MOTD und Server-Icon: So fällst du in der Serverliste auf
Bevor ein Spieler auch nur einen Block deines Servers gesehen hat, hat er schon ein Urteil gefällt — in der Serverliste. Dort konkurrierst du mit Dutzenden anderen Textzeilen um ein paar Sekunden Aufmerksamkeit. Die zwei Dinge, die du dort komplett in der Hand hast: deine MOTD und dein Server-Icon. Beides ist in fünf Minuten eingerichtet, beides wird oft vernachlässigt. Schade, denn ein unaufgeräumter erster Eindruck kostet dich Spieler, die du nie hast reinkommen sehen.
Was genau ist die MOTD?
MOTD steht für "message of the day": der Text, den Spieler in ihrer Multiplayer-Liste unter deinem Servernamen sehen. Du stellst sie über die Zeile motd= in server.properties ein, und standardmäßig steht dort das wenig inspirierende "A Minecraft Server". Dir stehen zwei Zeilen mit je rund sechzig Zeichen zur Verfügung; was länger ist, wird abgeschnitten. Anpassen heißt: Zeile ändern und neu starten — die Kurzfassung steht in der Knowledgebase: wie du deine MOTD änderst.
Mach dir bewusst, wo dieser Text überall auftaucht: nicht nur bei Freunden, die deinen Server schon gespeichert haben, sondern auch auf Serverlisten-Websites, durch die Fremde scrollen. Für diese zweite Gruppe ist deine MOTD buchstäblich deine Anzeige.
Farbe und Formatierung: von §-Codes bis MiniMessage
Minecraft kennt seit jeher Formatierungscodes mit dem §-Zeichen: §a macht Text grün, §l fett und §k sorgt für den flackernden "Obfuscated"-Effekt. In server.properties kannst du das §-Zeichen nicht direkt eintippen; dort nutzt du die Schreibweise \u00A7. So sieht das aus:
motd=\u00A7bDein Server \u00A77| Survival \u00A77| Deutsch\n\u00A7eSeason 3 hat begonnen!Das \n mitten in der Zeile ist der Übergang zu Zeile zwei. Moderne Plugins arbeiten daneben oft mit MiniMessage, einem deutlich lesbareren Format, das auch Hex-Farben und Farbverläufe beherrscht, etwa <gradient:#00d4ff:#7b2bff>Dein Server</gradient>. Dafür brauchst du allerdings ein Plugin, das MiniMessage unterstützt; eine nackte server.properties versteht nur die §-Notation.
Dein Server-Icon: exakt 64x64 Pixel
Das kleine Icon neben deiner MOTD ist eine Datei mit strengen Anforderungen: ein PNG mit exakt 64 mal 64 Pixeln, mit genau dem Namen server-icon.png, im Hauptverzeichnis deines Servers. Weicht eines dieser drei Dinge ab, tut Minecraft gar nichts — keine Fehlermeldung, einfach kein Icon. Nach dem Hochladen startest du den Server neu. Die Schritte stehen auch in der Knowledgebase: ein Server-Icon hinzufügen.
Fürs Design gilt: In der Liste ist das Bildchen nur wenige Millimeter groß. Ein wiedererkennbares Symbol mit ordentlich Kontrast funktioniert; ein Screenshot deines Spawns oder ein Logo mit Text darin wird zu unlesbarem Rauschen. Schau dir dein Icon in klein an, bevor du zufrieden bist.
Was eine gute MOTD bewirkt — und eine schlechte kaputtmacht
Die Versuchung ist groß, alles aufzufahren: sechs Farben, Blinkeffekte, Ausrufezeichen. Aber schau mal mit den Augen eines Spielers, der durch eine Liste scrollt. Der will auf einen Blick wissen: Was für ein Server ist das, ist er deutsch, und ist da was los? Klarheit schlägt Gimmicks fast immer. Eine MOTD wie "Deutscher Survival | 1.21+ | Keine Resets" mit "Neu: Shops am Spawn" darunter erzählt in zwei Zeilen mehr als ein Regenbogen an Effekten.
Und: Was deine MOTD verspricht, muss dein Server halten. Irreführende Texte — eine "24/7 aktive Community" aus drei Leuten, Events, die nie stattfinden — bringen dir höchstens Joins von Spielern, die nach zwei Minuten wieder gehen, mit einem schlechten Beigeschmack. Dein Serverlisten-Eintrag entscheidet, ob jemand joint; die ersten fünf Minuten auf dem Server entscheiden, ob er bleibt. Die zwei müssen zusammenpassen, sonst kaufst du dir mit einer schönen MOTD nur schnellere Enttäuschungen.
Testen ist zum Glück simpel: Füge deinen eigenen Server in deinem Client hinzu und betrachte das Ergebnis mit frischem Blick, am besten zwischen einem Haufen anderer Server. Passt die zweite Zeile, fallen die richtigen Wörter auf, ist das Icon in klein erkennbar? Frag danach mal jemanden, der deinen Server nicht kennt, was er anhand dieser zwei Zeilen erwartet — ähnelt die Antwort nicht dem, was dein Server wirklich ist, weißt du genau, was du umschreiben musst. Es gibt wenige Stellen, an denen du das Verhältnis von Zuschauern zu Joinern so direkt steuerst wie hier.
Wechselnde Zeilen mit einem MOTD-Plugin
Willst du mehr als einen statischen Text, gibt es Plugins, die deine MOTD dynamisch machen — MiniMOTD ist ein bekanntes im Paper-Ökosystem. Damit lässt du mehrere Texte rotieren, nutzt MiniMessage-Formatierung mit Farbverläufen und zeigst je nach Anlass etwas anderes. Praktisch für Events und Seasons, mit einer Warnung: Eine dynamische MOTD, die niemand mehr pflegt, ist schlimmer als eine statische. Wenn im März noch "Weihnachtsevent!" vorbeirollt, weiß jeder Besucher genug darüber, wie lebendig dein Server ist.
Häufige Fehler
- Zu viele Farben und Effekte. Mehr als zwei, drei Farben wird unruhig, und der Obfuscated-Effekt macht Text per Definition unlesbar. Nutze Farbe, um eine Sache hervorzuheben, nicht alles gleichzeitig.
- Irreführende Texte. Falsche Versprechen vertreiben genau die Spieler, die du reinholen wolltest — auf Serverlisten-Seiten gern noch mit einer schlechten Bewertung als Souvenir.
- Ein Icon, das stillschweigend nicht funktioniert. Falsches Format, falscher Name oder kein echtes PNG: Du bekommst keine Fehlermeldung. Siehst du das Standard-Icon, geh die drei Anforderungen durch.
- Zu lange Zeilen. Was nicht passt, wird abgeschnitten, manchmal mitten im Wort. Halte es kurz und prüfe das Ergebnis in deiner eigenen Serverliste.
- Nie mehr aktualisieren. Eine veraltete MOTD sagt jedem Besucher: Hier wird nicht mehr dran gearbeitet.
Ein starker Serverlisten-Eintrag kostet dich eine halbe Stunde und zahlt sich jeden Tag aus — es ist das günstigste Stück Promotion, das es gibt. Läuft dein Server noch nirgendwo: Bei MC-Node beginnt ein Minecraft-Server schon ab 0,50 € pro Monat, auf eigener Hardware mit NVMe-Speicher, inklusive DDoS-Schutz und monatlich kündbar.