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server.properties erklärt: Welche Zeilen wirklich zählen

server.properties erklärt: Welche Zeilen wirklich zählen

server.properties ist die Konfigurationsdatei im Hauptverzeichnis deines Minecraft-Servers: Jede Zeile ist genau eine Einstellung im Format schlüssel=wert. Die beiden Zeilen mit dem mit Abstand größten Einfluss auf die Leistung sind view-distance und simulation-distance, beide standardmäßig auf 10. Fast jede Änderung wird erst nach einem kompletten Neustart aktiv, und eine Handvoll Felder wie level-seed und level-type greifen nur in dem Moment, in dem die Welt zum ersten Mal generiert wird.

Wo liegt server.properties und wie änderst du sie sicher?

Die Datei liegt neben deiner Server-Jar im Hauptverzeichnis, in einem Pterodactyl-Panel unter der Dateiverwaltung. Sie wird erst angelegt, nachdem der Server einmal vollständig hochgefahren ist. Wenn du sie nach einer frischen Installation nicht siehst, starte den Server also zuerst einmal.

  1. Stoppe den Server komplett. Ein laufender Server schreibt server.properties beim Herunterfahren neu und überschreibt genau das, was du gerade eingetippt hast.
  2. Öffne die Datei im Dateimanager deines Panels oder per SFTP.
  3. Ändere nur den Wert hinter dem Gleichheitszeichen. Keine Leerzeichen drumherum, keine Anführungszeichen, und true und false klein geschrieben.
  4. Speichere ab und starte den Server.
  5. Lies die ersten Zeilen der Konsole. Ein ungültiger Wert wird stillschweigend auf den Standard zurückgesetzt.

Achte auf zwei Dinge. Zeilen, die mit einer Raute beginnen, sind Kommentare. Eine Einstellung versehentlich auszukommentieren bedeutet also, dass wieder der Standardwert greift. Und server-port, server-ip sowie query.port verwaltet dein Panel: Änderst du die von Hand, ist dein Server meistens nicht mehr erreichbar.

Was ist der Unterschied zwischen view-distance und simulation-distance?

view-distance legt als Radius fest, wie viele Chunks der Server an jeden Client schickt, damit dieser sie zeichnen kann. simulation-distance legt fest, in welchem Radius die Welt tatsächlich lebt: Mobs spawnen und bewegen sich, Pflanzen wachsen, Redstone läuft, Hopper schieben Gegenstände. Beide stehen standardmäßig auf 10.

Sie kosten unterschiedliche Dinge. View-distance kostet vor allem Arbeitsspeicher und Bandbreite, denn jeder geladene Chunk liegt im RAM und geht über die Leitung zum Spieler. Bei view-distance 10 sind das 21 mal 21 Chunks pro Spieler, also 441 Stück; bei 6 sind es 13 mal 13, also 169 Chunks und damit gut sechzig Prozent weniger. Simulation-distance kostet CPU-Zeit pro Tick, und genau das zieht deine TPS nach unten. Ein Server, der bei 14 TPS hängen bleibt, hat fast immer zu viel zu simulieren, nicht zu viel zu zeichnen.

Praktisch heißt das: Auf einem Survival-Server mit mehreren Dutzend Spielern läuft view-distance=7 zusammen mit simulation-distance=5 so gut wie immer besser als beides auf 10. Auf einem Server mit fünf Freunden darf view-distance ruhig auf 10 bleiben. Bei schweren Modpacks wie All the Mods 10, das mindestens 10 GB RAM verlangt, fängst du niedrig an und erhöhst erst, wenn die TPS stabil bleiben. Simulation-distance höher zu setzen als view-distance bringt wenig. Unser Artikel über das Optimieren deines Minecraft-Servers behandelt auch die Stellschrauben außerhalb dieser Datei.

Welche Zeilen machen was, und welcher Wert ist sinnvoll?

EinstellungStandardSinnvoller WertWas sie bewirkt
view-distance106 bis 8 bei AndrangRadius in Chunks, der an jeden Client geht
simulation-distance104 bis 6Radius, in dem Mobs und Redstone ticken
max-players20Was deine Hardware schafftHöchstzahl gleichzeitiger Spieler
online-modetruetruePrüft jeden Login bei Mojang
difficultyeasynormalpeaceful, easy, normal oder hard
gamemodesurvivalsurvivalModus, in dem neue Spieler starten
pvptruefalse auf einem BauserverOb Spieler sich gegenseitig Schaden zufügen
spawn-protection160 mit einem Regionen-PluginBlöcke rund um den Spawn, wo nur Operatoren bauen
white-listfalsetrue in der AufbauphaseNur Namen aus whitelist.json kommen herein
enable-command-blockfalsefalseErlaubt Befehlsblöcke
max-tick-time6000060000 so stehen lassenMillisekunden, bis der Watchdog eingreift
level-seedleerEinmalig oder leerSeed, nur beim Erstellen der Welt
level-typeminecraft:normalminecraft:normalGenerierungsart, nur beim Erstellen
motdA Minecraft ServerEine kurze eigene ZeileText in der Serverliste
network-compression-threshold256256, hinter einem Proxy höherAb wie vielen Bytes Pakete komprimiert werden

max-players ist eine Obergrenze, keine Reservierung: Den Wert auf 200 zu setzen macht deinen Server nicht langsamer, hilft aber auch nichts, wenn wirklich 200 Leute kommen. Bei difficulty ist normal für Survival-Server die brauchbare Wahl; peaceful lässt feindliche Mobs vollständig verschwinden und macht jede Mobfarm kaputt.

Warum stellst du online-mode niemals einfach auf false?

Mit online-mode=true prüft dein Server bei jedem Login, ob das Konto wirklich existiert und ob der Spieler derjenige ist, der er zu sein behauptet. Auf false akzeptiert dein Server jeden Namen, den irgendjemand eintippt. Ein beliebiger Besucher kann dann buchstäblich den Namen deines Hauptadmins eingeben und mit allen Rechten hereinspazieren. Auch Sperren sind wertlos, denn der gesperrte Spieler ändert einfach seinen Namen.

Es gibt genau einen legitimen Grund, ihn abzuschalten: ein Backend hinter einem Proxy wie BungeeCord oder Velocity, bei dem der Proxy die Anmeldung prüft. Dieses Backend muss dann aus dem Internet unerreichbar sein und die moderne Weiterleitung von Velocity oder BungeeGuard nutzen. Sonst ist der Port deines Backends eine offene Tür. Beim Minecraft-Hosting von MC-Node fängt so ein Proxy bei 0,50 Euro für 512 MB an.

Für Bedrock-Spieler auf deinem Java-Server musst du online-mode übrigens nicht abschalten: Geyser mit Floodgate regelt das, während online-mode auf true bleibt. Pass außerdem auf, falls du trotzdem umstellst, denn Konten im Offline- und im Online-Modus bekommen unterschiedliche UUIDs. Spieler verlieren nach dem Umschalten ihr Inventar, ihre Position und ihre Landansprüche.

Welche Felder wirken nur beim Erstellen einer Welt?

level-seed, level-type und generate-structures werden nur gelesen, wenn der Server eine Welt generiert, die es noch nicht gibt. Änderst du sie später, bleibt alles bereits Generierte genau so, wie es war. Bei level-type bekommst du sogar eine sichtbare Naht im Gelände, weil neue Chunks anders aufgebaut werden als die alten.

Willst du diese Felder wirklich anwenden, brauchst du eine neue Welt. Löschen ist nicht der sicherste Weg, Umbenennen schon: Leg ein Backup an, setze level-name auf einen neuen Namen wie welt2 und starte neu. Der Server generiert eine frische Welt und dein alter Ordner bleibt liegen, sodass du zurück kannst, falls es dir nicht gefällt.

motd gehört nicht in diese Reihe, wird aber oft falsch verstanden: Diese Zeile ist rein kosmetisch, erscheint in der Serverliste und kostet keine Leistung.

Wie sicherst du deinen Server mit spawn-protection, white-list und Befehlsblöcken ab?

spawn-protection ist ein Radius von standardmäßig 16 Blöcken rund um den Spawnpunkt, in dem nur Operatoren bauen oder abbauen dürfen. Daher kommen die Meldungen, dass neue Spieler am Spawn nichts platzieren können. Nutzt du ein Regionen-Plugin wie WorldGuard, setze ihn auf 0 und überlass den Schutz komplett dem Plugin. Eine Übersicht über solche Plugins findest du in unserem Artikel über die besten Minecraft-Plugins.

white-list=true lässt nur Spieler aus whitelist.json herein und ist für einen Server unter Freunden oder für die Aufbauphase der einfachste Schutz überhaupt. Setze enforce-whitelist=true gleich daneben, sonst spielen Spieler, die schon online waren, einfach weiter, nachdem du sie von der Liste genommen hast. Was eine Whitelist nicht leistet, ist Schutz vor Angriffen auf deine Verbindung: Die kommen an, bevor überhaupt eine Anmeldung stattfindet. Dafür brauchst du DDoS-Schutz auf Netzwerkebene.

enable-command-block steht standardmäßig auf false, und das ist eine bewusste Entscheidung. Befehlsblöcke können zwar nur von Operatoren platziert werden, sind aber auch ein Risiko für die Leistung: Eine falsch eingestellte Uhr, die jeden Tick einen Befehl mit großem Auswahlbereich ausführt, kostet mehr TPS als eine ganze Gruppe Spieler zusammen. Stell ihn nur auf true, wenn du Abenteuerkarten oder Minispiele baust.

Wann passt du max-tick-time und network-compression-threshold an?

max-tick-time steht auf 60000 Millisekunden. Dauert ein einzelner Tick länger als eine Minute, geht der Watchdog davon aus, dass der Server festhängt, und bricht ihn ab, mit einem Speicherauszug der Threads in der Konsole. Das ist nützlich, denn dieser Auszug verrät dir meistens, welche Mod oder welches Plugin hängen bleibt. Bei schweren Modpacks schlägt er manchmal zu Unrecht an, nämlich bei der Weltgenerierung auf langsamem Speicher: All the Mods 10 lädt auf einer HDD gut zehn Minuten und auf einer SSD zwei bis drei Minuten. Die Lösung ist dann schnellerer Speicher und nicht, den Watchdog abzuschalten. Auf -1 zu setzen geht vorübergehend zur Fehlersuche, aber danach hängt ein festgefahrener Server still vor sich hin.

network-compression-threshold liegt bei 256 Bytes: Alles, was größer ist, wird komprimiert. Für einen einzelnen öffentlichen Server lässt du das so. Laufen deine Backends und dein Proxy im selben Netzwerk, kannst du den Wert erhöhen oder auf -1 setzen und tauschst so Bandbreite, die du ohnehin übrig hast, gegen weniger Arbeit für die CPU. Mach das niemals bei einem Server, der direkt aus dem Internet erreichbar ist.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich nach jeder Änderung an server.properties neu starten? Ja, bei so gut wie allem. Der Server liest die Datei nur beim Start. Befehle wie /whitelist on und /difficulty wirken zwar sofort im Spiel, aber beim nächsten Start bestimmt wieder die Datei den Wert.

Welche view-distance ist gut für 20 Spieler? Fang mit view-distance=7 und simulation-distance=5 an und schau, ob deine TPS bei 20 bleiben. View-distance 10 bedeutet 441 Chunks pro Spieler gegenüber 169 bei view-distance 6, und diesen Unterschied siehst du direkt am Speicherverbrauch.

Kann ich den Seed meiner bestehenden Welt noch ändern? Nein, level-seed wird nur beim Generieren einer neuen Welt genutzt. Setze level-name auf einen neuen Namen und starte neu, dann bekommst du eine frische Welt, während der alte Ordner erhalten bleibt.

Warum kann niemand rund um den Spawnpunkt bauen? Das ist spawn-protection, standardmäßig ein Radius von 16 Blöcken, in dem nur Operatoren etwas verändern dürfen. Setze ihn auf 0, wenn du den Schutz einem Plugin wie WorldGuard überlässt.

Muss online-mode für Bedrock-Spieler aus? Nein. Mit Geyser und Floodgate kommen Bedrock-Spieler herein, während online-mode=true stehen bleibt. Abschalten heißt, dass jeder jeden beliebigen Namen nutzen kann, auch den deiner Admins.

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