Sodium, Lithium und FPS: Welcher Leistungsmod gehört wohin?
FPS und TPS sind zwei völlig verschiedene Dinge. FPS (Bilder pro Sekunde) beschreibt, wie flüssig dein PC das Spiel zeichnet; TPS (Ticks pro Sekunde) beschreibt, wie oft der Server die Welt pro Sekunde durchrechnet, mit 20 als Maximum. Sodium und Iris sind clientseitige Mods: Sie steigern deine FPS und tun für den Server buchstäblich nichts. Lithium, Canary, FerriteCore und ModernFix gehören auf die Serverseite und drücken die Tick-Zeit und den Speicherverbrauch nach unten, wobei FerriteCore 30 bis 40 Prozent RAM einspart. Fabulously Optimized bündelt die Clientseite in einem Fabric-Pack mit über 12 Millionen Downloads auf Modrinth.
Was ist der Unterschied zwischen FPS und TPS?
Ein Minecraft-Server rechnet die Welt zwanzigmal pro Sekunde durch. In jedem Tick aktualisiert er Mobs, lässt Pflanzen wachsen, verarbeitet Redstone und Maschinen und schickt das Ergebnis an alle, die online sind. Schafft er das innerhalb von 50 Millisekunden, bleibt die TPS bei 20 und die Spielzeit stimmt. Dauert ein Tick länger, sinkt die TPS und die Welt läuft in Zeitlupe: Öfen brennen langsamer, Mobs bewegen sich ruckartig.
FPS entstehen dagegen auf deinem PC. Dein Client bekommt den Weltzustand geliefert und zeichnet daraus so viele Bilder pro Sekunde wie möglich. Das erledigen Grafikkarte und Prozessor, wobei die Sichtweite (view-distance), die Grafikeinstellungen und Shader die größten Kostenfaktoren sind. Der Server weiß nicht einmal, wie viele FPS du erreichst.
Der Haken steckt in dieser Entkopplung. Bei 5 TPS holst du auf deinem eigenen Bildschirm immer noch 200 FPS heraus: Du zeichnest dann zweihundertmal pro Sekunde eine Welt, die sich kaum verändert. Umgekehrt läuft ein Server sauber mit 20 TPS, während ein Spieler mit einem alten Laptop bei 15 FPS hängt. Genau deshalb ist es laggt als Fehlerbeschreibung so wenig wert.
Warum beschreiben Spieler, die über Lag klagen, oft das falsche Problem?
Drei völlig verschiedene Probleme heißen bei Spielern alle Lag: niedrige FPS, niedrige TPS und hoher Ping. Sie fühlen sich unterschiedlich an, und du löst sie an drei verschiedenen Stellen.
| Was der Spieler merkt | Was es wirklich ist | Wo du es löst |
|---|---|---|
| Das Bild ruckelt beim Umsehen oder in neuem Gelände | Niedrige FPS | Auf dem Client: Sodium, geringere Sichtweite, weniger Shader |
| Abgebaute Blöcke kommen zurück, Mobs springen nach vorn, Kisten öffnen träge | Niedrige TPS | Auf dem Server: Lithium oder Canary, weniger Entitäten, dauerhaft geladene Chunks aufräumen |
| Alles läuft flüssig, reagiert aber verzögert, nach einem Sprung wirst du zurückgesetzt | Hoher Ping | Netzwerk: ein Serverstandort näher an deinen Spielern |
Der Test kostet dich dreißig Sekunden. Drücke F3: oben rechts stehen deine FPS. Frag danach die TPS mit /tps ab oder lass den Profiler spark mitschauen. Steht der Server bei 20 TPS, während sich jemand beschwert, liegt es an dessen PC oder Verbindung, und keine einzige Servereinstellung ändert daran etwas. Sinkt die TPS auf 12, hilft umgekehrt keine clientseitige Mod. In unserem Artikel zum Optimieren deines Minecraft-Servers steht, wie du diese Tick-Zeit Schritt für Schritt senkst.
Was steckt in Fabulously Optimized?
Fabulously Optimized ist ein Fabric-Modpack mit über 12 Millionen Downloads auf Modrinth, das rein auf Leistung ausgelegt ist. Es fügt keine Blöcke, Gegenstände, Mobs oder Dimensionen hinzu: Du spielst ganz normales Vanilla-Minecraft, nur flüssiger. Anders als bei einem Inhaltspack wie All the Mods 10 ändert sich nichts daran, was du im Spiel tun kannst.
Der Kern ist Sodium, das die Render-Engine von Minecraft weitgehend ersetzt: Es baut Chunks effizienter auf und zeichnet weniger Dinge, die du ohnehin nicht siehst. Darauf setzt Iris auf und lädt Shaderpacks, sodass du Shader nutzen kannst, ohne die alte Darstellung zurückzuholen. Dazu kommen Mods, die die Ladezeit und den Speicherverbrauch des Clients angehen.
Lithium steckt ebenfalls darin, und das verwirrt viele. Lithium optimiert Serverlogik, nicht dein Bild. Im Einzelspieler läuft dieser Server innerhalb deines eigenen Clients, dort merkst du ihn also sehr wohl. Spielst du auf einem fremden Server, bringt das Lithium in deinem Client-Pack diesem Server nichts: Er muss seine eigene Kopie laden.
Mit deinem Serveradmin musst du nichts absprechen, denn der Server bekommt gar nicht mit, dass du Sodium nutzt. Es handelt sich aber um ein Fabric-Pack: Spielst du ein Forge- oder NeoForge-Modpack, kannst du Fabulously Optimized nicht verwenden und suchst dir einzelne Mods für deinen Loader. Worin sich diese Loader unterscheiden, erklären wir in unserer Übersicht zu Modpacks und ihrer Installation.
Welche Mod gehört auf welche Seite?
| Mod | Seite | Was sie macht | Loader |
|---|---|---|---|
| Sodium | Client | Ersetzt die Render-Engine, mehr FPS | Fabric |
| Iris | Client | Lädt Shaderpacks zusätzlich zu Sodium | Fabric |
| Lithium | Server (und Einzelspieler) | Optimiert die Tick-Logik, ohne das Spielverhalten zu ändern | Fabric |
| Canary | Server | Tick-Optimierung für NeoForge-Packs | NeoForge |
| FerriteCore | Server (und Client) | 30-40 Prozent weniger RAM-Verbrauch | NeoForge |
| ModernFix | Server und Client | Kürzere Ladezeit und weniger Speicher bei großen Packs | NeoForge |
Die Loader-Spalte nennt den Loader, auf dem dir die jeweilige Mod am häufigsten begegnet; von vielen dieser Mods gibt es inzwischen Fassungen für mehrere Loader. Prüfe deshalb immer auf der Projektseite, ob es eine Fassung für genau deine Minecraft-Version und deinen Loader gibt. Mit einer Mod, die nicht passt, startet dein Server schlicht nicht.
Welche serverseitigen Mods bringen deiner TPS wirklich etwas?
Lithium ist das deutlichste Beispiel dafür, wie eine Leistungsmod aussehen sollte: Sie schreibt Vanilla-Logik wie Mob-KI, Blockupdates und Wegfindung so um, dass pro Tick weniger Arbeit anfällt, ohne dass sich das Spiel anders verhält. Lithium ist eine Fabric-Mod; läuft bei dir NeoForge, ist Canary die entsprechende Wahl. Beide erledigen dieselbe Aufgabe, und du setzt sie nicht nebeneinander ein.
FerriteCore geht den Speicher an statt der Rechenzeit. Große Packs registrieren riesige Mengen an Blockstate- und Modelldaten, in denen vieles doppelt vorkommt; FerriteCore fasst das zusammen und spart 30 bis 40 Prozent RAM. Bei All the Mods 10 mit 400 bis 500 Mods auf NeoForge und Minecraft 1.21.1 ist das der Unterschied zwischen knapp bemessen und genug Luft. ModernFix zielt vor allem auf die Startphase.
Was diese Mods nicht leisten: ein zu klein gewähltes Paket ausgleichen. ATM10 braucht mindestens 10 GB, 12 GB für eine kleine Gruppe und 14 bis 16 GB ab fünf Spielern. Fährst du keine Mods, sondern Plugins, sind Lithium und Canary kein Thema und dein Gewinn steckt in der Serversoftware: Paper bringt hunderte Leistungspatches gegenüber Spigot mit und ist für die meisten Server die Standardwahl.
Wie installierst du das auf beiden Seiten?
Auf der Clientseite, nur für dich selbst:
- Installiere einen Launcher, der mit Modrinth-Packs umgehen kann, oder richte den Fabric-Loader in deinem eigenen Launcher ein.
- Wähle die Fassung von Fabulously Optimized, die zu der Minecraft-Version passt, auf der du spielst.
- Starte das Spiel, ohne sonst etwas zu verändern, und notiere deine FPS mit F3.
- Schalte erst danach über Iris die Shader ein und erhöhe die Sichtweite Schritt für Schritt.
- Funktioniert eine Mod nicht mehr, die du selbst ergänzt hattest, nimm sie als Erstes wieder heraus.
Auf der Serverseite, für alle zusammen:
- Sieh nach, welchen Loader und welche Minecraft-Version dein Server fährt; das bestimmt, welche Dateien du brauchst.
- Miss zuerst: Lass spark bei normalem Andrang ein Profil erstellen, damit du hinterher vergleichen kannst.
- Lade pro Mod die Fassung für genau deine Version und deinen Loader herunter und lege sie in den Ordner
mods. - Starte neu und lies die Logdatei. Eine fehlende Abhängigkeit oder eine falsche Version siehst du dort sofort.
- Miss erneut. Bleibt die TPS gleich, lag dein Problem an einer ganz anderen Stelle.
Wann helfen Leistungsmods nicht?
Liegt das Problem am Ping, ändert keine einzige Mod etwas daran; die Entfernung zum Server ist Physik. Für eine Spielgruppe aus dem deutschsprachigen Raum gehört der Server nach Frankfurt und nicht nach Nordamerika, und genau deshalb betreiben wir eigene Hardware im Rechenzentrum Previder PDC2 in Hengelo, neben Standorten in Frankfurt, Warschau und Nordamerika. Beim Minecraft-Hosting von MC-Node wählst du diesen Standort selbst.
Frisst eine einzelne Mod, eine Farm oder ein Chunk die Tick-Zeit auf, verschiebst du das Problem mit Lithium oder Canary nur. Suche zuerst mit spark die Ursache und behebe sie; das halbiert die Tick-Zeit öfter, als es eine Optimierungsmod je schafft. Dasselbe gilt für zu wenig RAM: Die 30 bis 40 Prozent, die FerriteCore einspart, verschaffen dir Luft, zaubern aus einem 8-GB-Paket aber kein 14-GB-Paket.
Auf der Clientseite holt Sodium auf den meisten Rechnern deutlich etwas heraus, doch auf einem PC, der die Version ohnehin kaum packt, bleibt es ein Schieben von Randwerten; eine geringere Sichtweite und ausgeschaltete Shader bringen dort mehr. Bedrock-Spieler, die über Geyser hereinkommen, haben von Sodium überhaupt nichts, denn sie nutzen einen ganz anderen Client.
Häufig gestellte Fragen
Erhöht Sodium die TPS meines Servers? Nein. Sodium ist eine clientseitige Render-Mod und betrifft ausschließlich deine FPS. Der Server rendert nichts und bekommt gar nicht mit, dass du sie nutzt. Für die TPS brauchst du serverseitige Mods wie Lithium auf Fabric oder Canary auf NeoForge.
Kann ich Fabulously Optimized auf meinem Server installieren? Nein, das ist ein Client-Pack, das du in deinen Launcher legst; auf dem Server bringt es nichts. Die serverseitigen Gegenstücke installierst du einzeln im Ordner mods, jeweils in der Fassung, die zu deiner Minecraft-Version und deinem Loader passt.
Was ist eine gute TPS? 20 ist das Maximum und zugleich der Sollwert; mehr gibt es nicht. Zwischen 18 und 20 merken Spieler nichts. Unter 15 wird es beim Verhalten von Mobs und Maschinen sichtbar, unter 10 fühlt sich alles zäh an.
Funktionieren Lithium und Canary auf einem Paper-Server? Nein. Paper lädt Plugins und keine Mods, dort startet also weder Lithium noch Canary. Der Gewinn steckt in diesem Fall in der Serversoftware selbst: Paper bringt hunderte Leistungspatches gegenüber Spigot mit, und Purpur ist ein Paper-Fork mit zusätzlichen Optionen, der vollständig pluginkompatibel bleibt.
Wie viel Speicher spart FerriteCore? 30 bis 40 Prozent, vor allem bei großen Packs mit vielen Blöcken und Modellen. Bei All the Mods 10 auf NeoForge und Minecraft 1.21.1 ist das spürbar, die Untergrenze sinkt dadurch aber nicht: Dieses Pack will weiterhin mindestens 10 GB und ab fünf Spielern 14 bis 16 GB.