// Minecraft

Minecraft Realms oder eigener Server: Der ehrliche Vergleich

Minecraft Realms oder eigener Server: Der ehrliche Vergleich

Du bist kurz davor, mit deinen Freunden eine feste Minecraft-Welt zu starten, und dann kommt die große Frage: Drückst du im Spiel auf den Realms-Button oder mietest du einen eigenen Server? Beide geben dir eine Welt, die rund um die Uhr online ist, auch wenn dein PC aus ist. Darunter unterscheiden sie sich aber deutlich, und was passt, hängt vor allem davon ab, was für eine Gruppe ihr seid. In diesem Artikel stellen wir sie ehrlich nebeneinander: was Realms kostet, wo die Grenzen liegen, was ein eigener Server zusätzlich bringt und wie du deine Realms-Welt mitnimmst, wenn du wechselst.

Was Minecraft Realms ist und was es kostet

Realms ist der offizielle Abo-Dienst von Mojang: Mit ein paar Klicks aus dem Spiel heraus mietest du eine private Welt, die immer an ist. Keine Installation, keine Verwaltung, und Spieler kommen nur hinein, wenn du sie einlädst. Es gibt allerdings zwei Varianten, und die unterscheiden sich mehr, als man denkt:

  • Java Realms kostet € 7,99 pro Monat und gibt es nur für Minecraft: Java Edition. Du plus maximal zehn Freunde könnt gleichzeitig spielen.
  • Bedrock Realms gibt es in zwei Ausführungen: Realms für € 3,99 pro Monat (du plus zwei Freunde gleichzeitig) und Realms Plus für € 7,99 pro Monat (du plus zehn Freunde, dazu ein Katalog mit Marketplace-Inhalten). Bedrock-Spieler spielen cross-platform von Konsole, Handy und Windows aus mit.

Wichtig zu wissen: Ein Java-Realm und ein Bedrock-Realm sind strikt getrennt. Java-Spieler kommen nicht auf ein Bedrock-Realm und umgekehrt. Das bleibt bei einem eigenen Server übrigens genauso, denn die beiden Editionen nutzen jeweils ihre eigene Serversoftware und ihr eigenes Weltformat.

Wann Realms völlig ausreicht

Ehrlich ist ehrlich: Für einen Teil der Spieler ist Realms genau richtig. Erkennst du dich hier wieder, gibt es wenig Grund für mehr Aufwand:

  • Du spielst pur Vanilla mit einer kleinen, festen Gruppe und willst das so lassen.
  • Du hast null Interesse an Technik und willst nie eine Einstellung, Datei oder Konsole sehen.
  • Du suchst als Elternteil eine sichere, abgeschirmte Welt für deine Kinder, in die nur Eingeladene hineinkommen.

In diesen Fällen hält Realms, was es verspricht: in zwei Minuten eingerichtet, und danach musst du dich nie wieder darum kümmern. Dieser Komfort ist wirklich etwas wert.

Wo du aus Realms herauswächst

Trotzdem stoßen viele Gruppen, die ernsthaft zusammen bauen, innerhalb weniger Monate an dieselben Grenzen:

  • Maximal zehn gleichzeitige Spieler. Einladen darfst du mehr Leute, aber es können nie mehr als zehn neben dir gleichzeitig online sein. Für eine wachsende Community ist das sofort ein Showstopper.
  • Keine Plugins oder Mods; auf Bedrock höchstens Add-ons. Java Realms läuft ausschließlich Vanilla: keine Plugins zum Schutz von Bauwerken oder für eine Economy, keine Forge- oder Fabric-Mods, keine Modpacks. Auf Bedrock Realms sieht es anders aus: Dort kannst du sehr wohl Add-ons (Behaviour- und Resourcepacks) und Marketplace-Inhalte aktivieren, meist indem du eine lokale Welt mit diesen Packs auf deinen Realm hochlädst. Serverplugins gibt es dort ebenfalls nicht, und an die Serverdateien selbst kommst du in keiner der beiden Editionen. Vieles von dem, was du auf großen Servern und bei YouTubern siehst, geht auf einem Realm also schlicht nicht.
  • Kaum Konfiguration. Du passt den Schwierigkeitsgrad und eine Handvoll Basisoptionen an, aber das war's. Kein Zugriff auf server.properties, keine View-Distance einstellen, keine eigenen Weltgenerierungs-Optionen.
  • Eingeschränkte Backup-Kontrolle. Realms legt automatisch Backups an und du kannst deine Welt herunterladen; das ist ordentlich gelöst. Aber einen eigenen Backup-Zeitplan einrichten geht nicht, und an die Serverdateien selbst kommst du nie heran.
  • Schwankende Performance. Dein Realm läuft auf geteilter Infrastruktur von Mojang und du hast keinerlei Einfluss auf die Hardware. Bei großen Farmen, viel Redstone oder einer vollgelaufenen Welt merkst du das: Lag, gegen den du selbst nichts tun kannst.

Was ein eigener Server alles kann

Ein gemieteter Minecraft-Server behält den größten Vorteil von Realms bei (er läuft 24/7 im Rechenzentrum, nicht auf deinem PC) und räumt fast alle Einschränkungen aus dem Weg. Im direkten Vergleich:

 RealmsEigener Server
Preis pro Monat€ 3,99 bis € 7,99Java ab € 0,50 (±€ 1,10 pro GB RAM), Bedrock ab € 2,50
Gleichzeitige SpielerMaximal 10 neben dirDu legst das Limit fest; das RAM setzt die Grenze
Plugins und ModsJava: nicht möglich; Bedrock: nur Add-onsPaper-Plugins, Forge/Fabric-Mods und Modpacks
KonfigurationHandvoll BasisoptionenVoller Zugriff auf Dateien und Einstellungen
BackupsAutomatisch, ohne eigene KontrolleSelbst planen, herunterladen und zurückspielen
Minecraft-VersionAutomatisch immer die neuesteFrei wählbar, auch eine ältere Version oder ein Snapshot

Und dann der Preisunterschied, denn der fällt überraschend klein aus. Bei MC-Node mietest du einen Java-Server schon ab € 0,50 pro Monat und rechnest mit etwa € 1,10 pro GB RAM; ein Bedrock-Server beginnt bei € 2,50 pro Monat. Für den Betrag, den du jetzt für Realms ausgibst, mietest du also einen Server mit mehreren GB RAM, Plugins, eigenen Backups und voller Kontrolle. Alles läuft auf eigener Hardware mit NVMe-Speicher im Previder-Rechenzentrum in Hengelo, DDoS-Schutz ist inklusive und alles ist monatlich kündbar. Schau dir die Pakete im Minecraft-Store von MC-Node an oder, wenn du Bedrock spielst, im Bedrock-Store.

Der Ehrlichkeit halber: Ein eigener Server verlangt ein kleines bisschen mehr von dir als Realms. Du wählst selbst deine Serversoftware, du installierst selbst deine Plugins, und wenn etwas schiefgeht, darfst du selbst ein Backup zurückspielen. Über das Verwaltungspanel ist das alles Mausklick-Arbeit, aber das „null Aufwand“ von Realms ist es eben nicht ganz. Findest du das einen fairen Tausch für all die zusätzlichen Möglichkeiten, bist du bereit für einen eigenen Server.

Deine Realms-Welt auf einen eigenen Server umziehen

Das Schöne daran: Du musst deinen Fortschritt nicht aufgeben. Deine Welt herunterladen und umziehen geht problemlos, und am besten machst du das, bevor du dein Realms-Abo kündigst.

Java Edition

  1. Öffne in Minecraft das Realms-Menü und geh in die Einstellungen deines Realms.
  2. Wähle bei deiner Welt das Herunterladen der neuesten Version. Die Welt taucht danach als normaler Singleplayer-Spielstand in deinem saves-Ordner auf.
  3. Lade diesen Weltordner über das Verwaltungspanel oder SFTP auf deinen Server hoch: Ersetze den Ordner world, oder setze level-name in der server.properties auf den Namen deines Ordners.
  4. Starte den Server und lauf kurz herum, um zu prüfen, ob alles da ist.

Bedrock Edition

  1. Öffne die Einstellungen deines Realms und lade die Welt in deine lokalen Welten herunter. Das geht am einfachsten unter Windows.
  2. Exportiere die Welt anschließend aus deiner Weltenliste als .mcworld-Datei.
  3. Eine .mcworld-Datei ist im Grunde ein Zip: Entpacke sie in den Weltenordner deines Bedrock-Servers und verweise die Serverkonfiguration auf diese Welt.

Eine letzte Stolperfalle: Lass Java bei Java und Bedrock bei Bedrock. Eine Bedrock-Welt setzt du nicht einfach auf einen Java-Server oder umgekehrt; die Formate unterscheiden sich und eine Konvertierung läuft selten reibungslos.

Also: Realms oder eigener Server?

Kleine Vanilla-Gruppe, keine technischen Ambitionen und zehn Spieler reichen locker? Dann bleib ruhig bei Realms; es tut genau das, was ihr braucht. Willst du aber Plugins oder Mods, mehr als zehn Spieler, Kontrolle über deine Backups oder einfach eine Welt, die nicht ins Stocken gerät, sobald die Farmen laufen, dann bist du aus Realms herausgewachsen. Der Preisunterschied hält dich jedenfalls nicht auf, und deine Welt zieht einfach mit um.

Weiterlesen

// SELBST AUSPROBIEREN
Dein Minecraft-Server in 60 Sekunden online
Pakete ansehen →