib ihnen also jeweils mindestens einen eigenen Thread.
Brauche ich Pterodactyl für mehrere Server?
Nein. Mit einem eigenen systemd-Service pro Server geht es auch, und das kostet weniger Arbeitsspeicher. Pterodactyl ist praktisch, wenn du ein Webpanel willst, oft das Spiel wechselst oder andere mitverwalten lassen willst. Beim KVM-VPS und beim VDS kannst du bei der Bestellung gleich Ubuntu 22.04 mit Pterodactyl wählen.