Palworld Admin Commands, RCON und REST API richtig nutzen
Wer einen Palworld-Server betreibt, merkt schnell, dass die eigentliche Arbeit nach der Installation beginnt: Spieler moderieren, die Welt rechtzeitig speichern und Neustarts planen, ohne dass die halbe Community mitten im Bosskampf aus dem Spiel fliegt. Palworld gibt dir dafür drei Werkzeuge: In-Game Admin Commands, das alte RCON-Protokoll und die REST API. Gerade um die letzten beiden gibt es online viel Verwirrung, denn ein guter Teil der Admin-Guides empfiehlt dir nach wie vor RCON — dabei hat die offizielle Serverdokumentation RCON inzwischen für deprecated erklärt und kündigt an, dass es mit einem künftigen Update nicht mehr funktionieren wird. In diesem Guide fassen wir den aktuellen Stand zusammen, geprüft auf die 1.0-Syntax.
Zuerst: das Adminpasswort setzen
Alles beginnt beim Adminpasswort. Öffne PalWorldSettings.ini auf deinem Server und trage bei AdminPassword ein starkes Passwort ein:
AdminPassword="kies-iets-sterks"Starte den Server neu, damit die Änderung geladen wird. Öffne danach im Spiel den Chat und melde dich als Administrator an:
/AdminPassword kies-iets-sterksAb diesem Moment akzeptiert der Server deine Admin Commands. Nimm das Passwort ernst: Dasselbe Passwort ist später auch dein Zugang zur REST API, und jeder, der es kennt, kann deinen Server lahmlegen. Läuft dein Server noch auf einer älteren Version? In unserer Wissensdatenbank liest du, wie du deinen Palworld-Server auf 1.0 updatest.
Alle In-Game Commands im Überblick (1.0)
Das ist der vollständige offizielle Befehlssatz. Du tippst die Befehle in den In-Game-Chat, nachdem du dich mit /AdminPassword angemeldet hast:
| Command | Was er macht |
|---|---|
/ShowPlayers | Zeige alle Online-Spieler mit Name, Player-UID und Steam-ID |
/Info | Zeige Serverinformationen |
/Save | Speichere die Welt sofort |
/Broadcast {bericht} | Sende eine Nachricht an alle Spieler |
/KickPlayer {SteamID} | Entferne einen Spieler vom Server |
/BanPlayer {SteamID} | Banne einen Spieler |
/UnBanPlayer {SteamID} | Hebe einen Bann wieder auf |
/TeleportToPlayer {SteamID} | Teleportiere dich zu einem Spieler |
/TeleportToMe {SteamID} | Hole einen Spieler zu dir |
/Shutdown {seconden} {bericht} | Fahre den Server nach einem Countdown herunter, mit Hinweis an die Spieler |
/DoExit | Stoppe den Server sofort, ohne Countdown |
/ToggleSpectate | Schalte den Spectator-Modus ein oder aus |
Die Steam-IDs, die du zum Kicken, Bannen und Teleportieren brauchst, holst du dir mit /ShowPlayers. Zwei Praxistipps: Nachrichten mit Leerzeichen kommen nicht immer sauber an, nutze also notfalls Unterstriche (/Broadcast Herstart_over_5_minuten). Und hebe dir /DoExit für Notfälle auf; für einen normalen Stopp ist /Shutdown mit einem sauberen Countdown immer die bessere Wahl.
Warum gibt es kein /give?
Die meistgegoogelte Frage unter neuen Admins: Wie gebe ich einem Spieler nach einem Crash seine Items zurück, oder wie spawne ich einen Pal? Die ehrliche Antwort: gar nicht. Palworld hat auf Dedicated Servern kein /give, keine Spawn-Befehle und keine Möglichkeit, XP oder Items zu verteilen. Der offizielle Befehlssatz ist reines Werkzeug für die Serververwaltung — moderieren, speichern, herunterfahren — und keine Cheat-Konsole, wie du sie von manch anderem Survival-Game kennst.
Willst du trotzdem an den Stellschrauben drehen, gibt es zwei Wege. Welteinstellungen wie Drop-Raten und XP-Multiplikatoren passt du in PalWorldSettings.ini an; damit steuerst du die gesamte Ökonomie deines Servers. Und für echtes Item-Spawnen gibt es Mods, die aber eigenen Wartungsaufwand und Crash-Risiko mitbringen. Versprich deinen Spielern also keine Entschädigungs-Items nach einem Missgeschick: Das geht mit den Mitteln, die dir das Spiel gibt, schlicht nicht. Ein guter Backup-Plan verhindert mehr Frust, als es ein Give-Command je getan hätte.
RCON ist offiziell deprecated
RCON ist das klassische Remote-Console-Protokoll, das du vielleicht von anderen Gameservern kennst. Palworld unterstützt es noch (standardmäßig auf Port 25575, aktivierbar mit RCONEnabled=True), aber die offizielle Serverdokumentation ist hier glasklar: RCON ist deprecated, nutze die REST API, und RCON soll mit einem kommenden Update komplett aufhören zu funktionieren.
Dazu kommt, dass die Palworld-Implementierung von RCON nie ganz fertig war. Sie enthält einen bekannten Bug, durch den Spielernamen mit Multi-Byte-Zeichen (etwa japanische oder chinesische Namen) verstümmelt ankommen, was das Moderieren nach Namen unzuverlässig macht. Der Rat ist also simpel: Baue nichts Neues auf RCON, und wenn du bestehende Skripte oder Tools hast, die darauf setzen, migriere sie zur REST API, bevor ein Update sie kaputtmacht. Stößt du online auf einen Guide, der dich ausführlich RCON einrichten lässt, wirf einen Blick aufs Veröffentlichungsdatum — gut möglich, dass er vor der Einführung der REST API geschrieben wurde.
Die REST API: der neue Standard
Die REST API ist der offizielle Weg für die Verwaltung außerhalb des Spiels. Aktivieren kannst du sie in PalWorldSettings.ini:
RESTAPIEnabled=True
RESTAPIPort=8212Nach einem Neustart lauscht die API auf Port 8212 und nutzt HTTP-Basic-Authentifizierung: Benutzername admin, Passwort dein AdminPassword. Alle Endpoints liegen unter /v1/api/. Ein erster Test direkt vom Server aus:
curl -u admin:kies-iets-sterks http://localhost:8212/v1/api/infoDu bekommst JSON zurück, unter anderem mit Serverversion und -name. Die API kann alles, was die In-Game Commands können — announce (broadcast), kick, ban, unban, save und shutdown —, hat aber zusätzlich drei Funktionen, die es nur über die API gibt:
/v1/api/settings— die aktiven Servereinstellungen abfragen;/v1/api/metrics— Live-Serverdaten wie Framerate, Uptime und Spielerzahl;- der World Actor Snapshot — eine Momentaufnahme der Objekte in der Welt, vor allem für externe Tools interessant.
Gerade metrics ist Gold wert: Damit überwachst du die Gesundheit deines Servers, ohne dich im Spiel einzuloggen. Eine sinkende Server-Framerate ist zum Beispiel das erste Signal, dass das bekannte Speicherleck wieder zuschlägt.
Automatisieren: Saves und geplante Neustarts
Der große Vorteil einer HTTP-API: Alles, was curl aufrufen kann, kann deinen Server verwalten. Zwei Beispiele, die praktisch jeder Admin haben will. Zuerst automatische Saves, hier alle 30 Minuten per Cron:
*/30 * * * * curl -s -u admin:kies-iets-sterks -X POST http://127.0.0.1:8212/v1/api/saveUnd ein sauberer Neustart: erst warnen, dann mit Countdown herunterfahren. Deine Prozessverwaltung (oder das Hosting-Panel) startet den Server danach automatisch wieder:
curl -u admin:kies-iets-sterks -X POST http://127.0.0.1:8212/v1/api/announce \
-H "Content-Type: application/json" \
-d '{"message": "Server herstart over 5 minuten"}'
curl -u admin:kies-iets-sterks -X POST http://127.0.0.1:8212/v1/api/shutdown \
-H "Content-Type: application/json" \
-d '{"waittime": 300, "message": "Herstart over 5 minuten"}'Beachte, dass die API-Nachrichten sehr wohl mit Leerzeichen umgehen können. Eine wichtige Anmerkung zum Schluss: Öffne Port 8212 niemals ins Internet. Die API spricht schlichtes HTTP und dein Adminpasswort reist mit jeder Anfrage mit; die Dokumentation selbst sagt, dass die API nicht öffentlich erreichbar sein soll. Halte sie auf localhost oder innerhalb deines eigenen Netzwerks und schirme sie mit einer Firewall ab.
So läuft es im MC-Node-Panel
Läuft dein Server bei MC-Node, musst du für die tägliche Verwaltung nicht selbst mit Cron und curl basteln. Im Panel passt du PalWorldSettings.ini über den Dateimanager an (Adminpasswort eintragen, REST API aktivieren), verfolgst die Live-Logs und startest, stoppst oder restartest den Server mit einem Klick. Geplante Neustarts und automatische Backups richtest du im Panel ein — und gerade bei Palworld mit seinem berüchtigten Speicherverbrauch bei langen Uptimes willst du diese Neustarts vom ersten Tag an aktiv haben. Die API bleibt daneben ganz normal verfügbar für alle, die weiter automatisieren oder extern monitoren wollen.
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