Windows VPS mieten: Lizenz, RDP und wann Linux klüger ist
Einen Windows VPS mietest du bei MC-Node auf der Normal-Linie: Dort wählst du Windows Server 2022 als Betriebssystem, und ab HEN-N-02 mit 4 GB für 5,30 € pro Monat lässt es sich angenehm damit arbeiten. Eine Windows-Lizenz ist nicht dabei. Ohne eigenen Schlüssel läuft Windows Server als Evaluierungsversion für 180 Tage, die du eine begrenzte Zahl von Malen verlängern kannst; danach aktivierst du eine Lizenz. Auf dem Server arbeitest du über Remotedesktop (RDP, Port 3389). Und ehrlich gesagt: Für Gameserver, Websites und Docker ist Linux meist günstiger und einfacher.
Windows geht auf dem Normal-VPS und dem VDS, nicht auf Budget
Unsere günstigsten VPS, die Budget-Linie ab 2,00 €, sind Container, die sich den Kernel des Hosts teilen. Darauf läuft nur Linux. Windows braucht eine vollständige virtuelle Maschine, und die bekommst du beim Normal-VPS (KVM) und beim VDS. Warum, liest du in KVM VPS erklärt.
Die Normal-Linie läuft auf AMD-EPYC-7443P-Prozessoren mit DDR4-Arbeitsspeicher und NVMe-Speicher, auf eigener Hardware im Previder-Rechenzentrum in Hengelo. Willst du später das Betriebssystem wechseln, installierst du über das VPS-Panel neu (so änderst du dein Betriebssystem); dabei wird allerdings alles auf dem VPS gelöscht.

Die Lizenz: 180 Tage Evaluierung, danach ein eigener Schlüssel
Beim VPS ist keine Windows-Lizenz dabei. Ohne Schlüssel läuft Windows Server 2022 als Evaluierungsedition, und die läuft laut Microsoft 180 Tage. Ob du eine Evaluierungsversion hast, siehst du in einer Eingabeaufforderung als Administrator: Beim ersten Befehl enthält der Editionsname „Eval“, beim zweiten steht EVAL in der Ausgabe.
DISM /online /Get-CurrentEdition
slmgr.vbs /dlvVerlängern mit slmgr /rearm
Mit slmgr.vbs /rearm setzt du die Aktivierungstimer zurück; starte den Server danach neu. Das geht eine begrenzte Zahl von Malen. Wie oft noch, zeigt slmgr.vbs /dlv beim rearm count. Die Schritte stehen in Wie aktiviere ich meine Windows-Lizenz?. Sieh das Rearmen als Testzeit, nicht als Weg, Windows dauerhaft ohne Lizenz zu nutzen.
Lass den Zeitraum nicht ablaufen. Microsoft beschreibt das genaue Verhalten danach nicht in seiner Dokumentation, aber Admins berichten, dass sich eine abgelaufene Evaluierung immer wieder von selbst herunterfährt.
In eine Vollversion umwandeln
Mit einem Produktschlüssel wandelst du die Evaluierung ohne Neuinstallation um. Schau zuerst, welche Editionen möglich sind:
DISM /online /Get-TargetEditions
DISM /online /Set-Edition:ServerStandard /ProductKey:XXXXX-XXXXX-XXXXX-XXXXX-XXXXX /AcceptEulaZwei Stolperfallen aus der Dokumentation von Microsoft: Eine Datacenter-Evaluierung lässt sich nur in Datacenter umwandeln, nicht in Standard. Und eine Evaluierung mit Desktop (Desktop Experience) wird nie zu einer Core-Version. Steht die Edition, die du willst, nicht in der Liste von /Get-TargetEditions, ist eine saubere Neuinstallation nötig. Prüf das also, bevor du einen Schlüssel kaufst.
Kauf eine gültige Lizenz bei einem autorisierten Händler und lass dir dabei sagen, ob sie für den Einsatz auf einem gemieteten virtuellen Server geeignet ist; die Bedingungen unterscheiden sich je nach Lizenztyp. Gut zu wissen für 2026: Der reguläre Support (Mainstream) von Windows Server 2022 endet im Oktober 2026, Sicherheitsupdates kommen aber weiterhin bis Oktober 2031.
Rechne mit mindestens 4 GB Arbeitsspeicher
Microsoft nennt für Windows Server 2022 als Minimum 2 GB Arbeitsspeicher für die Version mit Desktop (1 GB für Server Core) und 32 GB Speicherplatz (laut Microsoft ein absolutes Minimum). Das sind Installationsanforderungen, keine Arbeitsempfehlung: Für den Nachfolger Windows Server 2025 empfiehlt Microsoft bei der Desktopversion bereits 4 GB. Mit einer RDP-Sitzung, einem Browser und deinem eigenen Programm bleibt bei 2 GB wenig übrig. Unser Rat:
- HEN-N-01 (2 vCores, 2 GB, 40 GB NVMe, 3,40 €): lässt sich installieren, ist aber zu knapp, um angenehm damit zu arbeiten.
- HEN-N-02 (2 vCores, 4 GB, 60 GB NVMe, 5,30 €): der Startpunkt für eine leichte Anwendung, die rund um die Uhr läuft.
- HEN-N-03 (4 vCores, 8 GB, 80 GB NVMe, 9,50 €): für eine Datenbank oder ein paar Programme nebeneinander.
- HEN-N-04 (4 vCores, 12 GB, 100 GB NVMe, 13,40 €) und höher: für schwerere Software.
Hochskalieren kannst du später im Kundenpanel; alles ist monatlich kündbar, und DDoS-Schutz ist im Preis inbegriffen.
Verbinden über Remotedesktop (RDP)
RDP lauscht standardmäßig auf Port 3389 (TCP und UDP). Du brauchst die IP-Adresse deines VPS und die Zugangsdaten aus deinem Kundenpanel.
- Von Windows aus: Tipp im Startmenü Remotedesktopverbindung oder
mstscein, gib die IP-Adresse ein und danach deinen Benutzernamen und dein Passwort. - Von macOS, iPhone, iPad oder Android aus: Nutze die Windows App von Microsoft. Für eine Verbindung zu einem einzelnen PC oder Server musst du dich darin nicht mit einem Microsoft-Konto anmelden.
Bei der ersten Verbindung bekommst du eine Meldung, dass die Identität des Servers nicht überprüft werden kann. Bei einem frischen Server ist das normal: Prüf die IP-Adresse und mach weiter. Die Schritte stehen in Wie verbinde ich mich per Remotedesktop?.
RDP absichern: vier Maßnahmen für den ersten Tag
Ein RDP-Port, der fürs ganze Internet offen ist, zieht automatisierte Anmeldeversuche an; DDoS-Schutz hilft dagegen nicht:
- Nutze ein langes, einzigartiges Passwort. Der eingebaute Administrator fällt laut Microsoft nicht unter die normale Kontosperrung, endloses Raten wird also nicht von selbst gebremst.
- Lass Network Level Authentication (NLA) eingeschaltet. Mit NLA meldest du dich an, bevor eine Sitzung aufgebaut wird. Microsoft empfiehlt, es eingeschaltet zu lassen.
- Installiere Updates. Führ Windows Update direkt nach der Installation aus und danach jeden Monat.
Öffne RDP nur für deine eigene IP-Adresse. In PowerShell (als Administrator):
Set-NetFirewallRule -Name RemoteDesktop-UserMode-In-* -RemoteAddress 203.0.113.25Der Name mit * erfasst die Standardregeln für RDP über TCP und UDP. Ersetze die Beispieladresse durch deine eigene öffentliche IP. Wechselt deine IP zu Hause ab und zu, gib mehrere Adressen oder einen Bereich an; sperrst du dich selbst aus, bleibt noch die Konsole im VPS-Panel.
Die Portnummer zu ändern (Registrierungswert PortNumber) erspart dir vor allem Rauschen im Protokoll und ersetzt keine dieser Maßnahmen. Leg in dem Fall zuerst eine Firewallregel für den neuen Port an, sonst sperrst du dich selbst aus.
Wann Linux klüger ist
Für viele beliebte Anwendungen ist Windows ein Umweg:
- Gameserver. Pterodactyl, die Basis unseres Gamepanels, führt seinen Wings-Dienst laut eigener Dokumentation nicht unter Windows aus (siehe Pterodactyl auf deinem eigenen VPS). Für einen Server mit deiner Gruppe ist ein Gameserver-Paket oft günstiger und einfacher (VPS oder Gameserver).
- Websites. Ein Webstack mit nginx oder Apache, PHP und MariaDB ist auf Linux zu Hause, und oft ist Webhosting noch einfacher (Webhosting oder VPS). Eine ASP.NET-App auf dem modernen .NET läuft auch unter Linux; nur das alte .NET Framework, etwa mit Web Forms, ist an Windows gebunden.
- Docker. Linux-Container können laut Microsoft nicht direkt unter Windows laufen; dafür ist eine zusätzliche Virtualisierungsschicht mit Hyper-V nötig. Auf einem VPS, der selbst schon eine virtuelle Maschine ist, ist das ein Umweg; unter Linux startest du einen Container einfach mit
docker run. - Preis. Ein Discord-Bot oder ein kleines Script unter Linux passt auf den Budget-VPS für 2,00 € mit 1 GB. Windows braucht in der Praxis mindestens das Paket für 5,30 €, plus eine Lizenz (siehe auch was du für 2 bis 10 € bekommst).
Wann Windows doch die richtige Wahl ist
Nimm einen Windows VPS, wenn du Software betreibst, die es nur für Windows gibt und die rund um die Uhr laufen muss: ein Windows-Programm mit eigenem Serverteil, eine ältere Unternehmensanwendung auf .NET Framework oder ein Tool, das du von überall per RDP bedienen willst. Auch als Windows-Testumgebung getrennt von deinem eigenen PC ist das eine saubere Lösung, die du nach einem Monat wieder kündigst.
Wann nicht: wenn du einen PC in der Cloud zum Zocken oder für den Videoschnitt suchst, denn in unseren VPS-Paketen steckt keine Grafikkarte. Und wenn du Windows nur wählst, weil du Linux nicht kennst: Einen Linux-VPS mit einer guten Anleitung lernst du schneller, als du denkst, und du sparst dir die Lizenz.
Häufige Fragen
Ist bei einem Windows VPS von MC-Node eine Windows-Lizenz dabei?
Nein. Ohne eigenen Schlüssel läuft Windows Server 2022 als Evaluierungsversion für 180 Tage, die du mit slmgr /rearm eine begrenzte Zahl von Malen verlängerst. Danach wandelst du sie mit DISM /Set-Edition und einem gültigen Produktschlüssel in eine Vollversion um.
Wie viel RAM braucht ein Windows VPS?
Microsoft nennt für Windows Server 2022 mit Desktop 2 GB als Minimum, aber das ist eine Installationsanforderung. Um angenehm zu arbeiten, sind 4 GB die realistische Untergrenze; bei MC-Node ist das der HEN-N-02 für 5,30 € pro Monat.
Wie verbinde ich mich mit meinem Windows VPS?
Über Remotedesktop (RDP), das standardmäßig Port 3389 nutzt. Unter Windows startest du mstsc, unter macOS, iOS und Android nutzt du die Windows App von Microsoft. Du gibst die IP-Adresse deines VPS ein und meldest dich mit den Daten aus deinem Kundenpanel an.
Was passiert, wenn der Evaluierungszeitraum von Windows Server abläuft?
Dann ist Windows nicht mehr aktiviert. Microsoft dokumentiert das Verhalten danach nicht genau, aber Admins berichten, dass sich der Server dann immer wieder von selbst herunterfährt. Verhindere das mit slmgr /rearm, solange noch Rearms übrig sind, oder wandle die Evaluierung mit einem eigenen Produktschlüssel in eine Vollversion um.