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Enshrouded Dedicated Server: die Einstellungen, die zählen

Enshrouded Dedicated Server: die Einstellungen, die zählen

Enshrouded ist auf einem Dedicated Server ein anderes Spiel als im Koop über Steam: Die Welt läuft weiter, wenn du offline bist, Freunde können einloggen, wann sie wollen, und du bestimmst selbst, wie schwer das Abenteuer wird. Diese letzte Entscheidung triffst du nicht im Spiel, sondern in einer Datei: enshrouded_server.json. Darin stehen die Presets, eine lange Liste von Multiplikationsfaktoren und eine Handvoll Schalter, die den Unterschied zwischen einem entspannten Bauserver und einem Überlebenskampf ausmachen, bei dem jeder Tod wehtut. Dieser Artikel erklärt, welche Einstellungen zählen, wie die Standardwerte aussehen, was Version 1.0 (seit dem 15. Oktober 2026) geändert hat und welche Kombinationen ein guter Ausgangspunkt sind.

Wo die Einstellungen liegen

Auf einem gehosteten Server bearbeitest du die enshrouded_server.json über den Dateimanager im Panel oder per SFTP. Die Datei hat ein paar allgemeine Felder, etwa name, slotCount, queryPort, saveDirectory und die Rollen in userGroups, darunter gameSettingsPreset und den Block gameSettings mit den Gameplay-Optionen. Ein einzelnes Serverpasswort gibt es nicht mehr: Jede Rolle hat ihr eigenes Passwort. Änderungen gelten erst nach einem Neustart; bearbeite die Datei also, während der Server aus ist. In unserem Panel werden Servername, Slotzahl und die Passwörter der Rollen bei jedem Start aus den Startup-Variablen in die Datei geschrieben. Diese Werte änderst du im Tab Startup, nicht in der Datei. Die Anleitung dazu steht in der Wissensdatenbank: Enshrouded-Server verwalten.

Die Presets und warum du meistens Custom wählst

Mit gameSettingsPreset wählst du einen Ausgangspunkt: Default, Relaxed, Hard, Survival oder Custom. Default ist das Standarderlebnis. Die Namen der anderen Presets sagen es schon: Relaxed ist milder, Hard und Survival sind schwerer. Welche Werte jedes Preset genau setzt, dokumentiert Keen nicht. Was Keen aber festhält, ist wichtiger: Nur wenn du „Custom“ wählst, kannst du die lange Liste einzelner Einstellungen anpassen. Willst du selbst an den Faktoren unten drehen, stell das Preset also auf Custom. Mit einem anderen Preset bringt es nichts, einzelne Werte zu ändern.

Faktoren: alles, was auf „Factor“ endet, ist ein Multiplikator

Der Kern der gameSettings sind die Faktoren. Ein Wert von 1 ist Standard, 2 das Doppelte, 0.5 die Hälfte. Ein höherer Spielerfaktor hilft den Spielern, ein höherer Gegnerfaktor macht das Spiel schwerer. Trägst du eine Zahl außerhalb des erlaubten Bereichs ein, nutzt der Server laut Keen einfach das Minimum oder Maximum. Die wichtigsten:

  • playerHealthFactor und playerStaminaFactor (0,25 bis 4): Gesundheit und Ausdauer der Spieler. Für eine Gruppe mit gemischter Erfahrung ist 1.25 ein angenehmer Mittelweg, ohne dass Kämpfe trivial werden.
  • enemyDamageFactor und enemyHealthFactor: wie hart Gegner zuschlagen und wie viel sie einstecken. Willst du Herausforderung ohne endloses Draufhauen, erhöhe den Schaden und lass die Gesundheit auf 1. Achtung: Die Skala für Gegnerschaden wurde in 1.0 neu kalibriert, siehe weiter unten.
  • playerBodyHeatFactor (0,5 bis 2) und bossHealthFactor mit bossDamageFactor (0,2 bis 5): Körperwärme bei Kälte sowie Zähigkeit und Schaden der Bosse, getrennt einstellbar, damit Bosskämpfe ein Gruppenereignis bleiben.
  • miningDamageFactor, plantGrowthSpeedFactor und resourceDropStackAmountFactor: Sammelgeschwindigkeit, Pflanzenwachstum und wie viel pro Drop fällt. Das sind die Regler, mit denen du einen Bauserver „flotter“ machst, ohne an den Kämpfen zu drehen.

Tag, Nacht und Wetter

Die Länge von Tag und Nacht steht in dayTimeDuration und nightTimeDuration, angegeben in Nanosekunden — nicht in Sekunden, und das ist ein häufiger Fehler. Standard sind 30 Minuten Tag und 12 Minuten Nacht; beides darf zwischen 2 und 60 Minuten liegen. Eine kurze Nacht ist angenehm für Spieler, die vor allem bei Tageslicht bauen wollen. Für einen Server, auf dem Leute nach der Arbeit eine Stunde einloggen, sind 40 Minuten Tag und 8 Minuten Nacht eine gute Idee: Jeder erlebt in einer Sitzung beide Phasen. Mit weatherFrequency (Disabled, Rare, Normal oder Often) legst du fest, wie oft das Wetter umschlägt.

Durability, Tombstone und der Preis des Sterbens

Zwei Einstellungen bestimmen, wie streng der Server ist. enableDurability steht standardmäßig auf true; auf false verschleißen Waffen und Werkzeuge nie. Praktisch für Casual-Gruppen, nimmt dem Spiel aber auch eine Wirtschaft. tombstoneMode regelt, was beim Tod zurückbleibt, und kennt drei Stufen: AddBackpackMaterials, Everything und NoTombstone. Mit einem Grabstein bedeutet ein Tod einen Rückweg statt eines Verlusts; bei NoTombstone bleibt kein Grabstein zurück. Kombinierst du harte Faktoren mit einer milden Tombstone-Einstellung, bekommst du Spannung, ohne dass Spieler nach einem unglücklichen Sturz aufgeben.

Was Enshrouded 1.0 an den Einstellungen ändert

Mit 1.0 hat Keen zwei Schwierigkeitseinstellungen angepasst. Die Einstellung für die Gegneranzahl hat eine neue Stufe bekommen, Automatic. Dabei zählt die Gruppe mit, und als Gruppe gilt laut Keen „every player actively playing in the vicinity“; Spieler anderswo auf der Karte zählen nicht mit. Außerdem wurde der Schieberegler für Gegnerschaden neu kalibriert, damit die Werte besser zu dem Schaden passen, den Gegner tatsächlich zusätzlich verursachen. Hattest du ihn vor 1.0 erhöht, prüf nach einem Spielabend, ob es sich noch so schwer anfühlt wie gewollt. Auch die Aufladezeit des Aufwinds und das Flame-Level, ab dem du den Shroud zurückdrängst, stellst du jetzt in den Welteinstellungen ein.

Der Haken: Keens Dokumentation zeigt am 18. Oktober noch die Einstellungen von Version 0.9, mit randomSpawnerAmount (Few, Normal, Many oder Extreme) für die Gegneranzahl und enemyDamageFactor von 0,25 bis 5. Wie du Automatic in die Datei schreibst und welche neuen Grenzen der Schadensfaktor hat, hat Keen nicht veröffentlicht. Rate nicht, denn bei ungültigem Text startet der Server nicht. Stellst du viele Gegner ein, nutze auf jeden Fall die neueste Version: Hotfix 1.0.0.2 behob einen Servercrash „when fighting a very large number of enemies“. Wie du aktualisierst, liest du in Enshrouded 1.0 und dein Server: Welt behalten, Backup und Update.

Spieler, Slots und Leistung

slotCount legt fest, wie viele Spieler gleichzeitig einloggen können: 1 bis 16. Mit reservedSlots hältst du pro Rolle Plätze frei. Laut Keen belegt der Server im Leerlauf etwa 4,4 GB plus bis zu 100 MB pro Spieler, mit höchstens etwa 6 GB; die 16 GB in Keens Spezifikationen gelten für die ganze Maschine. Unsere Messungen unter Proton liegen niedriger: 0,7 bis 1,1 GB bei wenigen Spielern. Unsere Empfehlung für unsere Enshrouded-Server:

  • 1 bis 2 Spieler, neue Welt: Amateur (2 GB, 3,00 €) geht, aber mit wenig Reserve.
  • 2 bis 4 Spieler: Beginner (4 GB, 6,00 €).
  • 5 bis 10 Spieler: Traveller (6 GB, 9,00 €).
  • 11 bis 16 Spieler oder eine große, weit ausgebaute Welt: Explorer (8 GB, 12,00 €).

Mehr als 8 GB sind laut Keens Zahlen nicht nötig. Die CPU wiegt schwerer: Keen nennt 6 Kerne und 12 Threads mit 3,2 GHz für 4 bis 6 Spieler und 8 Kerne und 16 Threads mit 3,7 GHz für 16. Unsere Server laufen auf AMD-Hardware mit NVMe; die Begründung steht in Wie viel RAM braucht ein Enshrouded-Server? Unsere Messungen für 1.0.

Drei Kombinationen für den Anfang

Stell für alle drei gameSettingsPreset auf Custom, sonst kannst du die einzelnen Werte nicht anpassen.

  • Bauserver mit Freunden: miningDamageFactor 1.5, resourceDropStackAmountFactor 1.5, enableDurability false, Nacht 6 Minuten.
  • Ausgewogenes Abenteuer: enemyDamageFactor 1.25, playerHealthFactor 1.1, eine Tombstone-Stufe mit Grabstein, Standardlänge für Tag und Nacht.
  • Hardcore-Gruppe: bossHealthFactor 1.5, enableStarvingDebuff true, Nacht 15 Minuten, Durability an, und die Abmachung, dass niemand die Einstellungen zwischendurch lockert.

Häufige Fehler

Achte beim Bearbeiten auf vier Fallen. Sekunden statt Nanosekunden bei der Tag- und Nachtlänge: Ein Wert von 1800 ist keine halbe Stunde, und weil der Server zu niedrige Werte laut Keen auf das Minimum setzt, bekommst du einen Tag von 2 Minuten. Faktoren anpassen, während das Preset nicht auf Custom steht: Dann wirkt deine Anpassung nicht. Ein Tippfehler in einem Textwert, etwa eine falsch geschriebene Tombstone-Stufe: Dann startet der Server laut Keen nicht. Und Name, Slots oder Passwörter in der Datei ändern: Unser Panel setzt sie bei jedem Start aus den Startup-Variablen zurück. Arbeite in dieser Reihenfolge: Server aus, Datei bearbeiten, Kopie der Datei aufheben, Server an, und in der Konsole auf 'HostOnline' (up)! warten. Erscheint diese Zeile nicht, schau zuerst auf deine letzte Änderung.

Updates und was du vorher regelst

Keen Games veröffentlicht regelmäßig Updates, die neue Einstellungen hinzufügen oder Standardwerte ändern; 1.0 ist das jüngste Beispiel. Sichere vor jedem Update den Save-Ordner und die enshrouded_server.json, und prüfe nach dem Update, ob deine angepassten Werte noch drinstehen. Wird eine Datei aus einer älteren Version falsch aktualisiert, darfst du sie laut Keen löschen; der Server legt dann eine neue an. Willst du den Server für Leute außerhalb deines Freundeskreises öffnen, nutze die Rollen in userGroups. Standardmäßig sind das Admin, Friend, Guest und Visitor, jede mit eigenem Passwort. Pro Rolle legst du unter anderem mit canEditBase, canEditWorld und canKickBan fest, wer bauen darf, wer sich nur umsehen darf und wer Administrator ist. Auf einem Dedicated Server funktionieren diese Rollen in 1.0 „as before“. So bleibt deine Welt auch bei wechselnden Spielern deine Welt.

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