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WorldEdit und WorldGuard: bauen und den Spawn schützen

WorldEdit und WorldGuard: bauen und den Spawn schützen

WorldEdit und WorldGuard werden fast immer in einem Atemzug genannt, dabei machen sie völlig verschiedene Dinge. WorldEdit bearbeitet Terrain in Massen: Du markierst zwei Eckpunkte mit einer Holzaxt und verwandelst mit einem Befehl wie //set stone auf einen Schlag 200.000 Blöcke. WorldGuard zieht Regionen um ein Gebiet und setzt dort Regeln durch, etwa Bauverbot, kein PvP, keine Mob-Spawns und keinen Explosionsschaden. Sie gehören zusammen, weil WorldGuard kein eigenes Auswahlwerkzeug hat und deshalb WorldEdit voraussetzt; umgekehrt gilt das nicht.

Was macht WorldEdit genau?

WorldEdit ist ein serverseitiges Plugin für Paper, Purpur oder Spigot. Deine Spieler müssen nichts installieren, und du tippst Befehle mit doppeltem Schrägstrich, die immer auf das wirken, was du gerade ausgewählt hast. Es gehört zu den Kern-Plugins, die dir auf praktisch jedem ernst gemeinten Server begegnen, zusammen mit EssentialsX, LuckPerms und CoreProtect.

Der Ablauf bleibt immer derselbe: Auswahl treffen, Bearbeitung ausführen, kontrollieren, bei Bedarf zurücknehmen.

BefehlWas er macht
//wandGibt dir die Auswahl-Axt: Linksklick setzt Punkt 1, Rechtsklick Punkt 2
//set stoneFüllt die gesamte Auswahl mit einem Block. //set air leert sie wieder
//replace dirt grass_blockErsetzt nur den ersten Block durch den zweiten, der Rest bleibt stehen
//copy und //pasteKopiert die Auswahl relativ zu deiner Position und fügt sie woanders wieder ein
//undoNimmt deine letzte Bearbeitung zurück; //undo 5 nimmt die letzten fünf zurück
//schem save spawnSpeichert die Auswahl als Schematic in plugins/WorldEdit/schematics

Wie erstellst du eine Auswahl und was machst du damit?

  1. Tippe //wand. Du bekommst eine Holzaxt in die Hand.
  2. Klicke links auf einen Eckblock und rechts auf den gegenüberliegenden Eckblock. Deine Auswahl ist der Quader zwischen diesen beiden Punkten.
  3. Prüfe mit //size, wie viele Blöcke darin stecken, und zwar immer bevor du etwas ausführst.
  4. Nachjustieren kannst du mit //expand 10 up, //contract 5 north oder //expand vert (von Bedrock bis zur Bauhöhe).
  5. Führe die Bearbeitung aus, zum Beispiel //replace stone deepslate.

Willst du etwas anderes als einen rechteckigen Quader, wechselst du mit //sel poly zu einem Vieleck oder mit //sel cyl zu einem Zylinder. Für natürlich wirkendes Terrain nimmst du Brushes: //brush sphere grass_block 5 setzt aus der Entfernung eine Kugel mit Radius 5, //brush smooth glättet Unebenheiten. Ein Schematic ist nichts anderes als eine gespeicherte Auswahl: sichern mit //schem save name, zurückladen mit //schem load name und danach //paste. So holst du ein Spawn-Bauwerk von deinem Testserver auf den Live-Server, ohne die ganze Welt mitzuschleppen.

Was macht WorldGuard genau?

WorldGuard bewacht Regeln innerhalb eines Gebiets. Du legst eine Region an (ein Name plus ein Stück Raum) und setzt darauf Flags: An-/Aus-Schalter oder Werte für eine bestimmte Spielmechanik. Außerhalb der Region ändert sich nichts.

FlagWas du damit durchsetzt
build denyNiemand baut oder reißt ab, außer Mitgliedern und Besitzern
pvp denySpieler können sich innerhalb der Region nicht verletzen
mob-spawning denyKeine natürlichen Mob-Spawns, also keine Zombies in deinem Spawn-Gebäude
creeper-explosion denyCreeper richten in der Region keinen Blockschaden mehr an
tnt denyTNT zündet nicht oder richtet keinen Schaden an
greeting Willkommen am SpawnZeigt beim Betreten eine Nachricht an

Regionen dürfen sich überlappen. Welche Regel dann gewinnt, bestimmst du mit /rg setpriority name 10: Je höher die Zahl, desto schwerer wiegt die Region. So schneidest du innerhalb eines geschützten Spawns trotzdem eine PvP-Arena heraus. Die Region __global__ gilt für die komplette Welt; sei damit vorsichtig, denn ein Fehler trifft dort wirklich alles.

Wie schützt du deinen Spawn mit WorldEdit und WorldGuard zusammen?

  1. Leg beide JAR-Dateien in den Ordner plugins und starte den Server neu. WorldGuard startet nicht ohne WorldEdit.
  2. Gib deiner Staff-Gruppe über LuckPerms die Rechte worldedit.* und worldguard.*, sonst wird jeder Befehl abgelehnt.
  3. Hol dir die Auswahl-Axt mit //wand und klicke die beiden gegenüberliegenden Ecken deines Spawn-Gebiets an.
  4. Tippe //expand vert. Jetzt reicht die Region von Bedrock bis zur Bauhöhe und niemand kann sich darunter durchgraben oder darüber hinwegbauen.
  5. Leg die Region mit /rg define spawn an. Prüfe danach mit /rg info spawn, ob die Eckpunkte stimmen.
  6. Setz deine Flags: /rg flag spawn build deny, /rg flag spawn pvp deny, /rg flag spawn mob-spawning deny, /rg flag spawn creeper-explosion deny und /rg flag spawn tnt deny.
  7. Trag deine Bauteam-Mitglieder mit /rg addmember spawn Name ein; sie dürfen trotz build deny weiterhin bauen.
  8. Teste mit einem Account ohne OP-Rechte. Operatoren umgehen WorldGuard standardmäßig, wenn du also selbst OP bist, sieht alles perfekt aus, während normale Spieler trotzdem hängen bleiben.

Genau dieser letzte Schritt wird am häufigsten übersprungen und sorgt für die meisten Supportanfragen. Teste auch, ob sich eine Truhe und eine Tür noch öffnen lassen: build deny blockiert die Interaktion mit manchen Blöcken. Löse das mit /rg flag spawn use allow und nicht damit, dass du die Baurechte wieder aufmachst.

Wann bringt eine WorldEdit-Operation deinen Server ins Stocken?

WorldEdit führt eine Bearbeitung standardmäßig im Haupt-Thread aus. Solange der beschäftigt ist, steht der Rest still: keine Ticks, eingefrorene Redstone-Schaltungen, bewegungslose Mobs und am Ende Timeouts bei deinen Spielern. Bei ein paar tausend Blöcken merkst du davon nichts, bei Millionen sehr wohl.

AuswahlAnzahl BlöckeWas dich erwartet
50 x 50 x 1025.000Praktisch sofort fertig, kein spürbares Stocken
100 x 100 x 20200.000Kurze Tick-Spitze, Spieler sehen ein kurzes Ruckeln
200 x 200 x 502.000.000Deutlicher Lag, Timeouts bei Spielern möglich
500 x 500 x 10025.000.000Server steht lange still; der Watchdog kann ihn abbrechen

Die Rechnung endet außerdem nicht, wenn der Befehl durchgelaufen ist. Jeder angefasste Chunk muss neu belichtet und auf die Platte geschrieben werden, und die Undo-Historie bleibt im Arbeitsspeicher liegen, damit //undo noch funktioniert. Ein riesiges //set frisst also kurzzeitig ordentlich RAM zusätzlich zu dem, was deine Welt ohnehin belegt, und auf einem 2-GB-Paket für 2,20 Euro pro Monat spürst du das deutlich schneller als bei 8 GB.

Wie begrenzt du das Risiko großer Bearbeitungen?

Die wichtigste Maßnahme ist ein hartes Limit. In plugins/WorldEdit/config.yml steht unter limits die Einstellung max-blocks-changed. Der Wert -1 bedeutet unbegrenzt; trag dort eine echte Zahl ein, zum Beispiel eine halbe Million, dann bekommt jemand mit einer zu großen Auswahl eine Fehlermeldung statt eines eingefrorenen Servers. Mit max-brush-radius legst du im selben Abschnitt fest, wie groß Brushes werden dürfen. Das Recht worldedit.limit.unrestricted hebt das Limit wieder auf, und das gibst du wirklich nur dir selbst.

Außerdem hilft dir das hier:

  • Zerleg ein großes Projekt in Häppchen von ein paar hunderttausend Blöcken, mit etwas Ruhe dazwischen.
  • Erledige schwere Terrainarbeit, wenn niemand online ist, und nicht zur Abendspitze.
  • Leg vorher ein Backup an. Automatische Backups gehören bei jedem Paket Minecraft-Hosting von MC-Node zum Standard, aber ein manuelles Backup kurz vor einem großen Eingriff kostet dich eine Minute und spart dir einen ganzen Abend Arbeit.
  • Nutze //size, bevor du //set tippst; diese zwei Sekunden verhindern die meisten Unfälle.
  • Miss mit spark, was tatsächlich passiert. In unserem Artikel über das Optimieren deines Minecraft-Servers steht, wie du TPS und Tickdauer ausliest.

Arbeitest du dauerhaft mit riesigen Auswahlen, etwa auf einem Kreativ-Bauserver, dann schau dir FastAsyncWorldEdit an. Dieser Fork verarbeitet Bearbeitungen größtenteils außerhalb des Haupt-Threads und geht deutlich freundlicher mit deinen TPS um. Passt du dagegen einmal im Monat einen Spawn an, reicht das normale WorldEdit mit einem vernünftigen Limit völlig aus.

Wann brauchst du WorldGuard eigentlich nicht?

WorldGuard bedeutet Arbeit: Du zeichnest jede Region selbst und setzt jede Flag selbst. Auf einem Server, auf dem die Spieler vor allem ihr eigenes Haus schützen wollen, ist GriefPrevention oft die bessere Wahl, denn dort beanspruchen die Spieler mit einer goldenen Schaufel selbst ein Stück Land, ohne dass du etwas dazutun musst. Viele Server fahren beides: GriefPrevention für die Spieler, WorldGuard für Spawn, Warps und Events.

WorldGuard verhindert Schaden, repariert aber nichts. Um Griefing außerhalb deiner Regionen rückgängig zu machen, brauchst du CoreProtect, das jede Blockänderung protokolliert und pro Spieler oder Gebiet zurückrollen kann. Die beiden ergänzen sich also.

Manchmal brauchst du keins von beiden. Fährst du ein kleines SMP mit Freunden, denen du vertraust, reicht der eingebaute Spawn-Schutz in server.properties völlig. Betreibst du einen Modpack-Server auf Forge oder NeoForge, etwa All the Mods 10 auf Minecraft 1.21.1, ist die Entscheidung ohnehin gefallen: Diese Software lädt keine Bukkit-Plugins, du fällst also auf das zurück, was das Pack selbst mitbringt. Bist du dir bei deiner Serversoftware noch unsicher, lies zuerst, wie du einen Minecraft-Server aufsetzt.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich WorldEdit, um WorldGuard zu nutzen? Ja. WorldGuard nutzt die Auswahl von WorldEdit, um eine Region abzustecken, und startet ohne dieses Plugin gar nicht erst. Umgekehrt geht es sehr wohl: WorldEdit läuft problemlos allein, wenn du nur Terrain bearbeiten willst.

Warum kommt bei //set die Meldung "You are not permitted to do that"? Meistens liegt es an den Rechten. WorldEdit-Befehle hängen an Nodes wie worldedit.region.set, und ohne Rechte-Plugin bekommt sie nur ein Operator. LuckPerms ist 2026 der Standard dafür; gib deiner Staff-Gruppe worldedit.* und teste danach erneut.

Wie groß darf ein //set ohne Probleme sein? Eine Auswahl von 100 x 100 x 20 sind 200.000 Blöcke und sorgt auf einem normalen Server höchstens für ein kurzes Ruckeln. Ab ein paar Millionen Blöcken steht der Server spürbar still und Spieler können einen Timeout bekommen. Setz deshalb max-blocks-changed in plugins/WorldEdit/config.yml auf einen echten Wert statt auf -1.

Kann ich WorldEdit auf einem Modpack-Server betreiben? Nicht als Plugin. Modpacks wie All the Mods 10 laufen auf NeoForge mit Minecraft 1.21.1 und Java 21, und ein NeoForge-Server lädt keine Bukkit-Plugins. Plugins laufen auf Paper, Purpur oder Spigot, wobei Paper für die meisten Server die Standardwahl ist.

Funktioniert //undo auch nach einem Neustart noch? Nein. Die Undo-Historie wird pro Spieler im Arbeitsspeicher gehalten und verschwindet bei einem Neustart oder Reload. Willst du etwas zurücknehmen, mach das in derselben Sitzung mit //undo; ist der Server schon neu gestartet, brauchst du ein Backup oder CoreProtect.

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