Dedicated Server mieten: Wann brauchst du wirklich einen?
Einen Dedicated Server mietest du, wenn du eine komplette physische Maschine brauchst: alle Prozessorkerne, den ganzen Arbeitsspeicher und alle Laufwerke nur für dich, ohne Nachbarn auf derselben Hardware. Wirklich nötig ist das für ein großes Game-Netzwerk, eigene Virtualisierung mit Proxmox, Datenbanken, die den ganzen Tag schreiben, oder Unternehmenssoftware, die berechenbar laufen muss. Für einen einzelnen Gameserver oder eine kleine Website ist er fast immer zu viel: Dafür bist du mit einem Gameserver, VPS oder VDS günstiger und schneller am Ziel.
Ein Dedicated Server ist eine ganze Maschine, und du bist der Admin
Du mietest einen physischen Server in einem Rechenzentrum. Der Hoster kümmert sich um Strom, Kühlung, Netzwerk und die Hardware; alles ab dem Betriebssystem gehört dir. Du bekommst Root- oder Administratorzugang und installierst, was du willst: einen Hypervisor, einen Webserver, ein Gamepanel oder eigene Software.
Wichtig: Ein Dedicated Server ist in der Regel unmanaged. Updates, Backups, Firewall und Sicherheit regelst du selbst, es sei denn, in deinem Vertrag steht ausdrücklich eine Verwaltung. Eine defekte Festplatte tauscht der Hoster; ein gehackter Account ist dein Problem.
Gameserver, VPS, VDS oder Dedicated: Der Unterschied liegt darin, was du teilst
- Gameserver: Du teilst die ganze Maschine. Unser Gamepanel basiert auf Pterodactyl, das jeden Server in einem eigenen Docker-Container ausführt. Du verwaltest das Spiel, das System darunter verwalten wir.
- VPS: eine eigene virtuelle Maschine mit eigenem Betriebssystem, aber die Prozessorkerne teilst du mit anderen Kunden. Mehr dazu in Was ist ein VPS und wann brauchst du einen?
- VDS: ebenfalls eine virtuelle Maschine, aber mit Kernen, Arbeitsspeicher und Speicherplatz, die fest für dich reserviert sind. Die physische Maschine, und damit die Laufwerke und die Netzwerkanbindung, teilst du trotzdem noch. Den Unterschied erklärt VDS gegen VPS.
- Dedicated: Du teilst nichts. Kein Hypervisor des Hosters zwischen dir und der Hardware, keine Nachbarn auf denselben Laufwerken.

Wann du wirklich einen brauchst
- Ein großes Game-Netzwerk. Ein Minecraft-Netzwerk mit Proxy, Lobby und mehreren Spielmodi, oder ein paar FiveM-Server mit einer gemeinsamen Datenbank. Laut Minecraft Wiki nutzt ein einzelner Minecraft-Server meist höchstens drei Kerne, und vor allem zählt die Geschwindigkeit pro Kern. Zwölf oder sechzehn schnelle Kerne tragen also viele Server nebeneinander.
- Eigene Virtualisierung mit Proxmox. Proxmox VE ist eine auf Debian basierende Plattform für virtuelle Maschinen (KVM) und Container (LXC) und braucht für virtuelle Maschinen einen Prozessor mit Intel VT oder AMD-V. Auf einem VPS geht das nur über verschachtelte Virtualisierung (Nested Virtualization), die der Hoster erlauben muss; ohne Hardwareunterstützung warnt das Proxmox-Wiki vor virtuellen Maschinen, die zehnmal langsamer sind, oder schlimmer.
- Datenbanken und Speicher mit viel IO. Eine Datenbank, die den ganzen Tag schreibt, hat wenig von schnellen Kernen, wenn jemand anderes dieselben Laufwerke belastet. Auf einem Dedicated Server gehören die Laufwerke nur dir.
- Unternehmensanwendungen. Ein ERP-System, ein Windows-Server für dein Team oder Tools, bei denen deine Kunden verlangen, dass niemand sonst auf der Hardware läuft.
- Feste Kerne ohne Nachbarn. Ein VDS gibt dir feste Kerne; willst du auch die Laufwerke und den Netzwerkport für dich allein, bleibt nur Dedicated.
Wann du keinen brauchst
Ehrlich gesagt: Die meisten, die danach suchen, brauchen keinen.
- Ein einzelner Gameserver. Ein Minecraft-Server beginnt bei 0,50 € pro Monat, ein FiveM-Server bei 1,75 €. Dabei sind ein Panel, Backups und DDoS-Schutz; auf einem Dedicated Server regelst du das selbst. Bist du unsicher, lies VPS oder Gameserver: Was brauchst du wirklich?
- Eine kleine Website oder ein paar Bots. Ein VPS ab 2,00 € oder normales Webhosting reicht locker.
- Du willst feste Kerne, aber keine Hardware verwalten. Ein VDS beginnt bei 28,00 € mit zwei festen Kernen auf einem Ryzen 9 7950X3D und steht innerhalb einer Minute bereit.
- Du willst kein Systemadministrator sein. Dann ist jeder Unmanaged-Server zu viel Arbeit.
Worauf du beim Mieten achtest
Prozessor: Generation und Geschwindigkeit pro Kern
Für Spiele zählt die Geschwindigkeit pro Kern mehr als die Zahl der Kerne. Ein Intel Xeon E3-1275 v6 von 2017 hat vier Kerne und schafft maximal 4,2 GHz; ein AMD Ryzen 9 9950X von 2024 hat sechzehn und boostet bis 5,7 GHz, auf einer viel neueren Architektur. Schau also auf das genaue Modell.
ECC-Arbeitsspeicher
ECC-Speicher erkennt und korrigiert Bitfehler im Arbeitsspeicher. Für Datenbanken, Virtualisierung und Server, die monatelang am Stück laufen, ist das ein echter Mehrwert. Der Xeon E3-1275 v6 unterstützt ECC; bei Ryzen hängt es laut AMD vom Mainboard ab. Frag also nach, ob der Speicher wirklich ECC ist, statt es einfach anzunehmen.
Speicher: Nicht jede SSD ist gleich
„SSD“ kann ein SATA-Laufwerk sein oder ein NVMe-Laufwerk, das über PCIe viel schneller ist. Auch die Klasse zählt: Die Proxmox-Dokumentation empfiehlt SSDs mit Power-Loss-Protection und rät von Consumer-SSDs ab. Kannst du zwei Laufwerke nehmen, spiegelst du sie im RAID 1.
Netzwerk, IPv4 und DDoS-Schutz
Achte auf den Uplink und auf deinen Traffic: Fair Use oder ein Limit in Terabyte pro Monat. IPv4-Adressen sind knapp; das RIPE NCC, das sie in Europa vergibt, hatte am 25. November 2019 keine freien Adressen mehr. Bekommen deine virtuellen Maschinen jeweils eine öffentliche Adresse, schau, wie viele Adressen du bekommst und was zusätzliche kosten. Und ohne DDoS-Schutz ist ein Gameserver ein leichtes Ziel.
Verwaltung, Lieferzeit und Vertrag
Unmanaged heißt: selbst Updates installieren, Backups machen und woanders aufbewahren und den Server absichern, mit SSH-Schlüsseln statt Passwort, einer Firewall und nur den Ports offen, die du nutzt. Rechne auch mit Lieferzeit: Ein Dedicated Server wird für dich eingerichtet, das dauert Tage statt Sekunden. Achte schließlich auf Vertragslaufzeit und einmalige Setupkosten, und vergleiche den Gesamtbetrag im Warenkorb, nicht den Ab-Preis.
Was MC-Node anbietet
Unsere Dedicated Server stehen auf eigener Hardware im Previder-Rechenzentrum in Hengelo, mit DDoS-Schutz inklusive, und sind monatlich kündbar. Die vier Modelle, mit den Preisen, wie sie aktuell auf der Shopseite stehen:
| Modell | Prozessor | Arbeitsspeicher und Speicher | Uplink | Ab pro Monat |
|---|---|---|---|---|
| ECO-001 | Intel Xeon E3-1275 v6, 4 Kerne / 8 Threads, bis 4,2 GHz | ab 32 GB DDR4 ECC, 500 GB – 1 TB SSD | 1 Gbit, 1× IPv4 | 49,95 € (auf Anfrage) |
| CORE-001 | AMD Ryzen 9 5900X, 12 Kerne / 24 Threads, bis 4,8 GHz | ab 32 GB DDR4, 500 GB – 3,8 TB NVMe | 2 – 20 Gbit | 134,99 € |
| PRIME-001 | AMD Ryzen 9 7900X, 12 Kerne / 24 Threads, bis 5,6 GHz | ab 32 GB DDR5, 500 GB – 3,8 TB NVMe | 2 – 20 Gbit | 186,87 € |
| PRIME-002 | AMD Ryzen 9 9950X, 16 Kerne / 32 Threads, bis 5,7 GHz | ab 32 GB DDR5, 500 GB – 3,8 TB NVMe | 2 – 20 Gbit | 206,37 € |
CORE und PRIME bestellst du direkt, mit einer Lieferzeit von 48 bis 72 Stunden laut Produktkarte. ECO-001 gibt es auf Anfrage, mit Lieferung innerhalb weniger Tage. Bei der Bestellung stellst du Arbeitsspeicher, Laufwerke, Netzwerk und die Zahl der IPv4-Adressen zusammen und wählst das Betriebssystem, unter anderem Ubuntu, Debian, AlmaLinux oder Windows Server. Achtung bei Windows: Die Lizenz ist nicht inbegriffen. Pterodactyl kannst du vorinstallieren lassen. Den genauen Monatsbetrag und die einmaligen Setupkosten siehst du im Bestellschritt.
Ehrlicher Rat zu dieser Liste: Der ECO-001 hat einen älteren Prozessor mit ECC-Speicher. Bestens für Webhosting, einen Medienserver oder ein Homelab, aber nicht für ein gut besuchtes Game-Netzwerk; dafür sind CORE und PRIME pro Kern viel schneller. Bei CORE und PRIME nennen Produktkarte und Bestellschritt kein ECC; brauchst du ECC, nimm den ECO-001. Und geh davon aus, dass du den Server selbst verwaltest.
Häufige Fragen
Was kostet es pro Monat, einen Dedicated Server zu mieten?
Bei MC-Node beginnt ein Dedicated Server bei 49,95 € pro Monat (ECO-001, auf Anfrage) und bei 134,99 € für den direkt bestellbaren CORE-001. Die PRIME-Modelle beginnen bei 186,87 € und 206,37 €. Der Endbetrag hängt von Arbeitsspeicher, Laufwerken, Netzwerk und den IPv4-Adressen ab, die du wählst.
Was ist der Unterschied zwischen einem Dedicated Server und einem VPS?
Bei einem VPS teilst du einen physischen Server, und damit die Prozessorkerne, mit anderen Kunden. Bei einem Dedicated Server gehört die ganze Maschine dir. Ein VPS ist günstiger; ein Dedicated Server ist berechenbarer und eignet sich für eigene Virtualisierung und schwere Datenbanken.
Brauche ich einen Dedicated Server für einen Minecraft- oder FiveM-Server?
Für einen einzelnen Server fast nie. Ein Gameserver-Paket (Minecraft ab 0,50 €, FiveM ab 1,75 €) ist günstiger und hat ein Panel, Backups und DDoS-Schutz. Ein Dedicated Server wird erst sinnvoll bei einem Netzwerk aus mehreren Servern, das du selbst verwalten willst.
Kann ich Proxmox auf einem Dedicated Server installieren?
Ja. Proxmox VE braucht einen Prozessor mit Intel VT oder AMD-V, und den hast du auf einem Dedicated Server direkt zur Verfügung. Proxmox steht bei der Bestellung nicht in unserer OS-Auswahl, aber das Proxmox-Wiki beschreibt, wie du es auf Debian installierst. Willst du virtuellen Maschinen eine eigene öffentliche Adresse geben, rechne mit zusätzlichen IPv4-Adressen.