Minecraft-Server umziehen: Schritt für Schritt ohne Datenverlust
Der Umzug zu einem anderen Hoster fühlt sich an wie das Aufregendste, was du mit deinem Minecraft-Server anstellen kannst. Jahrelange Bauwerke, Spielerstatistiken, eine Wirtschaft, die endlich im Gleichgewicht ist: Allein der Gedanke, davon etwas zu verlieren, hält viele Serverbetreiber vom Wechsel ab — auch wenn sie eigentlich längst weg wollen. Die gute Nachricht: Ein Minecraft-Server ist am Ende nichts anderes als ein Ordner voller Dateien. Wer diesen Ordner vollständig mitnimmt und erst nach einem geglückten Test endgültig umschaltet, verliert überhaupt nichts. In dieser Anleitung gehen wir den Umzug Schritt für Schritt durch, samt der Stolperfallen, die du umgehen willst. Über deinen aktuellen Hoster sagen wir dabei nichts; für dich zählt nur, dass der Wechsel reibungslos läuft.
Was du genau mitnehmen musst
Alles, was deinen Server zu deinem Server macht, liegt im Hauptverzeichnis. Die wichtigsten Bestandteile:
- Die Weltordner. Bei Vanilla steckt alles in einem einzigen Ordner (standardmäßig
world). Läuft bei dir Paper, Spigot oder Purpur, sind Nether und End inworld_netherundworld_the_endausgelagert — also drei Ordner statt einem. Das ist gleich der häufigste Fehler beim Umzug: Wer nurworldkopiert, kommt auf dem neuen Server mit einem brandneuen Nether und End an. - Der Ordner
pluginsbzw.mods. Nicht nur die JAR-Dateien, sondern auch sämtliche Unterordner: Dort liegen die Konfigurationen und die Daten deiner Plugins, von den LuckPerms-Rängen bis zu den Kontoständen deiner Wirtschaft. - Die Konfigurationsdateien im Hauptverzeichnis. Also
server.properties,bukkit.yml,spigot.ymlund den Paper-Konfigordner, dazuops.json,whitelist.jsonundbanned-players.json. - Spielerdaten. Inventare, Positionen und Statistiken liegen in
world/playerdataundworld/statsund reisen damit automatisch mit deinem Weltordner mit. Aber Achtung: Viele Plugins speichern Spielerdaten in ihrem eigenen Unterordner oder sogar in einer Datenbank — dazu gleich mehr.
Du bist dir nicht sicher, ob du etwas brauchst? Nimm es mit. Speicherplatz ist billig, eine verlorene Konfiguration neu aufzubauen ist es nicht.
Schritt 1: ein vollständiges Backup per SFTP
Stoppe zuerst deinen Server, oder halte zumindest die Schreibvorgänge auf die Festplatte an: mit save-off, gefolgt von save-all. Eine Welt zu kopieren, während der Server aktiv hineinschreibt, führt geradewegs zu beschädigten Chunk-Dateien — und das merkst du erst, wenn es zu spät ist.
Verbinde dich danach per SFTP mit deinem aktuellen Server (mit einem Programm wie FileZilla oder WinSCP; die Zugangsdaten findest du im Panel deines jetzigen Hosters) und lade den kompletten Serverordner auf deinen eigenen PC herunter. Ja, wirklich alles — auch die Ordner, bei denen du nicht genau weißt, wozu sie da sind. Je nach Größe deiner Welt kann das eine Weile dauern; eine gut bespielte Survival-Welt hat schnell mehrere Gigabyte. Prüfe hinterher, ob der Download vollständig ist, indem du Dateianzahl und Gesamtgröße mit dem vergleichst, was auf dem Server liegt. Diese lokale Kopie ist dein Sicherheitsnetz: Was danach auch schiefgeht, du hast immer noch alles.
Schritt 2: auf dem neuen Hoster exakt dieselbe Version wählen
Bestelle deinen neuen Server und wähle dort denselben Servertyp und dieselbe Minecraft-Version, die du jetzt betreibst: Paper zu Paper, Forge zu Forge, 1.21 zu 1.21. Ein Umzug ist nicht der Moment, um gleich auch noch zu upgraden. Eine Welt, die einmal in einer neueren Version geöffnet wurde, kommt nicht mehr zurück — und wenn dann etwas schiefgeht, weißt du nicht, ob der Umzug oder das Upgrade schuld ist. Erst umziehen, dann (mit frischem Backup) upgraden.
Du weißt nicht genau, welche Version bei dir läuft? Schau in das Startlog deines aktuellen Servers; dort stehen die exakte Versionsnummer und die Serversoftware wörtlich drin.
Schritt 3: alles hochladen und testen — während der alte Server weiterläuft
Lade dein komplettes Backup per SFTP auf den neuen Server. Prüfe vor dem Start zwei Dinge: Läuft die Serversoftware in der richtigen Version, und zeigt level-name in server.properties auf den Namen deines Weltordners? Starte danach den Server und nimm dir Zeit für einen echten Test:
- Lies das Startlog. Jedes Plugin, das nicht lädt, und jede Konfiguration, die nicht stimmt, steht dort im Klartext.
- Logge dich ein und lauf durch deine Hauptwelt, den Nether und das End. Stehen deine Bauwerke so da, wie du sie verlassen hast?
- Kontrolliere dein Inventar, deine Enderkiste sowie deinen Rang und deine Rechte.
- Teste die Plugins, auf die es wirklich ankommt: Wirtschaft, Claims, Homes, Shops.
Und jetzt kommt der wichtigste Satz dieser ganzen Anleitung: Dein alter Server läuft währenddessen ganz normal weiter. Deine Spieler merken nichts, du testest in aller Ruhe. Funktioniert etwas nicht, hast du alle Zeit der Welt, der Sache auf den Grund zu gehen, ohne dass auch nur ein Spieler etwas davon mitbekommt. Erst wenn auf dem neuen Server alles passt, gehst du zur Umstellung über.
Schritt 4: mit höchstens ein paar Minuten Downtime umschalten
Verbinden sich deine Spieler über einen Domainnamen (zum Beispiel play.jouwserver.nl), ist der Wechsel fast unsichtbar. So eine Domain zeigt über einen A-Record oder einen SRV-Record (_minecraft._tcp) auf deinen Server. Senke einen Tag vorher die TTL dieses Records auf zum Beispiel 300 Sekunden, damit die Änderung später innerhalb von Minuten übernommen wird statt erst nach Stunden.
Die Umstellung selbst läuft dann so ab:
- Kündige ein kurzes Wartungsfenster an und wähle einen ruhigen Zeitpunkt.
- Sperre den alten Server: Whitelist an oder Server aus, damit sich nichts mehr ändert.
- Lade die Weltordner und die Spielerdaten noch ein letztes Mal herunter und spiel sie auf dem neuen Server ein. Seit deinem Test-Backup wurde ja weitergespielt; dieser letzte Abgleich sorgt dafür, dass niemand Fortschritt verliert. Deine Configs und Plugins liegen schon dort, das geht also viel schneller als beim ersten Mal.
- Stelle den DNS-Record um auf die Adresse des neuen Servers und starte ihn.
- Lass den alten Server noch eine Weile bestehen, ausgeschaltet. Kündige ihn erst, wenn der neue ein paar Tage rundläuft — das ist dein letztes Sicherheitsnetz.
Spielen deine Leute auf einer nackten IP-Adresse ohne Domain, kommst du nicht darum herum, die neue Adresse über deinen Discord zu teilen. Sieh es als guten Anlass, doch noch eine Domain mit SRV-Record einzurichten: Beim nächsten Mal, wenn sich etwas ändert, bekommt es niemand mehr mit.
Die klassischen Stolperfallen
Ehrlich gesagt: Die meisten Umzüge klappen auf Anhieb, aber wenn doch etwas schiefgeht, ist es fast immer einer dieser drei Punkte.
- Vergessene Konfigurationsdateien. Die Welt mitzunehmen schafft jeder; die Rechte, die Whitelist und diese eine angepasste Plugin-Config zu vergessen, ist der Klassiker. Genau deshalb kopierst du in Schritt 1 den kompletten Serverordner und nicht eine Auswahl „wichtiger“ Dateien.
- Versionsunterschiede. Eine 1.21-Welt auf einer anderen Serverversion oder einem anderen Servertyp zu öffnen, gibt im besten Fall Fehlermeldungen und im schlimmsten Fall stillen Schaden an deiner Welt. Halte Version und Software während des Umzugs exakt gleich.
- Spielerdaten außerhalb des Weltordners. Wirtschafts-, Quest- und Statistik-Plugins legen ihre Daten oft in ihrem eigenen Unterordner unter
pluginsab, manchmal auch in einer MySQL-Datenbank. Diese Datenbank liegt eben nicht in deinem Serverordner: Erstelle über das Panel deines aktuellen Hosters einen Export (Dump) davon und importiere ihn auf dem neuen Server. Vergisst du das, fängt jeder wieder bei einem Kontostand von null an.
Traust du dich nicht ran? Du stehst nicht allein da
Das ganze Geschiebe mit Ordnern und Records musst du nicht allein durchdenken. Wechselst du zu einem Minecraft-Server von MC-Node, denkt unser Support mit, wenn du unterwegs irgendwo hängen bleibst. Dein Server läuft bei uns auf eigener Hardware mit NVMe-Speicher im Previder-Rechenzentrum in Hengelo, DDoS-Schutz inklusive. Die Pakete starten schon ab € 0,50 pro Monat (rechne mit rund € 1,10 pro GB RAM) und alles ist monatlich kündbar — ziemlich angenehm, wenn du gerade von woanders kommst und erst einmal sehen willst, ob es dir gefällt.
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